Einwurf nach dem Derby in Köln

Derbysieg: Richtig wichtig und noch Luft nach oben

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Derbysieger - Stefan Lainer und Jonas Hofmann zeigen leichte Anzeichen von Freude (Foto: TORfabrik.de)

Borussia Mönchengladbach gewinnt das rheinische Derby in Köln souverän mit 3:1. Der Prestigeerfolg war hochverdient, aber es gibt weiterhin deutlich Luft nach oben. Für eine echte Standortbestimmung war der Gegner zu schwach.

Im Vorfeld des Derbys hatten sowohl Marco Rose als auch Max Eberl deutlich gemacht, dass es in Müngersdorf in allererster Linie darum geht, »ein Ergebnis zu ziehen«. Nach dem Stotterstart an den ersten beiden Spieltagen stand es über allem, endlich richtig in der Saison anzukommen - die B-Note war dabei nur zweitrangig.

Insoweit kann man nach den 90 Minuten in Köln sagen, dass die Mannschaft die Vorgaben nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen hat. Es war weitaus mehr als nur ein dreckiger Arbeitssieg, sondern streckenweise eine richtige Machtdemonstration. Der Sieg war hochverdient, nie gefährdet und Borussia war in allen Belangen besser als der rheinische Rivale.

Die Kölner versteckten sich wie das Kaninchen vor der Schlange

Freuen dürfen sich alle Borussen über diesen Prestigerfolg, zu hoch hängen darf man den Sieg allerdings auch nicht. Vor allem, weil der Gegner für eine echte Standortbestimmung einfach zu schwach war. Die Herangehensweise der Kölner war unglaublich passiv und ohne jegliche Gegenwehr. Selbst Oberneuland im Pokal störte das Kombinationsspiel der Gladbacher effektiver als Köln in der Anfangsphase.

Die Gladbacher Maschinerie durfte ungestört anlaufen und die Kölner versteckten sich wie das Kaninchen vor der Schlange - das war teilweise ein Klassenunterschied. Erst als die Kölner in der zweiten Hälfte des ersten Durchgangs physisch dagegenhielten, geriet das Kombinationsspiel der Borussia ins Stocken. Die Gladbacher nahmen die Zweikämpfe zwar an, doch auf dem Weg nach vorne ging nun - wie schon gegen Union Berlin zu sehen - die Klarheit verloren.

Borussia hätte durchaus richtig was fürs Torverhältnis tun können

Von daher war es hoch erfreulich, dass die Borussen nach dem Seitenwechsel den Faden direkt aufnahmen und im Ballbesitz entschlossen und zielstrebig zu Werke gingen. Der Fokus war auf das dritte Tor ausgerichtet, um alle Zweifel zu beseitigen. Mit dem 3:0 durch den von Stindl verwandelten Elfmeter nach 56 Minuten war das Derby gelaufen. Dass die Borussen im Anschluss in eine Art Verwaltungsmodus verfielen und sich am eigenen Ballbesitz ergötzten, war zwar verständlich, aber auch ein wenig schade. Man hätte durchaus richtig was fürs Torverhältnis tun können, wenn man dran geblieben wäre.

So musste man noch den Kölner Ehrentreffer hinnehmen, was das Resultat für den FC sogar noch schmeichelhaft aussehen lässt. Denn die Überlegenheit der Borussen hätte sicher auch ein 5:1 oder 6:1 gerechtfertigt. Aber vielleicht ist es vor der nun anstehenden Länderspielpause und des dann folgenden Mammutprogramms auch ganz gut, dass es keinen Grund gibt, zu euphorisch zu werden. Der Derbysieg war richtig wichtig, aber gegen einen so schwachen Gegner auch ein absolutes Muss. Es gibt weiterhin noch viel zu tun, um erfolgreich durch den heißen Herbst zu kommen.

 


von Marc Basten

 

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