Der Kunstschuss von Florian Neuhaus

»Man braucht Mut, wenn man so einen Schuss probiert«

von Der Kunstschuss von Florian Neuhaus
Florian Neuhaus - Borussia Mönchengladbach

Florian Neuhaus - die Freude muss raus (Foto: TORfabrik.de)

Ein Traumtor aus fast 40 Metern erzielt man nicht jeden Tag. Florian Neuhaus gelang dieses Kunststück jedoch und er sorgte damit für den 3:1 Endstand zwischen Borussia Mönchengladbach und Mainz 05. Nach der Partie freute er sich über seinen Treffer, zeigte sich aber auch enttäuscht, nicht in der Startelf gestanden zu haben.

Noch bis zur 88. Minuten musste man im Borussia-Park zittern. Nicht nur wegen der winterlichen Temperaturen, sondern vor allem, weil die 2:1-Führung der Borussia noch nicht in trockenen Tüchern war. Zwei Glanzparaden von Yann Sommer war es zu verdanken, dass man den Ausgleich nicht kassiert hatte, gleichzeitig konnte man die eigenen Torchancen nicht nutzen.

»Habe mir gedacht, dass der Torwart nicht so schnell wieder auf der Linie stehen kann«

Als Mainz-Keeper Zentner dann aus dem 16er herauskam und den Ball direkt auf Florian Neuhaus köpfte, sah dieser seine Chance gekommen. »Ich habe mir gedacht, dass der Torwart nicht so schnell wieder auf der Linie stehen kann«,, so Neuhaus. Der 22-Jährige macht noch eine Bewegung am Gegenspieler vorbei, Zentner steht schon fast wieder in Position. Doch der Schuss von Neuhaus, aus fast 40 Metern, senkt sich noch einmal gefährlich ab und Zentner kommt nicht mehr ran. »Man braucht Mut, wenn man so einen Schuss dann probiert«,, freute sich Neuhaus über seinen Treffer, der gleichzeitig den Deckel auf den Heimsieg der Borussia machte.

Kollektives Aufatmen nach dem Kunstschuss von Neuhaus

In der Situation hielt man im Borussia-Park kollektiv die Luft an, denn fast wäre der Schuss zu spät gekommen. »Der Ball landet gut auf meinem linken Fuß, ich will mich dann drehen und spiele den Ball mit rechts.« Währenddessen hat Zentner jedoch Zeit, wieder auf die Linie zu sprinten. »Im ersten Moment dachte ich, dass der Torwart noch drankommen würde. Aber ich bin froh, dass er sich dann hinten reingesenkt hat.« Und so konnte nicht nur die Mannschaft, sondern das gesamte Stadion aufatmen.

»Ich bin davon ausgegangen, dass ich von Anfang an spiele«

Dass die Borussia die Partie gewinnen würde, war keinesfalls klar und deutlich. Gerade nach dem frühen 0:1-Rückstand. »Das war nicht einfach für uns«, so Neuhaus. »Aber wir haben uns dann ins Spiel reingearbeitet und gute spielerische Lösungen gefunden. In der zweiten Halbzeit wollten wir dann unbedingt den Heimsieg holen und ich bin sehr happy, dass das geklappt hat.« Mit dem Sieg im Rücken geht es nächste Woche zu Tabellenführer Leipzig. »Jetzt wollen wir eine gute Trainingswoche haben und dann natürlich auch in Leipzig punkten«, so Neuhaus, der gegen Mainz nur etwas mehr als eine Viertelstunde auf dem Platz stand. Nach dem Spiel zeigte er sich überrascht über die kurze Einsatzzeit. »Ehrlich gesagt bin ich davon ausgegangen, dass ich von Anfang an spiele.«

»Ich denke, dass ich meine kurze Einsatzzeit heute genutzt habe«

»In der Trainingswoche hat sich das so angedeutet, dass ich spiele. Der Trainer hat dann anders entschieden. Er hat vor dem Spiel kurz mit mir geredet. Das akzeptiere ich natürlich. Mit Chris Kramer wollte er sicherlich einen defensiveren Sechser auf dem Platz haben, was völlig verständlich ist. Aber ich denke, dass ich meine kurze Einsatzzeit heute genutzt habe.« Ob Florian Neuhaus gegen Leipzig von Anfang an ran darf, bleibt abzuwarten. Es gibt jedoch kaum eine bessere Werbung für sich selbst, als ein Traumtor aus fast 40 Metern zu erzielen.

 


von Nadine Basten

 

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