Stuttgart muss Woltemade ziehen lassen
In dieser Woche standen beim VfB nicht die sportlichen Erfolge im Mittelpunkt. Nach der Auftaktniederlage und dem mühsamen Weiterkommen im Pokal gegen Braunschweig im Elfmeterschießen bestimmte vor allem der Abgang von Shootingstar Nick Woltemade die Diskussionen.
Nick Woltemade verlässt den VfB und schließt sich für rund 90 Millionen Euro Newcastle United an – Stuttgart verliert damit seinen Unterschiedsspieler der vergangenen Saison. Zuvor war bereits Enzo Millot nach Saudi-Arabien gewechselt. Trotz dieser Abgänge verfügt der VfB über ausreichend Mittel für Neuzugänge, und im Kader drängen mehrere Talente nach, die den nächsten Schritt machen können. Trainer Sebastian Hoeneß gilt als Förderer junger Spieler, weiß aber zugleich, dass sich die entstandenen Lücken nicht allein mit Talenten schließen lassen.
Der VfB zwischen Entwicklung und hohen Erwartungen
Seit Sebastian Hoeneß 2023 das Traineramt übernommen hat, zeigt die Formkurve stetig nach oben. Auf die Vizemeisterschaft 2024 folgte im vergangenen Jahr der Gewinn des DFB-Pokals. In der Bundesliga reichte es zwar nur für Platz neun, doch durch den Pokalsieg spielt Stuttgart auch in dieser Saison international. Mit dem Sieg in Braunschweig ist das Team zudem weiterhin im Pokal vertreten. Allerdings offenbarte die Partie auch Schwächen. Der VfB gehört zwar zu den spielstärksten Teams in der Spieleröffnung, agiert aber in bestimmten Phasen zu passiv.
Klare Handschrift unter Hoeneß
Spielerisch besitzt der VfB eine klare Handschrift. Dazu gehören hohes Pressing, aggressives Gegenpressing und schnelles Umschalten. Über die Flügel mit Chris Führich und Linksverteidiger Maximilian Mittelstädt entstehen zahlreiche Angriffe. Im Zentrum lenkt Angelo Stiller das Spiel, sodass Stuttgart auch längere Ballbesitzphasen kontrollieren kann. Standards sind eine verlässliche Waffe. In der Regel agiert das Team im 4-2-3-1, das als stabile Basis für flexible Anpassungen dient. Je nach Spielsituation wechselt Hoeneß auf ein 4-4-2 oder 4-2-4 für mehr Offensivdruck. Auch Aufbauvarianten wie 1-4-2-4 oder 1-3-2-5 gehören zum Repertoire, um Gegner früh unter Druck zu setzen.
Unklarheit um Stiller
Nach dem anstrengenden Pokalspiel in Braunschweig sind für das Duell mit Borussia Mönchengladbach am Samstag Änderungen in der Startelf möglich. Einige Spieler wirken noch angeschlagen und bei Angelo Stiller ist nach einem Zusammenprall unklar, ob er rechtzeitig fit wird. Deshalb könnte Trainer Hoeneß gezwungen sein, frische Kräfte einzusetzen.
Voraussichtliche Aufstellung VfB Stuttgart:
Nübel - Vagnoman, Jeltsch, Hendriks, Mittelstädt - Karazor, Stiller – Leweling, Undav, Führich - Demirovic
von Niklas Kirchhofer