Einwurf nach dem Spiel in Leverkusen

Borussia lässt in Leverkusen zu viel liegen

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Hannes Wolf kann es nicht fassen, dass er die Großchance vergeben hat (Foto: imago images / Team2sportphoto)

Der Sieg von Bayer Leverkusen über Borussia Mönchengladbach geht unter dem Strich in Ordnung. Dennoch müssen sich die Gladbacher richtig ärgern, weil sie in der BayArena viel zu viel liegen ließen.

Der neutrale Zuschauer wird sich an dem Spektakel erfreut haben, das Leverkusen und Mönchengladbach da am frühen Sonntagabend boten. Sieben Tore, es ging hin und her und in der Nachspielzeit gab es sogar noch ein Jahrhunderttor zu bestaunen. Manch ein Journalistenkollege dürfte schon die Floskel formuliert haben, dass es eben solche Spiele sind, weswegen die Leute ins Stadion gehen - nur um diesen Satz beim Blick ins leere Rund der Arena achselzuckend wieder zu streichen.

Und bei aller Verzückung über den wilden Ritt in Leverkusen gibt es bei genauerem Hinsehen noch weitere ›Streichpunkte‹. Aus Gladbacher Sicht war es jedenfalls alles andere als eine gute Partie, auch wenn man sich aufgrund eines nahezu perfekten Spielverlaufs lange in der Pole-Position befand. Leverkusen war fast über die gesamte Dauer das klarer strukturierte Team, während den Borussen in vielen Bereichen der letzte Kick fehlte.

Es sah besser aus für Borussia, als es das Spiel hergab

Das kann vorkommen, vor allem nach den aufreibenden letzten Wochen und wenn es gegen einen Gegner geht, der einiges an fußballerischer Qualität, aber vor allem extremes Tempo auf den Platz bringt. Die Borussen sind viel gelaufen, haben gefightet und nicht aufgesteckt - und doch fehlte etwas. Dabei war das Drehbuch eigentlich maßgeschneidert für die Gäste. Die Führung aus dem Nichts und dann die schnelle Antwort auf den zwischenzeitlichen Ausgleich - inklusive zweier positiver VAR-Entscheidungen - das sah deutlich besser aus, als es das Spiel hergab.

Besonders ärgerlich, dass die ersten richtigen Dämpfer ausgerechnet in der Phase folgten, als die Borussen drauf und dran waren, sich die Führung zu verdienen. Vorne wurde das mögliche 3:1 verpasst (Bensebaini traf die Latte) und hinten Alario das 2:2 geschenkt (Sommer). Nach dem Seitenwechsel schafften es die Borussen zwar, etwas Hektik aus dem Geschehen zu nehmen, doch das eigene Offensivspiel gestaltete sich eigenartig hölzern.

Wolfs Fehlschuss und Leverkusens direkter Konter waren vorentscheidend

Diese Kritik wäre wohl unter den Tisch gefallen und man hätte die Borussen für ihren Killerinstinkt gefeiert, wenn mit dem ersten klaren Angriff nach der Pause der erneute Führungstreffer gelungen wäre. Doch Wolf jagte den Ball aus fünf Metern freistehend in die Wolken. Fast im Gegenzug fing man sich den Konter zum 2:3, der die Weichen auf Heimsieg für Leverkusen stellte. Das 4:2 war dann mehr als die Vorentscheidung, auch wenn die Borussen danach nochmal aufkamen und zumindest ansatzweise gefährlich wurden - diese Entschlossenheit wäre nicht erst in der Schlussphase wünschenswert gewesen.

So gab es nach hinten heraus zwar noch das Traumtor von Lazaro, was aber nichts an der zweiten Saisonniederlage änderte. Ein Punktgewinn oder sogar der Auswärtssieg lagen durchaus im Bereich des Möglichen, doch letztlich haben die Borussen zu viel liegen gelassen und Leverkusen vier teilweise einfache Tore gestattet. Das ist in Summe kein Beinbruch, aber dennoch ein gewisser Dämpfer zum Ende des ersten Blocks der englischen Wochen.

 


von Marc Basten

 

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