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Empty Stands: Borussia setzt ein Zeichen für ME/CFS-Betroffene

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Foto: TORfabrik.de

Beim Heimspiel gegen den FC St. Pauli am Freitag (13. März, 20:30 Uhr, Borussia-Park) macht Borussia Mönchengladbach gemeinsam mit der Initiative Empty Stands auf eine Erkrankung aufmerksam, über die viel zu wenig gesprochen wird: Myalgische Enzephalomyelitis, kurz ME/CFS.

Was ist ME/CFS?

ME/CFS ist eine schwere, chronische Multisystem-Erkrankung, die häufig nach Virusinfektionen – etwa COVID-19 oder dem Epstein-Barr-Virus – auftritt. Die Betroffenen leiden unter anderem an extremer Erschöpfung, kognitiven Störungen, starken Schmerzen und einer ausgeprägten Überempfindlichkeit gegenüber Sinnesreizen. Das entscheidende Leitsymptom ist die sogenannte Post-Exertionelle Malaise (PEM): Selbst geringste körperliche oder geistige Belastung kann zu einer teils drastischen und anhaltenden Zustandsverschlechterung führen.

Für Schwerstbetroffene bedeutet das oft jahrelange Bettlägerigkeit in abgedunkelten Räumen – Gespräche, Bildschirme oder Geräusche können für sie schlicht nicht toleriert werden. In Deutschland leben schätzungsweise mehr als 650.000 Menschen mit ME/CFS. Eine Heilung existiert bislang nicht, an zugelassenen Therapien oder Medikamenten mangelt es ebenfalls.

Die Initiative hinter dem Namen

Empty Stands wurde von Fußballfans gegründet, die selbst an ME/CFS, Long COVID oder Post-Vac erkrankt sind. Der Name ist Programm: Er steht sinnbildlich für all jene, die durch ihre Erkrankung aus ihrem früheren Leben – und damit auch aus den Stadien – verschwunden sind. Inzwischen haben sich über 100 betroffene Fans aus mehr als 40 verschiedenen Vereinen unter dem Dach der Initiative vernetzt.

Das Ziel: mehr gesellschaftliche Aufmerksamkeit, eine bessere medizinische Versorgung und dringend benötigte Forschungsförderung.

Was passiert morgen im Borussia-Park?

Beim Spiel gegen St. Pauli gibt es für alle Interessierten konkrete Möglichkeiten, die Initiative zu unterstützen:

  • Infostand: Fans können sich direkt im Stadion über ME/CFS informieren.
  • Schals und T-Shirts: Eigens für die Aktion angefertigte Artikel werden gegen eine Spende für die ME/CFS-Forschung abgegeben.
  • Spendenliga: Über dieses Modell lässt sich im Namen der Borussia spenden – wer möchte, legt einen Betrag pro Tor oder Punkt fest und unterstützt so die Forschung dauerhaft über die Saison hinweg.

Warum das wichtig ist

Die Versorgungssituation für ME/CFS-Erkrankte in Deutschland ist nach wie vor prekär: Spezialisierte Ambulanzen fehlen, Fehldiagnosen sind häufig, und viele Betroffene sehen sich mit der Verharmlosung ihrer Symptome konfrontiert. Gerade deshalb ist jede Möglichkeit der Aufmerksamkeit wertvoll – auch und gerade im Rahmen eines Bundesliga-Spieltags. Wer morgen im Borussia-Park ist, sollte sich die Zeit nehmen, am Infostand vorbeizuschauen.

Mehr Informationen zur Initiative sowie zur Spendenliga gibt es unter emptystands.me.

 


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