Einwurf nach dem Spiel gegen den SC Freiburg

Biss und Standfestigkeit des Spitzenreiters

von Einwurf nach dem Spiel gegen den SC Freiburg

Auch beherzte Grätschen wie die von Tony Jantschke gehören zu Borussias Spiel. (Foto:TORfabrik.de)

Borussia Mönchengladbach bleibt mit dem 4:2 über den SC Freiburg Tabellenführer. Noch wichtiger ist jedoch die Erkenntnis, dass die Borussen sich weiterentwickeln.

Marco Rose hat sich am Sonntag im Borussia-Park über alle Treffer seiner Mannschaft gefreut. Doch das Tor zum 4:2 durch Breel Embolo dürfte dem Gladbacher Trainer ganz besonders gefallen haben. Es entsprang schließlich einer Situation, die als Beispiel für Pressing in jedem Lehrfilm ihren Platz finden könnte. Kramer, Embolo und Neuhaus setzten den Freiburger Koch so unter Druck, dass dieser den Ball verlor. Neuhaus spielte alsdann einen gescheiten Pass auf den blitzschnell gestarteten Embolo, der wiederum den Ball vor dem aus seinem Kasten herausstürzenden Torwart ins Eck beförderte.

Das Tor kann auch als Musterbeispiel dienen, wie sich die Borussen weiterentwickeln. Das Pressing funktioniert immer besser, auch wenn der SC Freiburg in einigen Situationen sehr anschaulich zeigte, wie man sich daraus spielerisch befreien kann. Perfekt ist das Gladbacher Pressing längst noch nicht, doch man ist auf dem richtigen Weg. Das kann man auch vom Fußball der Fohlen allgemein sagen. In der Vorsaison stand man punktemäßig ähnlich gut da, doch just zu diesem Zeitpunkt begannen die Gegner, die Borussen zu entschlüsseln. Das sollte diesmal nicht so einfach sein, denn der Fußball ist flexibler geworden.

Der Erfolg ist nicht mehr nur von der Verfassung von zwei oder drei Schlüsselspielern abhängig. Gegen Freiburg fehlte Nationalspieler Ginter, dazu saßen mit Wendt, Hofmann, Plea, Stindl, Raffael, Kramer und Strobl potenzielle Stammspieler auf der Bank. Dennoch agierte die Startelf wie aus einem Guss. Es war sehr unterhaltsam und schön anzusehen, mit welcher Zielstrebigkeit die Borussen ihre Angriffe vortrugen. Hinzu kommt die taktische Vielseitigkeit, mit der Marco Rose auf unterschiedliche Herausforderungen reagieren kann. Klar erkennbare Systemveränderungen (Donnerstag Dreierkette, Sonntag Viererkette), aber auch immer wieder kleinere Anpassungen - auch innerhalb eines Spiels – stellen den Gegner vor Probleme. Und dass die Spieler die Ideen so umsetzen, spricht ebenfalls für sich.

Eine Woche vor dem Spiel gegen die Bayern haben die Borussen als Spitzenreiter Biss und Standfestigkeit bewiesen. Deshalb kann man sich vorbehaltlos auf dieses Duell freuen. Nicht nur, weil man die Münchener mit einem Sieg auf sieben Punkte distanzieren könnte.

 


von Marc Basten

 

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