Einwurf nach dem Spiel gegen Hertha BSC

Bei Borussia muss man den Ball schön flach halten

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Fokus bewahren und dranbleiben - Ramy Bensebaini (Foto: Norbert Jansen - Fohlenfoto)

Der Saisonstart von Borussia Mönchengladbach ist mit sieben Punkten aus drei Spielen gelungen und am nächsten Wochenende steht bei Bayern München ein echtes Topspiel auf dem Programm. Das ist eine schöne Situation - wenn man die richtigen Schlüsse daraus zieht.

Es gab gewiss schon Spielzeiten, in denen das Auftaktprogramm für Borussia Mönchengladbach komplizierter war als in diesem Jahr. Vergangene Saison startete der neue Trainer Adi Hütter gegen die Bayern und dann folgte ein Auswärtsdoppelpack in Leverkusen und bei Union Berlin. Nach drei Spieltagen hatte Borussia einen Zähler auf dem Konto und der Fehlstart war perfekt.

In diesem Jahr spielte Borussia zum Auftakt gegen Hoffenheim 70 Minuten in Überzahl, auswärts ging es zum Aufsteiger aus Schalke und am Freitag war mit Hertha BSC der Klub zu Gast im Borussia-Park, der sich erst spät in der Relegation gerettet hat. Bei allem Respekt - gegen diese Gegner ist die aktuelle Punktausbeute zwar alles andere als selbstverständlich, aber eben auch keine Sensation.

Borussia ist meilenweit davon entfernt, eine Spitzenmannschaft zu sein

Wichtig ist, und das hat Daniel Farke auch betont, dass Borussia in einer insgesamt nicht einfachen Gemengelage schon mal sieben Punkte verbuchen konnte. Punkte, die »uns niemand mehr nehmen kann«, so Farke und die zweifelsfrei gut fürs Selbstvertrauen sind. Wohl wissend, dass die richtig großen Herausforderungen noch kommen werden und dass die Mannschaft sich weiter stabilisieren und steigern muss, um in der Spur zu bleiben.

Gegen Hertha BSC gab es neben den drei Punkten einige gute Ansätze, aber auch einige Anhaltspunkte für Kritik. Die muss man vielleicht nicht gerade während des laufenden Spiels im Stadion in Form von Raunen und Pfiffen üben, nur weil die eigene Mannschaft etwas behäbig aufbaut und den einen oder anderen Rückpass zu viel spielt. Aber grundsätzlich muss man schon warnend den Zeigefinger heben um allen noch mal klarzumachen, dass Borussia meilenweit davon entfernt ist, eine Spitzenmannschaft zu sein.

Farke muss dafür sorgen, dass seine Spieler nicht den Fokus verlieren.

Am Freitag hätte das Spiel auch ganz anders ausgehen können - allein wenn Lukebakio im Abschluss ein wenig konzentrierter gewesen wäre. Angesichts der Qualität der kommenden Gegner darf man sich ziemlich sicher sein, dass diese derartige Chancen nicht so leichtfertig versieben wie der Herthaner. Das Spiel am nächsten Samstag bei den Bayern wird da ganz gewiss eine ganz andere Hausnummer werden.

Im Vorlauf zu diesem Spiel werden sich die Medien überschlagen. Die Sache mit dem Angstgegner, der aktuell gute Tabellenplatz der Borussia und das krampfhafte Bemühen, irgendwo den Hauch von Spannung zu erzeugen, wenn es um die Bayern und ihre nationalen Aufgaben geht, werden in den nächsten Tagen über alle Kanäle auf einen einprasseln. Hier wird es für Daniel Farke ganz besonders wichtig sein, neben einem guten Matchplan auch dafür zu sorgen, dass seine Spieler nicht den Fokus verlieren.

Wohin die Entwicklung geht und wie nachhaltig sie sein wird, bleibt abzuwarten

Gegen die Hertha gab es bei eigenem Ballbesitz in einigen Situationen wieder die ungesunde Tendenz, sich ein wenig zu sehr auf die vermeintliche spielerische Eleganz zu verlassen. Mit solch einer Herangehensweise wird man sich gegen Bayern garantiert eine blutige Nase holen. Von daher wird auch spannend zu beobachten sein, wie Daniel Farke seine Mannschaft anpacken und auf diese Aufgabe vorbereiten wird.

Insgesamt tun alle in und um Mönchengladbach gut daran, den Ball möglichst flach zu halten. Noch immer sind wichtige Punkte bei der Kaderplanung offen und weiterhin befindet sich die Mannschaft unter dem neuen Trainer in einer Findungsphase. Es gibt vielversprechende und positive Ansätze, doch wohin sich das entwickeln und wie nachhaltig es sein wird, bleibt abzuwarten.

 


von Marc Basten

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