Yann Sommer - Resümee und Ausblick

Borussias Spieler der Saison steht im Tor

von Yann Sommer - Resümee und Ausblick

Yann Sommer blieb 13x ohne Gegentor und war Borussias beständigster Spieler der Saison (Foto: Lars Baron / Bongarts / Getty Images)

Wie gewohnt blicken wir auch in diesem Jahr nach Abschluss der Saison auf die Basisspieler von Borussia Mönchengladbach, lassen die Spielzeit Revue passieren und geben eine Einschätzung, wie es weitergeht. Den Anfang macht Borussias Spieler der Saison - Yann Sommer.

Mit Prognosen ist es immer so eine Sache. Normalerweise kann man aufgrund der Leistungen eines Spielers in der Vorsaison ungefähr abschätzen, wie es mit ihm weitergeht. In dieser Sommerpause ist das ungleich schwerer, denn aufgrund des geplanten Neuanfangs unter Marco Rose ist nicht abzusehen, ob ein Typ Spieler ausgedient hat oder ob ein anderer plötzlich mit Eigenschaften aufwartet, die dem neuen Coach zusagen. Relativ einfach ist das bei Borussias Spieler der Saison. Die Qualitäten von Yann Sommer wird auch Marco Rose zu schätzen wissen.

Yann Sommer hat in seiner fünften Spielzeit bei Borussia vollends überzeugt. Seit seiner Premierensaison 14/15 war der Schweizer nicht mehr so stark, wie im vergangenen Jahr. Er kam voll im Saft stehend von einer erfolgreichen WM-Teilnahme mit der Schweiz (Achtelfinale) und fand direkt einen guten Draht zum neuen Torwarttrainer Steffen Krebs (36). Auch wenn es schwer abzuschätzen ist, welchen Anteil der ehemalige U17-Torwarttrainer des VfB Stuttgart tatsächlich an der guten Saison von Sommer hat, so sieht es nach fruchtbarem Teamwork aus.

Sommer ‘klebt’ weitaus weniger auf der Linie

Unzweifelhaft hat sich Yann Sommer im letzten Jahr bei der Verarbeitung hoher Bälle stabilisiert. Er ist zwar immer noch kein ‘Strafraum-Rambo’ und wird das auch nicht mehr werden, aber er ‘klebt’ weitaus weniger auf der Linie, als früher. Zudem geht er nicht mehr ganz so tief in die Knie, was ihm zwar explosive Reaktionen ermöglicht, ihn gleichzeitig anfälliger für hohe Schüsse macht. Auch wenn das nur Nuancen sind, so war Sommers Präsenz insgesamt deutlich größer als in den Vorjahren.

In 13 Bundesligaspielen behielt der Schweizer die weiße Weste. Zum ersten Mal zu Null spielte er ausgerechnet am 7. Spieltag in München. Dabei war beim 3:0-Überraschungscoup in der Allianz-Arena eine Glanzleistung des Goalies gar nicht gefragt (Note 3,0). Die hatte er bereits in den ersten Saisonspielen gezeigt. Tolle Reflexe gegen Leverkusen (Alario), Augsburg (Gregoritsch) und Schalke (Sane und Uth - Note 1,0) sicherten seiner Mannschaft wichtige Punkte. Und selbst bei den vier Gegentoren in Berlin am 4. Spieltag erhielt der 30-Jährige die Note 2,0, weil er quasi im Alleingang eine richtig peinliche Pleite verhinderte.

2019 begann für Sommer wie gemalt

Sommer spielte in der starken Hinrunde durchweg auf Topniveau. Richtig unglücklich verlief nur der Freitagabend Ende Oktober in Freiburg. Da verursachte Sommer nach wenigen Sekunden einen Foulelfmeter und legte mit dem Schlusspfiff mit einem krassen Fehlpass den Treffer zum 1:3-Endstand auf. Die Note 3,5 war immer noch in Ordnung - und gleichzeitig der schlechteste Wert im ersten Halbjahr.

2019 begann für Sommer wie gemalt. In Leverkusen (Note 1,0) hielt er mit hervorragenden Paraden - und dem nötigen Glück - seinen Kasten sauber und auch die nächsten beiden Partien gegen Augsburg und Schalke (jeweils Note 2,0) überstand er ohne Gegentor. Doch dann kam dieser vermaledeite 21. Spieltag und die 0:3 Heimniederlage gegen Berlin. Sommer war bei allen drei Gegentoren machtlos und als am folgenden Wochenende bei den starken Frankfurtern ein Punkt geholt wurde (Note 2,0) schien der Ausrutscher gegen die Hertha schon vergessen.

Acht Gegentore im Borussia-Park in einer Woche

Doch es folgte das 0:3 gegen Wolfsburg und eine Woche später das 1:5 gegen die Bayern. Bei den acht Gegentoren konnte Sommer nichts ausrichten, gegen die Münchener hielt er das Debakel mit Weltklasseparaden gegen Lewandowski, Müller und Gnabry noch in Grenzen (Note 1,5 - trotz 5 Gegentoren). Auch in der folgenden Phase, als die Mannschaft immer mehr einbrach, blieb Sommer stabil. Gegen Bremen und Hoffenheim (jeweils Note 1,5) hielt er herausragend.

Yann Sommer war mit deutlichem Abstand der notenbeste Spieler der Saison (2,43 im Schnitt) und hat als einziger ohne Schwankungen auf Topniveau gespielt. Mit seinen 30 Jahren (Vertrag bis 2021) ist er nicht nur im besten Torhüteralter, sondern ganz offensichtlich auch in bestechender Verfassung. Er geht nun in seine sechste Saison in Mönchengladbach und wird auch unter Marco Rose in vielerlei Hinsicht ein wichtiger Rückhalt sein.

 


von Marc Basten

 

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