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Gegneranalyse | Forechecking: TSG Hoffenheim

von Gegneranalyse

Neuer Kopf in Hoffenheim: Alfred Schreuder (Foto: Ronny Hartmann / AFP / Getty Images)

Für die Fohlen geht es am 6. Spieltag zum Auswärtsspiel nach Hoffenheim. Die TSG steckt mitten im Umbruch, was auch die bisherigen Leistungen in dieser Saison widerspiegeln.

Neben namhaften Abgängen mit dem Brasilianer Joelinton, Kerem Demirbay, Nico Schulz und Nadiem Amiri war Hoffenheim in der Sommerpause auch auf dem Trainerposten gezwungen, einen neuen Mann zu integrieren. Julian Nagelsmann wechselte, wie schon lange bekannt war, zum RB-Konzern nach Leipzig. Sein Nachfolger ist nun der Niederländer Alfred Schreuder.

Dabei ist Schreuder kein Unbekannter in Hoffenheim. Bereits von 2015 bis 2017 war er Co-Trainer der TSG und kennt somit das Umfeld. Doch was wohl allen in Hoffenheim klar war, zeigt sich auch in den ersten Spielen der neuen Saison. Die zahlreichen Abgänge auf als auch neben dem Platz haben Spuren hinterlassen. Nach fünf Partien rangieren die Hoffenheimer auf dem elften Tabellenplatz und hinken somit den Erwartungen hinterher. Etwas mehr als einen Sieg, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen hatte man sich im Kraichgau für den Saisonstart schon ausgerechnet.

Systemfindung

Alfred Schreuder will seinen eigenen Stil spielen lassen und versucht sich an der Modifikation des Hoffenheimer Systems. In der Vergangenheit war dies immer ein 3-5-2 bzw. ein 3-4-2-1. Nagelsmann optimierte diese Formation und hatte auch die Spieler, um diese Art Fußball spielen zu lassen. Schreuder hat noch nicht die perfekte Ausrichtung finden können. Zu Beginn versuchte es der Niederländer im altbewährten 3-4-2-1, nach mäßigem Erfolg gab es in den letzten beiden Partien eine Grundformation mit Viererkette in der Defensive.

Generell kann man sagen, dass auch Schreuder einen aktiven Fußball spielen lässt. Allerdings ist sein Prinzip eher ein Gegenentwurf zum bisherigen Umschalt-Fußball in Hoffenheim oder dem Pressingfußball allgemein, der momentan in der Liga angesagt ist. Schreuder setzt auf kontrollierten Ballbesitz und defensive Disziplin. So ganz klappt das noch nicht, denn obwohl sich die TSG oftmals gute Chancen erspielt hat, können sie bisher nur vier Treffer auf der Haben-Seite verzeichnen. Demgegenüber stehen sieben Gegentreffer. Die bisherige Abschlussschwäche lässt sich vielleicht auch auf die Veränderungen in der Offensive zurückführen. Neben dem Verlust von torgefährlichen Spielern wie Joelinton oder Amiri fällt auch der Top-Angreifer der TSG seit längerem aus. Andre Kramaric befindet sich aktuell nach einer langwierigen Verletzung im Aufbautraining.

Neuzugänge brauchen noch Zeit

Zwar hat Hoffenheim im Sommer namhafte Spieler gehen lassen müssen – und extrem hohe Transfererlöse erzielt –, doch mit Ihlas Bebou, Robert Skov, Diadie Semasseko, Jürgen Locadia und Sebastian Rudy konnte man auch interessante Spieler verpflichten. Doch die meisten Neuzugänge benötigen Zeit und müssen sich an Umfeld, Mannschaft und Aufgabenstellung gewöhnen. Auf Sebastian Rudy trifft das allerdings nicht zu. Der Ex-Schalker spielte bereits von 2010 bis 2017 für die TSG. Rudy ist auch von Beginn an unter Schreuder gesetzt.

Ebenso hat sich unter dem neuen Trainer der 21-Jährige Dennis Geiger in den Vordergrund gespielt. Der Mittelfeldspieler debütierte unter Nagelsmann und verpasste dann eine Vielzahl an Spielen aufgrund von mehreren Verletzungen. Nun scheint der junge Mosbacher wieder fit zu sein und bestätigt den Ruf als großes Talent. Schreuder setzt Geiger offensiver ein und bereits zwei Torvorlagen bestätigen den Trainer in seinem Umgang mit Dennis Geiger.

Die Findungsphase ist auf beiden Seiten noch nicht abgeschlossen

Die Findungsphase in Hoffenheim ist noch nicht abgeschlossen, aber das gilt genauso für die Fohlenelf. Da unter Marco Rose in den letzten Wochen ebenfalls unterschiedliche Formationen und Systeme gespielt wurden, bleibt es abzuwarten, wie beide Trainer ihre Teams auf den Platz schicken werden. Sicher dürfte sein, dass am Samstag um 15:30 Uhr zwei Mannschaften aufeinandertreffen, die einen aktiven Fußball spielen wollen.

Voraussichtliche Aufstellung TSG Hoffenheim

Baumann - Posch, Vogt, Hübner, Skov - Grillitsch - Rudy, Geiger - Kaderabek, Bebou - Belfodil

 


von Niklas Kirchhofer

 

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