Borussias Trainer Eugen Polanski nahm gegenüber der Niederlage in Dortmund vor der Weihnachtspause eine Veränderung in der Startelf vor: Frank Honorat kehrte zurück, während Giovanni Reyna auf der Bank Platz nahm. Dort saß auch Borussias Winterneuzugang Kota Takai.
Im winterlichen Borussia-Park übernahmen die Fohlen in den ersten Minuten gegen tief stehende Gäste aus Augsburg die Kontrolle. Belohnt wurden sie mit dem frühen Führungstreffer in der achten Minute: Neuhaus passte auf Diks, der weiter auf Honorat spielte, der über die linke Seite fast bis zur Grundlinie lief und dann flach auf Netz zurücklegte. Netz spielte einen direkten flachen harten Querpass entlang des Fünfmeterraums auf Scally, der den Ball mit rechts mit einem Kontakt ins Tor ‚tropfen‘ lassen wollte. Pedersen klärte vor der Linie, doch Scally bekam den Rebound und erzielte mit links das 1:0.
Diks hart, aber glücklich
Die Borussen wollten direkt nachlegen, doch ein Schuss von Neuhaus im Strafraum wurde noch so gerade zur Ecke geblockt (10.). Danach wurde Augsburg aktiver, die Fohlen zogen sich nun ihrerseits zurück und hatten in der Folgezeit einige Mühe, konstruktiv nach vorne zu spielen. Das gelang nach knapp zwanzig Minuten zumindest im Ansatz, aber Neuhaus spielte einen eher verunglückten Pass in den Strafraum. Doch Augsburgs Pedersen bekam den Ball auf der Sechzehnerlinie unglücklich an die Hand und folgerichtig gab es Elfmeter für den VfL.
Kevin Diks trat an und schoss fest, aber unplatziert, und hatte Glück, dass Dahmen schon zu weit in die Ecke gesprungen war und die Beine nicht mehr an den Ball bekam. 2:0 für die Borussia nach zwanzig Minuten – das war ein gelungener Start ins erste Spiel des Jahres. Auch danach hatte Augsburg ein optisches Übergewicht, und so wirklich sicher wirkte der Gladbacher Defensivverbund nicht. Claude-Maurice vergab aus guter Position (24.) und ein freier Schuss von Kade von der Strafraumgrenze landete in den Armen von Nicolas (26.).
Augsburg zu harmlos
Borussia hatte nach wie vor Probleme, ein flüssiges Kombinationsspiel aufzuziehen, aber Augsburg konnte daraus kein Kapital schlagen. Im Gegenteil – nach einer Gladbacher Ecke fiel in der 36. Minute sogar das 3:0. Netz brachte den Ball von der rechten Seite scharf in den Fünfmeterraum, Tabaković hatte sich seines Gegenspielers entledigt und sprang auch höher als Dahmen und köpfte aus einem Meter ein. Die Augsburger monierten zwar ein Foulspiel des Mittelstürmers, aber auch nach VAR-Überprüfung behielt der Treffer seine Gültigkeit.
Bis zum Pausenpfiff tat sich nicht mehr viel und so ging es mit einer klaren Gladbacher Führung in die Kabinen. Das Resultat spiegelte die Kräfteverhältnisse zwar nur unzureichend wider, doch die Effektivität der Fohlen machte den Unterschied. Daran änderte sich auch im zweiten Durchgang nichts. Wieder hatte Augsburg mehr Spielanteile, doch erneut fehlte den Gästen die Durchschlagskraft. Eine scharfe Hereingabe von Massengo in Richtung des eingewechselten Essende wurde brandgefährlich, doch Nicolas konnte den Aufsetzer reaktionsschnell abwehren (50.).
Tabaković schnürt den Doppelpack
Auch in den nächsten Minuten kam Augsburg nur zu ungefährlichen Abschlüssen, während die Borussen zunächst überhaupt nicht in der gegnerischen Hälfte aktiv wurden. Doch mit dem ersten richtigen Angriff nach der Pause machten die Fohlen den Sack zu. Scally legte auf Honorat ab, der eine perfekte, butterweiche Flanke von rechts auf Tabaković schlug, der mit einem mustergültigen Kopfball unter Bedrängnis zum 4:0 ins lange Eck traf (61.).
Augsburg war damit endgültig der Stecker gezogen und die Borussen konnten die Partie in der letzten halben Stunde locker abwickeln. Tabaković hatte nach Zuspiel von Neuhaus noch die große Chance auf einen Dreierpack, scheiterte jedoch alleine vor Dahmen (71.). Polanski nutzte den klaren Spielstand für viele Wechsel, sodass auch Kota Takai zu seinem Debüt in der Bundesliga kam. Augsburg blieb der Ehrentreffer verwehrt, weil Essende mit seinem Schlenzer kurz vor Schluss nur die Latte traf (89.). Am Ende steht ein klares 4:0, das hauptsächlich der gnadenlosen Effektivität der Borussen geschuldet war.
Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: Nicolas – Sander (72. Takai) Elvedi, Diks – Scally (84. Reyna), Reitz, Engelhardt, Neuhaus (72. Castrop), Netz – Honorat (63. Mohya), Tabaković (72. Machino)
weiter im Kader: Omlin (ETW), Ullrich, Stöger, Ranos
FC Augsburg: Dahmen - Banks, K. Schlotterbeck, Zesiger - Fellhauer, Rieder (46. Essende), Massengo, Pedersen (62. Wolf), Kömür (68. Jakic), Claude-Maurice (84. Gregoritsch) - Kade (62. Gharbi)
Tore: 1:0 Scally (8.), 2:0 Diks (20./HE), 3:0 Tabaković (36.), 4:0 Tabaković (61.)
Gelbe Karten: – Massengo
Schiedsrichter: Harm Osmers
Zuschauer: 51.050
von Marc Basten

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