Borussia in der Corona-Krise

»Die Mannschaft hat angeboten, auf Gehalt zu verzichten«

von Borussia in der Corona-Krise

Stephan Schippers und Max Eberl (Fotos: TORfabrik.de)

Die Spieler von Borussia Mönchengladbach haben angeboten, auf Gehalt zu verzichten, um dem Klub und damit auch den Mitarbeitern zu helfen. Borussia wird von dem Angebot Gebrauch machen. Geschäftsführer Stephan Schippers spricht von der »schwierigsten Situation seit 1999«.

Die Corona-Pandemie hat die Gesellschaft fest im Griff, der Profifußball ist komplett zum Erliegen gekommen. Die Folgen sind noch nicht abzuschätzen, doch sie werden einschneidend sein. Aktuell geht es für die Klubs darum, sich auf anbahnende Liquiditätsengpässe einzustellen und alle Möglichkeiten auszuschöpfen, dem entgegenzuwirken. »Die Mannschaft hat angeboten, auf Gehalt zu verzichten«, sagt Sportdirektor Max Eberl auf der vereinseigenen Internetseite. Dieses Angebot wird Borussia annehmen, um die laufenden Kosten einzudämmen.

»Ich bin sehr stolz auf die Jungs«, sagt Eberl. »Der Trainerstab hat sich dem angeschlossen, genau wie unsere Direktoren und Geschäftsführer.« »Wir erleben in der Fußball-Bundesliga und damit auch bei Borussia Mönchengladbach gerade die schwierigste Situation seit 1999«, verdeutlicht Geschäftsführer Stephan Schippers den Ernst der Lage. Ziel sei es für das Unternehmen Borussia Mönchengladbach, die Krise zu bewältigen, »ohne betriebsbedingte Kündigungen aussprechen zu müssen.«

Mittelfristig werden die Klubs jedoch nur überleben können, wenn der Spielbetrieb schnellstmöglich wieder aufgenommen wird. »Um größtmöglichen wirtschaftlichen Schaden zu vermeiden, gelten aktuell die Anstrengungen der Liga und aller Klubs dem Ziel, die laufende Saison zu Ende zu spielen, um uns TV-Einnahmen und Sponsorengelder zu sichern«, so Schippers. Das wird - wenn überhaupt - nur über ‘Geisterspiele’ zu realisieren sein. »Für die nächsten Wochen und Monate müssen wir einsehen, dass nur eine Fortsetzung der Bundesligaspiele - ohne Zuschauer – das wirtschaftliche Überleben vieler Vereine ermöglichen dürfte.«

Die Mannschaft geht derweil mit der Situation gefasst und professionell um. »Sie wissen, dass sie bei uns medizinisch sehr gut betreut werden«, sagt Max Eberl. »Für die Jungs ist es natürlich schwierig, nicht genau zu wissen, wann und wie es weitergeht. Darauf geht Marco Rose mit seinem Trainerteam auch ein, wir machen das Bestmögliche aus der Situation. Wenn wieder gespielt werden kann, wollen wir so fit und so gut vorbereitet sein, wie es die Situation zulässt.«

Wann das sein wird, ist im Moment noch völlig offen. »Wir appellieren an alle Fans, dass sie die aktuellen Maßnahmen der Bundes- bzw. Landesregierung ernst nehmen und ihren Beitrag dazu leisten, dass wir den Virus eindämmen und Menschen vor dem Erkranken schützen können«, so Stephan Schippers. »Dies ist nicht die Zeit für Parties und Vergnügen und leider auch nicht für Fußballspiele in Stadien mit vollen Zuschauerrängen. Dies ist eine Zeit, in der es auf unsere Gemeinschaft und auf die Solidarität der Menschen ankommt!«

Eine gewisse Solidarität ist auch hinsichtlich der Erstattung der für das Köln-Spiel verkauften Tickets gefordert. Dauerkarteninhaber werden bis zum Saisonende abwarten müssen, Käufer von Tageskarten können ab sofort eine Rückerstattung des Kaufpreises beantragen. Schippers: »Aber ich sage es ganz offen: Jeder Euro, den wir nicht zurückerstatten müssen, wird uns helfen. Wer verzichten möchte, dem sagen wir von Herzen Danke! Wer sich das nicht leisten kann oder möchte, dem werden wir sein Geld schnellstmöglich überweisen.«

Das komplette Interview mit Max Eberl und Stephan Schippers gibt es bei borussia.de

 


von Redaktion TORfabrik

 

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