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Gegneranalyse | Forechecking: Bayer 04 Leverkusen

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Der neu Mann an der Seitenlinie bei der Werksel: Gerardo Seoane (Foto: imago images)

Der zweite Spieltag der Bundesligasaison steht an. Für die Fohlenelf geht es beim ersten Auswärtsspiel zum Nachbarn nach Leverkusen. Nach einem Punktgewinn zum Start lauert die Werkself auf den ersten Sieg unter dem neuen Trainer.

Einige Parallelen gibt es zwischen Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach. Zum Auftakt in die neue Saison trennte man sich 1:1-Unentschieden. Während die Gladbacher den Meister am Rande einer Niederlage hatten, kämpfte Bayer an der Alten Försterei um die Punkte. Zudem hat man sowohl in Leverkusen als auch in Gladbach im Sommer einen Wechsel auf der Trainerbank vollzogen. Gerardo Seoane heißt der neue Mann an der Seitenlinie der Werkself. Der 42 Jahre alte Schweizer ist in seiner Heimat ein absoluter Erfolgstrainer und holte mit seinem Ex-Verein Young Boys Bern dreimal in Folge den Meistertitel sowie 2020 zusätzlich auch noch den Pokalsieg.

Definitiv keine Parallelen gibt es zwischen Werkself und Fohlen beim Thema Transfermöglichkeiten. Müssen teilweise auch große Leader der Branche wie Bayern in diesem Jahr kleinere Brötchen backen, so scheint man die Auswirkungen der Pandemie in Leverkusen kaum zu spüren. Zwar konnte man Transfereinnahmen verzeichnen (z.B. Leon Bailey, Wendell oder Tin Jedvaj), doch das Portemonnaie scheint auch so gut gefüllt zu sein. Mit Odilon Kossounou, Mitchel Bakker, Piero Hincapie und zuletzt Robert Andrich verpflichtete man Spieler, die alle zusammen die Einnahmen durch die Transfererlöse definitiv übersteigen. Auffällig ist, dass Bayer Leverkusen den Fokus bei Transfers erneut auf junge und entwicklungsfähige Spieler gelegt hat.

Suboptimale Vorbereitung

Wie bei vielen Mannschaften gestaltete sich auch die Vorbereitung in Leverkusen als äußerst kompliziert. Neben den Ansprüchen im Verein, den Sprung in die Champions League zu schaffen und der Tatsache, dass ein neuer Trainer im Sommer verpflichtet wurde, hatte auch Bayer die Herausforderung eine Vorbereitung zu absolvieren, bei der viele Spieler nicht zur Verfügung standen. Durch die Teilnahme mehrerer Spieler an der EM, Olympia und der Copa America wurden die Trainingswochen unter dem Bayer-Kreuz ähnlich kompliziert, wie ein paar Kilometer weiter in Mönchengladbach.

Trotz all der schwierigen Umstände möchte man in Leverkusen in dieser Saison wieder mehr Konstanz in die Leistung bringen. Zwar war der Beginn der letzten Saison gut, doch mit der Glückseligkeit zu Beginn des Jahres 2021 war es schnell dahin. Trainer Peter Bosz musste gehen, sein Nachfolger Hannes Wolf schaffte am Ende mit Hängen und Würgen das Minimalziel Platz sechs und sicherte damit die Teilnahme an der Europa League. Seoane und sein Team werden alles dafür tun, damit das Glücksgefühl in dieser Spielzeit länger anhalten wird.

Grundformation beibehalten

Auch wenn man unter Übergangstrainer Hannes Wolf zum Ende der Saison das Spielsystem etwas modifizierte, so hat Gerardo Seoane die Grundformation von Peter Bosz größtenteils übernommen. Auch unter dem neuen Trainer agiert Bayer aus einem 4-2-3-1 mit einer Doppelsechs heraus. Auch der Spielstil ähnelt dem der Vorjahre. Viel Aktivität kombiniert mit hohem Tempo und Läufen in die Tiefe sind auch in dieser Saison die Faktoren im Leverkusener Spiel. Auch bei seinem Ex-Verein stand Seoane für einen Fußball, wo seine Mannschaft den Ball haben, das Spiel machen und hoch verteidigen will.

Der Spielstil ähnelt dem der Fohlenelf - auch hier gibt es wieder Parallelen. Wie auch schon in der Vorsaison liegt die Schwachstelle bei Bayer in der Defensive und gerade im Umschaltspiel zwischen Offensive und Defensive. Die Werkself steht hoch, drückt die Gegner immer stark in deren eigene Hälfte und belagert den gegnerischen Strafraum bei eigenem Ballbesitz. Das führt aber immer wieder dazu, dass Lücken in der Rückwärtsbewegung entstehen, die zu einem schnellen Umschalten der Gegner einladen.

Wirtz als Joker?

Für Trainer Seoane stellen sich vor dem Spiel gegen die Fohlen einige Fragen beim Blick auf die Aufstellung. Gleichzeitig entspannt sich jedoch die Personallage und zuletzt verletzte Spiele kehren zurück. Definitiv nicht dabei sein werden die Langzeitverletzten Fosu-Mensah und Tapsoba. Hinter dem Einsatz von Lucas Alario und Florian Wirtz steht noch ein Fragezeichen, beide Offensivspieler konnten unter der Woche mittrainieren, ob es jedoch für einen Startelfeinsatz reichen wird, bleibt fraglich. Auch Rechtsverteidiger Jeremie Frimpong gilts als Wackelkandidat und musste in den zurückliegenden Tagen kürzer treten. Die rechte Defensivseite gilt bei Bayer dazu auch noch als die Seite, wo es wenig Alternativen gibt. Mit Mitchell Weise steht ein erfahrener Spieler als Ersatz bereit, doch möchte man den Außenbahnspieler gerne noch verkaufen.

Offensiv stehen Bayer einige Möglichkeiten zur Verfügung. Zu erwarten ist, dass Patrick Schick nach seinem starken Auftritt bei der EM wieder den Vorzug vor Alario erhalten sollte, auch weil dieser nach Verletzung noch nicht bei hundert Prozent ist. Da Amiri, Demirbay und Diaby dahinter gesetzt sind, könnte Florian Wirtz als Joker im Laufe des Spiels fungieren.

Voraussichtliche Aufstellung Bayer Leverkusen:

Hradecky - Frimpong, Kossounou, Tah, Bakker – Palacios, Aranguiz –Amiri, Demirbay, Diaby - Schick

 


von Niklas Kirchhofer

 

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