Gegneranalyse

Gegneranalyse | Forechecking: Hamburger SV

Created by Gegneranalyse

HSV-Coach Merlin Polzin (Foto: Norbert Jansen - Fohlenfoto)

Am 18. Spieltag der Bundesliga reist Borussia Mönchengladbach nach Hamburg. Im Volksparkstadion wartet ein Gegner, der sich seine Punkte vor allem zuhause erarbeitet und genau dort wieder zulegen will. Der HSV geht mit dem festen Anspruch in das Duell, die eigene Heimstärke auch gegen Gladbach zu bestätigen.

Sportlich bewegt sich der Hamburger SV weiterhin im unteren Tabellendrittel. 16 Punkte nach 17 Spielen bedeuten Abstiegskampf von Beginn an, auch wenn das Bild differenzierter ist, als es der nackte Tabellenplatz vermuten lässt. Das zuletzt geplante Heimspiel gegen Leverkusen musste witterungsbedingt abgesagt werden, wodurch der HSV mit einer ungeplanten Pause ins neue Jahr startete. Zuvor blieb die Mannschaft mehrere Spiele ohne Sieg, zeigte aber vor allem im Volkspark immer wieder Widerstandskraft. Fünf Pflichtspiele in Serie ist Hamburg zuhause ungeschlagen. Die Marschroute ist klar: Punkte sammeln, solange die eigene Festung noch steht.

Kompakt, direkt, kompromisslos

Trainer Merlin Polzin hat den HSV in seiner ersten Bundesliga-Saison deutlich angepasst. Statt Ballbesitzfußball setzt Hamburg auf Pragmatismus. Meist organisiert aus einer Dreierkette, häufig interpretiert als 3-4-2-1, liegt der Fokus klar auf Stabilität und schnellen Umschaltmomenten. Der HSV überlässt dem Gegner bewusst den Ball, steht tief und eng und versucht, nach Ballgewinnen sofort Tempo aufzunehmen. Schönheitspreise werden dabei nicht verteilt, Effektivität ist das Maß der Dinge.

Auffällig ist, wie konsequent der HSV seine Rolle annimmt. Hamburg presst nicht dauerhaft hoch, sondern verteidigt diszipliniert in klaren Zonen. Die Flügelspieler arbeiten intensiv nach hinten, das Zentrum wird verdichtet, zweite Bälle sind oberstes Gebot. Kommt der HSV ins Umschalten, geht es schnell über die Außen. Lange Bälle, frühe Tiefenläufe, wenig Ballkontakte. Das Spiel ist einfach, aber nicht zufällig. Gerade zuhause funktioniert dieser Ansatz regelmäßig besser als auswärts.

Polzin kann fast aus dem Vollen schöpfen

Personell geht der HSV mit vergleichsweise wenig Sorgen in die Partie. Einige Langzeitverletzte fehlen weiterhin, darunter Kapitän Yussuf Poulsen. Auch einzelne Defensivspieler standen zuletzt nicht zur Verfügung. Ansonsten ist der Kader gut gefüllt, mehrere Akteure kehren rechtzeitig zurück oder sind zumindest wieder Optionen für den Spieltagskader. Die unfreiwillige Spielpause könnte dem HSV sogar in die Karten gespielt haben, da angeschlagene Spieler zusätzliche Regenerationszeit erhielten. Polzin hat damit die Möglichkeit, nahezu seine bevorzugte Struktur auf den Platz zu bringen.

Das Hamburger Spiel wird aktuell von wenigen, aber klaren Leistungsträgern getragen. Im Zentrum ist Albert Sambi Lokonga der Taktgeber, der Zweikampfstärke mit Dynamik verbindet und auch offensiv Akzente setzt. Auf den Außen sorgt Jean-Luc Dompé mit Tempo und Eins-gegen-eins-Qualität für die wenigen, aber gefährlichen Vorstöße. Defensiv sticht Luka Vuskovic hervor, der trotz seines jungen Alters bereits viel Verantwortung übernimmt und auch bei Standards Gefahr ausstrahlt. Diese Achse hält den HSV aktuell über Wasser.

 

Voraussichtliche Aufstellung Hamburger SV

Heuer Fernandes – Capaldo, Vuskovic, Torunarigha – Gochleishvili, Lokonga, Remberg, Muheim – Fabio Vieira, Dompe – Downs

 


von Niklas Kirchhofer

Copyright © 2000- 2026 TORfabrik.de [Marc Basten] Nachdruck und Weiterverbreitung,
auch auszugsweise, nur mit Genehmigung.

TORfabrik.de ist ein offiziell eingetragenes Magazin bei der
Deutschen Nationalbibliothek (ISSN 1610 - 4919)
Herausgegeben von Marc Basten, Altenkleusheimer Str. 12, 57462 Olpe

Unterstützt durch unseren Sponsor & Partner: tops.net GmbH & Co. KG