Einwurf nach dem Spiel in Mainz

In dieser Phase sind die Punkte doppelt wichtig

von Einwurf nach dem Spiel in Mainz

Berechtigter Jubel über den Auswärtssieg und den Torschützen Breel Embolo (Foto: Christian Kaspar-Bartke / Bongarts / Getty Images)

Der Umbruch bei Borussia Mönchengladbach dauert erwartungsgemäß an. In Mainz war es erneut viel Stückwerk, doch es reichte zum Sieg. Das ist in dieser Phase doppelt wichtig, damit die Zweifel erstickt werden.

Das Resümee der Partie in Mainz ist schnell gezogen: Borussia hat sich über weite Strecken mit einem Gegner auf Augenhöhe einen Abnutzungskampf geliefert und nach hinten heraus die Partie durch einen Doppelschlag für sich entschieden, auch weil Mainz in der ›Crunch-Time‹ patzte. Der Sieg war nicht unverdient, aber keinesfalls so klar, wie es das Ergebnis suggerieren könnte.

Doch letztlich ist das Wie an diesem zweiten Spieltag zweitrangig. Viel wichtiger ist, dass die Mannschaft einen ›Trudel-Start‹ vermieden hat und mit vier Punkten aus zwei Partien im Soll ist. Zweifel am neuen Stil werden damit erstickt und Marco Rose gewinnt für sein Projekt etwas sehr wichtiges: Vertrauen. Zuvorderst bei seinen Spielern, die erkennen, dass die neuen Ansätze zum Erfolg führen können. Selbst in dieser Phase, wo es noch an allen Ecken und Enden hakt. Und natürlich beim Umfeld, das die neuen Ideen deutlich bereitwilliger mitträgt, wenn es Siege zu feiern gibt.

Sand in die Augen sollte man sich trotz des Auswärtssiegs allerdings nicht streuen lassen. Denn im Gesamtpaket waren die Borussen noch weit von dem entfernt, was man gemeinhin vom Rose-Fußball in Vollendung - immer in Bezug auf die Möglichkeiten in Mönchengladbach - erwarten kann. Die Grundtugenden wie Kampf und Leidenschaft waren, wie schon im Pokal in Sandhausen als auch gegen Schalke, vorhanden. Fußballerisch war es allerdings erneut arg dünn, was die Borussen auf den Rasen brachten.

Natürlich birgt das Vorhaben, möglichst schnell und vertikal zu spielen, viel mehr Risiko, als endloses Quergeschiebe in ungefährlichen Zonen. Doch die Anzahl der überhasteten und teilweise regelrecht kopflosen Aktionen, die zu Ball- und Kontrollverlusten führten, war deutlich zu hoch. Das galt für das Verhalten bei Ballbesitz, aber auch beim Anlaufen des Gegners. Mehrfach war es so, dass einzelne Spieler viel Aufwand betrieben, der letztlich nutzlos war, weil es nicht im Kollektiv durchgezogen wurde.

Am Ende des Tages reichten die individuelle Klasse sowie Mainzer Beihilfe zum richtigen Zeitpunkt für den Auswärtssieg. Das sollte Rückenwind und Ruhe geben, gleichzeitig aber nicht die Sinne vernebeln: Es gibt in allen Bereichen noch sehr viel zu tun.

 


von Marc Basten

 

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