Kramers Wermutstropfen an einem sonst perfekten Abend

Kramer: »Das sollte eigentlich mein Tor sein«

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Christoph Kramer jubelt nach seinem (vermeintlichen) Treffer zum 2:0 (Foto: imago images / Vitalii Vitleo Kliuiev)

Ein Tor in der Champions League zu erzielen bleibt für viele Profis ein weit entfernter Traum. Für Christoph Kramer ging dieser Traum beim 6:0-Sieg von Borussia Mönchengladbach über Schachtar Donezk in Erfüllung – jedenfalls fast.

6:0 gewinnt man nicht alle Tage, vor allem nicht in der Champions League. Der Borussia ist es am gestrigen Abend gelungen – dank einer ausgezeichneten Leistung. »Wir haben heute von Anfang an sehr viel richtig gemacht«, sagte Christoph Kramer nach der Partie. »Wir wussten, dass Donezk nicht so hoch pressen, aber dafür sehr hoch mit der letzten Abwehrkette spielen wird. So konnten wir um die Mittellinie viele Chipbälle hinter den Mann spielen«, so die Analyse des 29-Jährigen.

Ein maßgeblicher Faktor war laut Kramer außerdem, dass die Borussia direkt viel Ballbesitz hatte. »Es ist wichtig, dass man gegen solche Topmannschaften viel den Ball hat. So haben wir ihnen keine Luft gelassen und sie von Anfang an dominiert.« Und so konnten die Borussen sich am Ende über einen auch in der Höhe durchaus verdienten Sieg freuen.

»Ich war so stolz, dass mein Name auf der Anzeigetafel stand«

Alassane Plea traf dabei gleich dreifach, jeweils ein weiteres Tor steuerten Ramy Bensebaini und Lars Stindl bei – und eigentlich auch Christoph Kramer. Der Mittelfeldmann stand in der 17. Minute völlig frei vor dem Strafraum der Ukrainer und zog aus 22 Metern ab. Valeriy Bondar fälschte den Ball unhaltbar ab und die Borussen freuten sich über das zwischenzeitliche 2:0.

Der Wermutstropfen: als vermeintlicher Torschütze wird später nicht Christoph Kramer genannt. Der Treffer wird als Eigentor gewertet. »Ich war so stolz, dass mein Name auf der Anzeigetafel stand und so traurig, als ich erinnert wurde, dass es als Eigentor gezählt wird«, so Kramer. »Das sollte eigentlich mein Tor sein. Der wäre auf jeden Fall aufs Tor gegangen – wenn er nicht sogar reingegangen wäre.«

»Ab jetzt wird uns in dieser Gruppe keiner mehr unterschätzen«

So hofft Kramer nun, dass der Torschütze zu seinen Gunsten noch einmal geändert wird. »Ein Champions-League-Tor schieße ich ja nicht so oft in meinem Leben, dafür lohnt es sich zu kämpfen.«

Doch selbst wenn er am Ende nicht als Torschütze genannt wird, bleibt seine Freude über den Sieg ungetrübt. »6:0 in der Champions League, auswärts in Donezk – ja, das war ein perfektes Spiel.« Damit ist die Borussia jetzt Tabellenführer der Gruppe B. Das ist zwar ein unerwartet positives Zwischenergebnis der Gruppenphase, bringt jedoch auch seine Nachteile mit. »Ab jetzt wird uns in dieser Gruppe keiner mehr unterschätzen.«

 


von Nadine Basten

 

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