Leipzig hat sich nach einer wechselhaften Phase wieder stabilisiert und befindet sich aktuell in einer sehr guten Verfassung. Aus den vergangenen fünf Ligaspielen holte die Mannschaft zwölf Punkte, darunter Siege gegen Köln, Hamburg und Bremen sowie ein Remis gegen St. Pauli, einzig gegen Bayern setzte es eine Niederlage. Die Mannschaft präsentiert sich deutlich gefestigter als noch in Teilen der Hinrunde und wirkt vor allem im Zusammenspiel aus Spielkontrolle und Tempo klar strukturierter. Im Vergleich zum ersten Duell hat sich Leipzig sowohl in der Balance als auch in der Effizienz weiterentwickelt.
Struktur, Tempo und hohe Präsenz
Unter Ole Werner agiert Leipzig überwiegend aus einer 4-2-3-1-Grundordnung, die im Spielverlauf flexibel interpretiert wird. Die Viererkette sorgt für Stabilität im Aufbau, davor übernimmt die Doppelsechs die Kontrolle im Zentrum. In den offensiven Zonen arbeitet Leipzig stark über die Halbräume, mit einrückenden Flügelspielern und nachschiebenden Mittelfeldakteuren. Ziel ist es, Druck aufzubauen und den Gegner durch ständige Bewegung aus der Ordnung zu bringen.
Gegen den Ball setzt Leipzig auf frühen Zugriff und klare Pressingmomente. Die Mannschaft versucht, den Gegner auf die Außen zu lenken und dort mit Tempo und Intensität Ballgewinne zu erzwingen. Nach Ballgewinnen wird schnell vertikal gespielt, wobei besonders die Dynamik der Offensivreihe zur Geltung kommt. In einzelnen Phasen zeigt sich jedoch, dass der Spielaufbau an Tempo verliert, wenn die Staffelung im letzten Drittel nicht optimal ist. Dann wird das Spiel berechenbarer und weniger zwingend.
Lukeba fehlt in der Defensive
Personell muss Leipzig vor allem in der Defensive umbauen. Castello Lukeba fällt aus, zudem fehlen weitere Optionen im erweiterten Kader. Ridle Baku steht wieder zur Verfügung und dürfte eine wichtige Rolle auf der rechten Seite übernehmen. Im Zentrum ist Nicolas Seiwald flexibel einsetzbar und kann sowohl in der Abwehrkette als auch im Mittelfeld agieren. Die personelle Situation erfordert Anpassungen in den Zuordnungen, die Grundstruktur bleibt jedoch erhalten.
Christoph Baumgartner gehört in dieser Saison zu den prägendsten Offensivspielern Leipzigs und ist mit seinen Läufen aus dem Halbraum sowie bislang neun Saisontreffern ein zentraler Faktor im Angriffsspiel. Yan Diomande hat sich als junger Offensivspieler schnell etabliert und bringt mit Tempo, direktem Zug zum Tor und konsequenten Tiefenläufen eine zusätzliche Dynamik ins Leipziger Angriffsspiel. Mit bereits elf Treffern in seiner ersten Saison gehört er zu den auffälligsten Entwicklungen im Kader. Xaver Schlager sorgt im Zentrum für Balance, organisiert den Rhythmus und stabilisiert das Gegenpressing. Diese Achse gibt Leipzig aktuell sowohl Struktur als auch Dynamik.
Voraussichtliche Aufstellung RB Leipzig:
Vandevoordt – Baku, Orban, Seiwald, Raum – Schlager – Banzuzi, Baumgartner – Diomande, Romulo, Nusa
von Niklas Kirchhofer

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