Die Saison des VfL verläuft bislang enttäuschend und lange Zeit fast aussichtslos. Unter Dieter Hecking ist zuletzt aber wieder etwas Hoffnung entstanden, vor allem durch den 2:1-Sieg bei Union Berlin. Wolfsburg bleibt zwar in einer schwierigen Ausgangslage, zeigte dort aber mehr Stabilität, Intensität und Widerstandsfähigkeit. Gerade deshalb bekommt das Heimspiel gegen Borussia besondere Bedeutung: Für den VfL geht es darum, den neuen Impuls zu bestätigen und den Anschluss im Abstiegskampf nicht wieder zu verlieren.
Struktur und Stabilität unter Hecking
Seit dem Trainerwechsel zu Dieter Hecking wirkt Wolfsburg klarer organisiert. Die Mannschaft agiert in der Regel aus einer 3-4-2-1-Grundordnung, die auf defensive Absicherung und schnelle Übergänge ausgelegt ist. Die Dreierkette soll Stabilität geben, davor sorgen zwei zentrale Mittelfeldspieler für Zugriff und Balance. Über die Schienen wird Breite hergestellt, während die offensiven Halbpositionen die Verbindung zur Spitze suchen.
Mit Ball ist Wolfsburg nicht auf lange Ballbesitzphasen ausgelegt, sondern sucht häufig direkte Wege nach vorne. Besonders über schnelle Verlagerungen, Tiefenläufe und zweite Bälle soll Tempo entstehen. Gegen den Ball steht der VfL kompakter als in früheren Saisonphasen, bleibt aber anfällig, wenn die Abstände zwischen Mittelfeld und Abwehr zu groß werden. Die Defensive war über die gesamte Saison eine der größten Baustellen, auch wenn zuletzt wieder mehr Ordnung erkennbar war.
Mehr Optionen trotz einiger Ausfälle
Personell fehlen Wolfsburg weiterhin mehrere Spieler. Cleiton, Bence Dardai, Kilian Fischer, Rogerio, Jenson Seelt und Jonas Wind stehen nicht zur Verfügung. Kamil Grabara und Konstantinos Koulierakis hatten unter der Woche kleinere Probleme, sollen aber rechtzeitig einsatzbereit sein. Maximilian Arnold ist wieder eine Option, wird aber dosiert eingesetzt. Hecking dürfte nach dem Sieg bei Union auf eine ähnliche Grundformation setzen.
Mohamed Amoura ist der wichtigste Tempofaktor im Wolfsburger Angriff und kann mit Läufen in die Tiefe jede Defensive beschäftigen. Patrick Wimmer bringt Dynamik zwischen den Linien und ist besonders gefährlich, wenn er aus dem Halbraum andribbeln kann. Im Zentrum sorgt Christian Eriksen für Ruhe am Ball und klare Anschlussaktionen, während Vinicius Souza die defensive Balance absichert. Diese Achse ist entscheidend, wenn Wolfsburg aus der neuen Stabilität auch offensive Wirkung entwickeln will.
Voraussichtliche Aufstellung VfL Wolfsburg
Grabara – Belocian, Vavro, Koulierakis – Maehle, Vinicius Souza, Eriksen, Zehnter – Wimmer, Amoura – Pejcinovic
von Niklas Kirchhofer

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