Einwurf nach der Trennung von Adi Hütter

Borussia und Hütter haben das Gesicht gewahrt

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Keine weitere Zusammenarbeit - Roland Virkus und Adi Hütter (Fotos: Norbert Jansen - Fohlenfoto)

Die unumgängliche Trennung von Borussia Mönchengladbach und Adi Hütter erfolgte wenig überraschend, aber auf eine sehr vernünftige Art und Weise. Borussia und Hütter haben das Gesicht gewahrt.

Am Ende ging es dann doch ganz schnell. Adi Hütter gab die Trennung von Borussia am TV-Mikro bekannt und erklärte sich anschließend auch noch in der Pressekonferenz. Borussia veröffentlichte zeitgleich ein vorbereitetes Statement.

Beide Seiten betonten ausdrücklich, dass ein ausnahmslos sachlicher und fairer Dialog stattgefunden habe, der letztlich zur Erkenntnis geführt hat, dass die Basis für eine gemeinsame Zukunft nicht gegeben ist. So wurde eine saubere Trennung vereinbart und ohne eine unnötige öffentliche Schlammschlacht entsprechend vollzogen.

Hütter fand nicht das richtige Packende, um alle mitzunehmen

Dass es mit Hütter und Borussia nicht gepasst hat, ist in dem einen Jahr mehr als deutlich geworden. Die Gründe sind vielfältig und wurden auch an dieser Stelle bereits zigfach erörtert. Dass die Rahmenbedingungen so völlig anders waren, als Hütter es erwartet hatte, kann man dem Österreicher schwerlich anlasten.

Er hat dies stets loyal mitgetragen - zumindest nach außen hin. Doch in der Zusammenarbeit mit der Mannschaft fiel es Hütter schwer, sich auf die veränderte Situation einzulassen. Er blieb professionell und machte seine Arbeit, aber er fand nicht das richtige Packende, um mit dieser Mannschaft eine Idee zu entwickeln und alle mitzunehmen.

Ein finanzieller Schaden von erheblicher Tragweite

Nach hinten raus hat es im Zusammenwirken mit den individuellen Qualitäten einzelner Spieler gereicht, den Super-Gau zu verhindern. Zu mehr aber auch nicht. Vor allem nicht zu der Erkenntnis, dass Adi Hütter der Trainer ist, der den unvermeidlichen Umbruch im Sommer erfolgreich gestalten könnte.

Daher ist die Trennung folgerichtig und wie sie letztlich vollzogen wurde, lässt beide Seiten das Gesicht wahren. Dennoch wird das teure Missverständnis die Borussia noch lange begleiten. Denn auch wenn Hütter der Borussia entgegenkommen ist, wie Roland Virkus bestätigte, bleibt unter dem Strich ein finanzieller Schaden von erheblicher Tragweite.

Sich von Hütter zu trennen, war die erste echte Amtshandlung von Virkus

Der Neustart ist teuer erkauft und lässt den ohnehin begrenzten monetären Spielraum für Roland Virkus nicht größer werden. Der neue Sportdirektor steht ab jetzt in der vollen Verantwortung - sich von Hütter zu trennen war seine erste echte Amtshandlung. Man darf gespannt sein, welche Ideen Virkus letztlich umsetzen kann.

Adi Hütter verlässt derweil erhobenen Hauptes den Borussia-Park. Er hat sich objektiv nichts zuschulden kommen lassen und geht, ohne schmutzige Wäsche zu waschen oder sonstwie nachzukarten. Das ehrt ihn, weil es anständig ist. Allerdings weiß auch Hütter genau, dass etwas anderes seinem Ruf nur geschadet hätte.

Stets professionell und loyal

Nach dem von vielen Misstönen begleiteten Abgang in Frankfurt vor einem Jahr war es in Hütters ureigensten Interesse, einen ‘Rosenkrieg’ in Gladbach zu vermeiden. Finanziell wird er trotz des wie auch immer gearteten Entgegenkommens gewiss weich fallen und mit der Empfehlung aus Mönchengladbach, stets professionell und loyal gewesen zu sein, dürfte er alsbald wieder bei einem ambitionierten Klub auf der Trainerbank sitzen. Und bei Borussia sollte man zumindest um die Erfahrung reicher sein, dass es eine ganz schlechte Idee ist, absurd hohe Ablösesummen für einen Trainer zu investieren.

 


von Marc Basten

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