Einwurf nach dem Spiel gegen Hertha BSC

Müde Borussen treten auf der Stelle

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Mehr als ein Tor konnte die Borussen gegen Hertha nicht bejubeln (Foto: Leon Kuegeler / Pool / AFP / Getty Images)

Borussia Mönchengladbach kommt in der Bundesliga nicht voran. Das Remis gegen Hertha BSC war bereits das vierte 1:1 im Borussia-Park in dieser Saison. Das ist zu wenig, aber es gibt Gründe dafür.

Marco Rose hatte vor dem Spiel gegen Hertha BSC eine Besinnung auf die ›Basics‹ gefordert. Es ging um gemeinsames Verteidigen, Anlaufen und eine gewisse Galligkeit, die in den letzten Partien etwas abhandengekommen war. Nach dem Spiel kann man attestieren, dass die Mannschaft die Forderung des Trainers umgesetzt hat. Sie hat gegen Hertha alles reingeworfen, einen unglücklichen Rückstand egalisiert und hatte nach hinten raus einen Sieg sicher eher verdient als die Gäste.

Nimmt man noch den Umstand hinzu, dass der irrwitzige Spielplan mit den unendlich anmutenden englischen Wochen eine Art ›Totalrotation‹ unumgänglich macht, muss man schlichtweg Abstriche beim Leistungsniveau in Kauf nehmen. Ein Oscar Wendt läuft gezwungenermaßen auf dem Zahnfleisch, Nico Elvedi taumelte in der Schlussphase richtiggehend über den Platz und auch ein laufstarker Spieler wie Florian Neuhaus war am Ende im Gesicht weiß wie eine Wand und schlicht und einfach fertig. Selbst der unverwüstliche Stefan Lainer kommt in diesen Tagen ans Belastungslimit.

Möglichst ohne großen Schaden durch die letzten Spiele

Unter den gegebenen Umständen ist es für Marco Rose und sein Trainerteam ein echter Balanceakt, eine konkurrenzfähige Mannschaft auf den Platz zu bringen - immer mit dem Wissen vor Augen, dass man in drei Tagen wieder ran muss und dass man niemanden in eine Verletzung laufen lassen darf. Das ist bislang mehr als ordentlich gelungen, inkludiert aber eben auch solche zähen Partien wie gegen Hertha. Eine frische Borussia wäre in der ersten Halbzeit ganz anders aufgetreten, das ist sicher.

Mit diesen Problemen schlagen sich alle Mannschaften herum, die international im Einsatz sind. Selbst Bayern und Dortmund, deren Kader eigentlich die nötige Tiefe und Qualität haben müssten, hängen richtig durch. Da darf man sich in Gladbach eigentlich nicht groß wundern, dass es kein Feuerwerk gibt, wenn man - bei allem Respekt - Spieler wie Traoré aus der dritten Reihe bringen muss. Daher geht es im Moment nur darum, ohne großen Schaden durch die letzten Spiele zu kommen und den Abstand nach oben nicht zu groß werden zu lassen. Um dann im neuen Jahr - zwar ohne Winterpause, aber mit einem dann etwas entzerrten Terminplan - auch wieder die unabdingliche Frische auf den Platz zu bringen.

 


von Marc Basten

 

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