Punktgewinn in München

In der eigenen Hand

von von Marc Basten
Jubel nach dem Ausgleich (Foto: Dirk Päffgen)

Jubel nach dem Ausgleich (Foto: Dirk Päffgen)

Der Auswärtspunkt beim FC Bayern und die Ergebnisse der Konkurrenz eröffnen Borussia Mönchengladbach eine optimale Ausgangsposition: Die Fohlenelf hat Platz 4 in der eigenen Hand.

Das verdiente 1:1 in der Münchener Allianz-Arena bescherte Borussia Mönchengladbach einen Punkt, der in der Endabrechnung Gold wert sein kann. Durch die Ergebnisse der Konkurrenz eroberte die Fohlenelf den vierten Tabellenplatz und hat es in den letzten beiden Saisonspielen selbst in der Hand, diesen Platz zu behaupten und damit die Qualifikationsspiele für die Champions League zu erreichen.

Auch wenn es die Borussia in München nicht mit der vermeintlich besten Bayern-Elf zu tun bekam, so war es gleichwohl ein Gegner, der keineswegs mit seinem B-Team antrat. Die Sturmreihe mit Coman, Müller und Götze repräsentiert Weltklasse. Einzig das Mittelfelduo Rode und Kimmich lief unter dem Label ›1B‹.

Bayern hatte eine Menge Qualität auf dem Platz und spätestens nach dem frühen Führungstreffer alle Trümpfe in der Hand. Dass die Gladbacher Borussen dennoch ihr Spiel durchzogen, sich nicht einigelten und den Ball haben wollten, spricht für die Schubert-Elf.

Die Ausrichtung mit der Dreierkette und dem Fünfermittelfeld erweist sich mehr und mehr als ›das‹ Gladbacher Erfolgssystem. Eigene Ballverluste in der Münchener Hälfte konnten fast immer abgemildert werden, indem man selbst das Umschaltspiel der Bayern effektiv unterband. Große Laufbereitschaft (119,4 Kilometer) und gutes Zweikampfverhalten (51% gewonnene Duelle) waren die Grundvoraussetzung. Dass man sich fußballerisch nicht versteckte und die Bayern in deren Hälfte beschäftigte, ermöglichten letztlich den Punktgewinn. Die ›Ballbesitzmonster‹ aus München kamen diesmal nur auf einen Wert von 54 Prozent - so wenig wie in keiner anderen Partie in dieser Saison.

Borussia hat sich den Punkt redlich verdient. Europa ist auf jeden Fall gesichert, doch jetzt soll es natürlich Platz 4 bleiben. Einfach wird das freilich nicht: Leverkusen kann als feststehender Dritter befreit aufspielen und Darmstadt wird am letzten Spieltag ums Überleben fighten. Andererseits ergeben sich aus diesen Konstellationen Chancen für die Borussen, die sie ergreifen sollten.

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