Einwurf nach dem Spiel in Paderborn

Borussia hat die Königsklasse in der eigenen Hand

von Einwurf nach dem Spiel in Paderborn

Dieses Team ist auf dem Weg in die Champions League (Foto: Poolfotos / Dirk Paeffgen)

Der 33. Spieltag verlief wie gemalt für Borussia Mönchengladbach. Der eigene Sieg in Paderborn, die gleichzeitige Niederlage von Leverkusen in Berlin. Borussia hat die Champions League nun wieder in der eigenen Hand.

Einen kurzen Moment sah es am Samstagnachmittag so aus, als ob sich die Prophezeiung aus dem Vorbericht (›Stolperfalle Paderborn?‹) erfüllen würde. Bayer Leverkusen lag in Berlin zurück, Borussia führte in Paderborn, ließ aber hochkarätige Chancen liegen. Und plötzlich zischte der Schuss von Sven Michel an Yann Sommer vorbei zum Paderborner Ausgleich ins Gladbacher Tor.

Die Konkurrenz patzt, aber ›typisch Borussia‹ vergeigt es? Ehe sich dieser Gedanke verfestigen konnte, trat Uwe Hünemeier Lars Stindl im Strafraum um. Borussias Kapitän übernahm die Verantwortung, ignorierte die längst überholte Fußballweisheit, dass der Gefoulte den Elfmeter nicht schießen soll, und verwandelte trocken zur erneuten Führung.

Noch ist es verfrüht, die Sektkorken knallen zu lassen

Diese postwendende Antwort auf den Paderborner Ausgleich war die Schlüsselszene des Nachmittags. Wer weiß was passiert wäre, wenn die Borussen dem zweiten Tor länger hätten hinterlaufen müssen. Angesichts der insgesamt hohen Belastung zuletzt, des ausgedünnten Kaders und der wenigen frischen Offensivalternativen auf der Bank hätte das durchaus kompliziert werden und vielleicht sogar komplett in die Hose gehen können. So aber konnten die Borussen es dabei belassen, beim Stand von 2:1 die Aufmerksamkeit hochzuhalten und die Qualität auszuspielen, irgendwann den entscheidenden dritten Treffer nachzulegen.

Das war nach 73 Minuten der Fall und damit war diese alles andere als einfache Pflichtaufgabe gelöst. Und da Leverkusen in Berlin tatsächlich Federn ließ, ist die Ausgangsposition vor dem letzten Spieltag plötzlich wie gemalt. Borussia hat es in der eigenen Hand, schon ein Remis gegen Berlin könnte reichen. Aber noch ist es verfrüht, die Sektkorken knallen zu lassen. Nur mit einer extrem konzentrierten Leistung ist es möglich, dass auch am nächsten Samstag niemand von ›typisch Borussia‹ sprechen muss.

 


von Marc Basten

 

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