Einwurf nach dem Spiel gegen Hertha

Jetzt bloß nicht die falschen Schlüsse ziehen!

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Ein wichtiger Sieg gegen Hertha und das Comeback von Lars Stindl (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Borussia Mönchengladbach hat einen wichtigen Schritt dahin gemacht, dass es auch im nächsten Jahr Erstligafußball im Borussia-Park zu sehen gibt. Doch das wird nur funktionieren, wenn aus dem Sieg über Hertha BSC nicht die falschen Schlüsse gezogen werden.

Ganz klar - an diesem Samstagabend im Borussia-Park zählte nur eins: der Heimsieg. Letztlich war es vollkommen egal, auf welche Art und Weise die Fohlen die drei Punkte einfahren - Hauptsache sie sichern sich diesen überlebenswichtigen Sieg gegen den unmittelbaren Konkurrenten. Das ist gelungen und deshalb dürfen alle einmal ganz tief durchatmen. Aber nur kurz, denn es war nur ein Schritt in Richtung Klassenerhalt.

Insoweit war es aber durchaus beruhigend, wie die Protagonisten die Situation unmittelbar nach dem Abpfiff bewertet haben. Da gab es nicht nur mehrfach den Begriff ‘Abstiegskampf’ zu hören, sondern wirklich jeder Gladbacher, der sich öffentlich äußerte, warnte davor, dass man längst noch nicht gerettet sei. Diese Denkweise ist enorm wichtig und eine endgültige Rettung wird nur gelingen, wenn man in den nächsten Wochen entsprechend fokussiert bleibt.

»Es sind nicht plötzlich alle Baustellen weg«

Es wäre fatal, wenn die Borussen aus dem Spiel gegen Berlin die falschen Schlüsse ziehen würden. Gewiss, der Sieg war in allen Belangen verdient und wurde - unter Berücksichtigung der Situation - sogar mit streckenweise ansehnlichen Fußball erspielt. Doch es gab auch Phasen, in welchen der Schuss nach hinten hätte losgehen können. Oder wie es Matthias Ginter sagte: »Es sind nicht plötzlich alle Baustellen weg«. Neben den drei Punkten war die wichtigste Erkenntnis, dass die Mannschaft sehr wohl in der Lage ist, über fast ein komplettes Spiel griffig und konzentriert in die Zweikämpfe zu gehen.

Die Abstände waren diesmal nicht so groß, es gab nahezu in jeder Situation Hilfestellungen untereinander und in der Defensive wurde konzentriert abgeräumt. Nach dem Seitenwechsel bis zum zweiten Tor wurde zwar deutlich, wie wackelig das Konstrukt ist und nach hinten raus war es schon etwas besorgniserregend, wie leer der Tank bei vielen Spielern war. Der Spielverlauf und letztlich auch die Verfassung der Berliner hatten gewiss ihren Anteil, dass an diesem Abend alles gut gegangen ist.

Die Hoffnung ist zurück, dass das Worst-Case-Szenario vermieden werden kann

Dass jetzt schon wieder einige Spieler in manchen Medien über Gebühr abgefeiert werden oder sogar eine Legende um ‘Hütter-Retter’ Christian Peintinger gestrickt wird, sollte ganz schnell als unvermeidlicher Unsinn beiseite geschoben werden. Man hat einen Schritt gemacht, der nach den schlimmen letzten Wochen die Hoffnung zurückbringt, dass das Worst-Case-Szenario vermieden werden kann. Das ist enorm wichtig, aber es wird nur dann etwas nutzen, wenn man jetzt konsequent dran bleibt. Am Freitag in Bochum wartet die nächste gewaltige Herausforderung.

 


von Marc Basten

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