Einwurf nach dem CL-Spiel gegen Schachtar Donezk

Borussen machen gegen Schachtar nahezu alles richtig

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Es geht doch - Breel Embolo sorgte mit seinem Tor für die vorzeitige Entscheidung (Foto: Ina Fassbender / AFP / Getty Images)

Borussia Mönchengladbach unterstrich mit einem klaren und verdienten 4:0-Erfolg über Schachtar Donezk, dass das 6:0 im Hinspiel kein Zufallsprodukt war. Im Gegensatz zu den letzten Ligaspielen machten die Borussen diesmal nahezu alles richtig.

Na also, es geht doch! Borussia Mönchengladbach kann auch im eigenen Stadion mit dem richtigen Timing Tore erzielen und dafür sorgen, dass es einen komplett ungefährdeten Heimsieg gibt. Dass dies am Mittwoch in der Champions League gelang, ist schon bemerkenswert - auch wenn man sich tatsächlich darüber wundern darf, was die hochgelobten Kicker von Schachtar Donezk da in den 180 Minuten gegen die Borussia auf dem Platz gebracht haben.

Das 10:0 in der Gesamtwertung sagt zwar etwas anderes aus, aber typisches Kanonenfutter ist und war Schachtar dennoch nicht. Im Rückspiel waren die Ukrainer aktiv und hatten sogar mehr Ballbesitz als die Fohlenelf. Dass es am Ende eine so klare Sache wurde, lag an dem für Borussia idealen Spielfilm. In der Anfangsphase warfen beide Teams ihre fußballerischen Fähigkeiten in die Waagschale und Schachtar war durchaus gleichwertig. Im Vorteil waren die Borussen in Sachen Griffigkeit bei der Balleroberung und der Ballfestigkeit, wenn es darum ging, sich unter Bedrängnis aus dem Pressing zu kombinieren.

Elvedis Tor vertrieb die Furcht vor einem Deja-Vu - Embolos Treffer war entscheidend

Das machten die Gladbacher stark, während Schachtar im Spiel gegen den Ball einiges anbot. Den Ukrainern fehlte der Zugriff, während sich die Borussen über gelungene Stafetten Sicherheit holten. Der frühe Führungstreffer durch den von Lars Stindl glänzend vorbereiteten und dann cool verwandelten Foulelfmeter spielte Gladbach in die Karten. Doch dann fühlte man sich plötzlich an den letzten Samstag gegen Augsburg erinnert, als es der Mannschaft trotz klarer Möglichkeiten nicht gelang, das Ergebnis auszubauen. Als nun Embolo zweimal scheiterte und zudem noch den Pfosten traf, drohte ein Deja-Vu. Doch der zweite Treffer des Abends nach einem Standard durch den Kopfball von Elvedi vertrieb die trüben Gedanken.

Gleichzeitig zeigte dieser Treffer in der 34. Minute bei Schachtar Wirkung. Sie wurden fahriger in ihren Aktionen, während das Selbstvertrauen auf Gladbacher Seite stetig wuchs. Entscheidend war dann das dritte Tor unmittelbar vor dem Pausenpfiff. Es beseitigte nahezu alle Zweifel bei den Borussen und demoralisierte die Ukrainer endgültig. Dass es zudem Breel Embolo war, der seinen Chancenwucher mit diesem wichtigen und sehenswerten Fallrückziehertor beendete, war das Sahnehäubchen an diesem Abend.

Das Achtelfinale winkt - Fokus auf den Tabellenletzten Schalke

Nach dem Seitenwechsel waren die Borussen zeitweise passiv und leisteten sich auch einige Nachlässigkeiten, die es in der ersten Halbzeit nicht gegeben hatte. Aber der Gegner glaubte nicht an eine Aufholjagd und letztlich fanden die Gladbacher den richtigen Rhythmus. Sie behielten weitestgehend die Kontrolle und konnten gleichzeitig mit angezogener Handbremse das Spiel abwickeln. Dass Oscar Wendt mit dem dritten Standardtor an diesem Abend noch einen draufsetzte, war ein schöner Abschluss.

Die Borussen können nun in der nächsten Woche gegen Inter Mailand das Achtelfinale klar machen. Davor wartet aber noch das ›Topspiel‹ am Samstag gegen den Tabellenletzten aus Schalke. Dieses ›Sandwich-Match‹ zwischen den Highlights in der Königsklasse wird eine ganz besondere Herausforderung. Anders als Donezk werden die Schalker nicht mitspielen wollen (und können), so dass ein fieses Spiel zu erwarten ist, bei dem die Borussen mindestens so konzentriert und fokussiert zu Werke gehen müssen, wie gegen Schachtar. Und möglichst sollten sie auch in den richtigen Momenten zuschlagen. Breel Embolo weiß ja jetzt, wie es geht.

 


von Marc Basten

 

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