Leverkusen steht nach 19 Spielen mit 35 Punkten im oberen Bereich der Tabelle. Nach einer Phase mit wechselhaften Ergebnissen zum Rückrundenstart zeigte die Formkurve zuletzt wieder nach oben. Unter der Woche setzte Bayer im DFB Pokal mit einem 3:0 gegen den FC St. Pauli ein klares Zeichen und unterstrich dabei die Tiefe des Kaders sowie die vorhandene Durchschlagskraft. Gleichzeitig bleibt die Saison von kleineren Schwankungen geprägt, vor allem wenn die Präzision im letzten Drittel fehlt oder die Balance nach Ballverlusten nicht konsequent gehalten wird
Bayer zwischen Kontrolle und Tempo
Unter Trainer Kasper Hjulmand agiert Leverkusen meist aus einer 3-4-2-1-Grundordnung. Die Dreierkette sorgt für Stabilität in der Spieleröffnung, während die Flügelpositionen hoch besetzt werden, um Breite und Dynamik im Aufbau zu erzeugen. Davor arbeiten zwei offensive Mittelfeldspieler in den Halbräumen, die als Verbindung zur Spitze fungieren und das Tempo in die gefährlichen Zonen tragen.
Gegen den Ball formiert sich Bayer häufig in einem kompakten Block mit moderater Pressinghöhe. Ziel ist es, die zentrale Achse des Gegners zu kontrollieren und Ballgewinne so zu erzwingen, dass schnelle vertikale Aktionen möglich werden. In der Offensive entstehen viele gefährliche Momente über diagonale Verlagerungen, Läufe in die Tiefe und die flexible Besetzung der Zwischenräume. In manchen Spielen zeigte sich jedoch, dass Leverkusen anfällig werden kann, wenn die Flügelräume hinter den hoch stehenden Wingbacks nicht sauber abgesichert sind oder die Restverteidigung zu offen steht.
Wird Maza rechtzeitig fit?
Personell ist Leverkusen insgesamt gut aufgestellt, auch wenn es im Mittelfeld noch kleinere Fragezeichen gibt. Ibrahim Maza könnte nach seiner Knieverletzung rechtzeitig wieder zur Verfügung stehen und je nach Ausrichtung sowohl offensiv als auch defensiv eingeplant werden. Zudem sind punktuelle Rotationen möglich, etwa mit Exequiel Fernández als Alternative zu Robert Palacios oder Arthur Augusto auf der rechten Seite für Vazquez. Auch Poku gilt als Kandidat für Veränderungen in der Startelf, ohne dass die Grundstruktur des Systems infrage gestellt wird. Gerade diese Tiefe hilft Bayer, Belastungen zu steuern, auch wenn die Abstimmung bei Rotationen nicht immer sofort auf dem gleichen Niveau bleibt.
Im Zentrum übernimmt Aleix García eine zentrale Rolle als Taktgeber im Aufbau und sorgt mit seiner Passqualität für Struktur in Leverkusens Ballbesitzspiel. Malik Tillman bringt zwischen den Linien Dynamik und Kreativität ein und ist besonders in den Halbräumen ein wichtiger Verbindungsspieler. Sollte Ibrahim Maza rechtzeitig wieder zur Verfügung stehen, wäre er eine zusätzliche Option, die dem Offensivspiel mit Tempo und Variabilität neue Impulse geben kann. Diese Spieler prägen aktuell die Spielidee Bayers, auch wenn die Mannschaft weiterhin daran arbeitet, enge Phasen noch stabiler zu kontrollieren.
Voraussichtliche Aufstellung Bayer 04 Leverkusen:
Blaswich – Quansah, Andrich, Tapsoba – Arthur, Fernandez, Aleix Garcia, Grimaldo – Tillman, Terrier – Schick
von Niklas Kirchhofer

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