Einwurf nach dem Spiel gegen Werder Bremen

Ein wichtiger Sieg in einer komplizierten Phase

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Borussia Mönchengladbach hat das erwartet schwere Spiel gegen Werder Bremen knapp und etwas glücklich mit 1:0 gewonnen. Die Hinrunde wurde damit ›im grünen Bereich‹ abgeschlossen. Doch das Gebilde ist noch sehr wackelig.

Das Spiel gegen Werder Bremen verlief so, wie man es erwarten konnte. Eine zunächst extrem defensiv agierende Gästemannschaft, die den Borussen erfolgreich den Weg in den Strafraum verstellte. Die Gladbacher gingen die Suche nach der Lücke im Bremer Beton ballsicher und routiniert an, ohne dabei jedoch gefährlich zu werden. Überraschende Spielzüge gab es keine und sämtliche Versuche, mit Einzelaktionen etwas zu reißen, verpufften teilweise schon kläglich.

Nach zwanzig Minuten orientierte sich Werder dann auch mal nach vorne und war dabei in Summe gefährlicher, als die Borussen zuvor. Die wiederum - und spätestens da muss die Kritik ansetzen - taten sich gegen den nun etwas forscheren Gegner noch schwerer - obwohl nun Räume für ein Kombinationsspiel vorhanden waren. Die Variante, dass Hofmann und Herrmann mal die Seiten tauschten, stellte Bremen vor keine große Herausforderung.

Stindls Einwechslung sorgt für einen Ruck

Werder sorgte mit einem sperrigen und unangenehmen Fußball dafür, dass aufkommende Spielfreude bei den Borussen im Keim erstickt wurde. So war das Geschehen zeitweise sehr zäh. Das änderte sich nach einer Stunde, als Lars Stindl auf den Platz kam. Mit drei Fouls innerhalb weniger Minuten setzte der Kapitän ein Zeichen - plötzlich ging ein Ruck durch die gesamte Mannschaft. Der Führungstreffer, der nochmal verdeutlichte, welch grandiose Standards László Bénes treten kann, sorgte für weiteren Rückenwind.

Eine Zeitlang hatte man den Eindruck, als ob die Borussen diesmal unbedingt den zweiten Treffer nachlegen wollten, um einer neuerlichen Zitterpartie zu entgehen. Doch es fehlte die Durchschlagskraft, woran auch diverse Positionsverschiebungen nichts änderten. Bremen wechselte nach hinten raus sehr offensiv, was Rose und sein Trainerteam dazu veranlasste, ab der 85. Minute auf eine 3er- bzw. 5er-Kette zu setzen.

Das Spiel kann unter der Rubrik ›Arbeitssieg‹ abgelegt werden

Nur mit einer Menge Glück konnte der schon obligatorische Ausgleichstreffer in den Schlussminuten vermieden werden. Warum nahezu jeder hohe Ball an und in den Gladbacher Strafraum zu panikartigen Reaktionen führte, war nicht zu erklären - ist aber auch kein neues Phänomen. Diesmal ging es gut und die Borussen retteten den knappen Vorsprung über die Zeit.

Das Spiel kann unter der Rubrik ›Arbeitssieg‹ abgelegt werden. Die drei Punkte zum Abschluss der Hinrunde waren mit Blick auf die internationalen Plätze - Rang 4 ist weiter in realistischer Reichweite - sehr wichtig. Zudem sollten sie nach dem Nackenschlag in Stuttgart und der unsäglichen Geschichte um und mit Breel Embolo dazu führen, dass sich Borussia insgesamt stabilisiert. Dass es - auf nahezu allen Ebenen - viel aufzuarbeiten gibt, ist klar. Doch höchste Priorität hat jetzt das Dortmundspiel am Freitagabend. Angesichts der eigenen Ambitionen in der Rückrunde wird das Duell gegen den aktuell schwächelnden Angstgegner der letzten Jahre zu einem Schlüsselspiel.

 


von Marc Basten

 

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