Einwurf nach dem Spiel bei Bayer Leverkusen

An die Schmerzgrenze und darüber hinaus

von Einwurf nach dem Spiel bei Bayer Leverkusen

Die Borussen feierten berechtigterweise ausgelassen mit den Fans in Leverkusen (Foto: TORfabrik.de)

Borussia Mönchengladbach erkämpft sich den Auswärtssieg in Leverkusen, der angesichts der Chancenverteilung sicherlich glücklich war, aber aufgrund der Energieleistung der Fohlen letztlich auch nicht unverdient.

Kurz vor dem Ende kniete Christoph Kramer auf dem Rasen und machte eigenartig anmutende gymnastische Übungen. Irgendwie wollte er den Schmerz aus dem Körper bekommen und als er dann loslief, sah es aus wie bei Giovanne Elber in ‚besten‘ Gladbacher Zeiten – ziemlich unrund. Doch damit war Kramer nicht alleine. Alle Borussen schleppten sich auf der letzten Rille über den Rasen der BayArena, mehrere wurden von Krämpfen geplagt. Doch sie stemmten sich mit allem, was sie hatten gegen den Ausgleich und retteten schließlich den knappen Vorsprung über die Zeit.

Dass nach der Pause fußballerisch nicht mehr viel ging und man ziemlich weit weg vom ‚aktiven Rose-Fußball‘ war, ist mehr als nur verständlich. Der Tank war leer, was beim vierten Spiel im Dreitage-Rhythmus und angesichts der dünnen Personaldecke nicht verwunderte. Dass die Spieler kollektiv an die Schmerzgrenze und auch darüber hinaus gegangen sind, ist bemerkenswert. Die Laufleistung betrug erneut über 120 Kilometer, was als weiterer Beleg für die Energieleistung heralten kann, welche die Borussen zeigten.

Es ist erfreulich festzustellen, dass die Mannschaft trotz der extremen Belastung, den vielen personellen Problemen und bitteren Niederlagen wie am Mittwoch in Dortmund in der Spur bleibt und scheinbar unbeirrt den Weg fortsetzt. Natürlich helfen die Ergebnisse dabei, den Fokus zu bewahren. Die Erkenntnis, dass die Art und Weise funktioniert, wie unter Marco Rose Fußball gespielt werden soll, wird mit jedem guten Resultat gefestigt.

Dass man nun die Tabellenführung behauptet und sogar ausgebaut hat, ist ein schöner Nebeneffekt. Mit dem Umstand, dass mit jedem Sieg die Schar derer größer wird, die Gladbach zum Meisterkandidaten reden oder schreiben wollen, müssen die Borussen umgehen können. Marco Rose und seine Mannen machen nicht den Eindruck, als ob sie irgendwelche Luftschlösser bauen würden und sich überschätzen.

Von daher gilt es, die 22 Punkte zu verbuchen und aus Leverkusen die Erkenntnis mitzunehmen, dass man auch Kampfspiele für sich entscheiden kann. Ansonsten heißt es, schnell zu regenerieren und die Konzentration auf Rom zu richten. Da muss die Mannschaft wieder alles raushauen und wahrscheinlich wieder an die Schmerzgrenze gehen.

 


von Marc Basten

 

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