Reaktionen nach Wolfsburg

»Ein leidenschaftliches und emotionales Spiel«

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Jubel nach dem Ausgleichstreffer durch Embolo (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Borussia Mönchengladbach biegt ein zwischenzeitliches 0:2 gegen den VfL Wolfsburg noch in ein Remis um und jubelt in der Nachspielzeit sogar über den vermeintlichen Siegtreffer. Doch am Ende reicht die gute Moral nur zu einer Punkteteilung.

Es war wie so oft in dieser vermaledeiten Saison von Borussia Mönchengladbach: Nach einem vernünftigen Start der Gladbacher in die Partie schlägt der Gegner mit seinem ersten Angriff zu. Und als man sich gerade so halbwegs wieder berappelt hatte, kassierte man das schon fast obligatorische Gegentor nach einer Standardsituation. 0:2 nach etwas mehr als einer halben Stunde - der Drops schien frühzeitig gelutscht.

Dass der neue Sportdirektor Roland Virkus anschließend davon sprechen konnte, »heute viele positive Sachen gesehen« zu haben, war zu diesem Zeitpunkt nicht zu erwarten. »0:2 zurück zu liegen - nach einem 0:6 in Dortmund - und wie die Jungs da rausgekommen sind: Alle Achtung«. Tatsächlich muss man die Moral der Mannschaft hervorheben, die diesmal nicht in sich zusammengefallen ist, sondern sich gewehrt hat.

Philipps Fehlschluss und das Schweigen des VAR helfen Borussia

Adi Hütter lobte, dass die Jungs nach dem Rückstand »gefightet und richtig gut Fußball gespielt« hätten. So »hochklassig«, wie Hütter das Spiel im Nachlauf beschrieb, war es allerdings nicht. Und zur Wahrheit gehört auch, dass die Borussen zwar durch Thuram den wichtigen Anschlusstreffer noch vor dem Seitenwechsel erzwangen, aber gleichzeitig in der Defensive erneut krass patzten. »Vor der Pause hatten wir noch Riesenglück, als Wolfsburg das 3:1 hätte machen müssen«, räumte Hütter ein.

Im zweiten Durchgang entwickelte man zwar eine optische Überlegenheit, aber es fehlte einmal mehr die Durchschlagskraft und hinten waren die Borussen bei den Wolfsburger Angriffen extrem wackelig und ungeordnet. Den Wölfen fehlte in dieser Phase aber ebenfalls der Punch - und sie hatten Pech, dass das Foul von Koné an Kruse nicht mit einem Elfmeter geahndet wurde. Dass der VAR hier nicht intervenierte, war absolut unverständlich.

Den Ausgleich erzwungen - Verfrühter Jubel über das 3:2

Der nächste Aufreger war die Rote Karte für Lacroix, die völlig berechtigt war. Im Laufduell beharkten sich Thuram und Lacroix beide mit unsauberen Mitteln und auch wenn es tendenziell nach hinten raus eher ein Foul von Lacroix war, weil er die Hände im Gesicht von Thuram hatte, war es richtig vom Schiedsrichter, das Spiel laufen zu lassen. Dass Lacroix dann im Fallen mit voller Absicht als letzter Mann den Ball mit der Hand wegschlug, war die klare Verhinderung einer Torchance und damit richtigerweise mit Rot zu ahnden.

In Überzahl drängten die Borussen mit Vehemenz nach vorne. »Wir haben alles probiert, die Rote Karte hat uns natürlich auch geholfen«, sagte Yann Sommer. »Wir hatten einen guten Teamspirit, viel Power und haben uns den Ausgleich redlich verdient«. Und als in der Nachspielzeit ausgerechnet Matthias Ginter den vermeintlichen Siegtreffer markierte, jubelten die Borussen fast so enthemmt, wie nach de Camargos Tor in der Relegation gegen Bochum. Um kurz darauf zurückgepfiffen zu werden.

»Mut für die kommenden Aufgaben«

Dass der VAR den Siegtreffer wieder einkassierte, war natürlich sehr bitter. »Man muss aber auch eingestehen, dass dem 3:2 in der Entstehung ein Foul vorausging«, zeigte sich Roland Virkus einsichtig. Auch wenn nicht alle Kameraeinstellungen ein klares Foul zeigen, so kann man die Entscheidung nachvollziehen. »In Überzahl hätten wir das Spiel für uns entscheiden müssen, was leider nicht gelungen ist«, sagte Adi Hütter. »Trotzdem hat die Mannschaft ein leidenschaftliches und emotionales Spiel gezeigt. Die Art und Weise, wie sie sich den Punkt verdient hat, macht mir Mut für die kommenden Aufgaben«.

 


von Redaktion TORfabrik.de

 

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