Einzelkritik: TSG Hoffenheim - Borussia Mönchengladbach 5:1 (4:0)

Borussia in Sinsheim: Unerträglich kläglich

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Keine Stabilität bei Sander & Co in Sinsheim (Foto: Alex Grimm - Getty Images)

Borussia Mönchengladbach wartete in Sinsheim mit einer kollektiven Minusleistung auf. Beim 1:5 gegen Hoffenheim erreichte kein Gladbacher seine Normalform und teilweise war es richtig peinlich, was die Borussen zeigten. Die Einzelkritik:

Moritz Nicolas: Der weißen Weste vom Sonntag folgten satte fünf Gegentore am Mittwoch. Dem Keeper kann man dabei noch die wenigsten Vorwürfe machen, wobei seine erste Aktion schon mehr oder weniger den Ton der Partie angegeben hat: Der Ball wurde vom Anstoßpunkt auf ihn zurückgespielt und Nicolas war etwas zu behäbig und produzierte einen Pressschlag mit Asslani, der fast ins Auge gegangen wäre. Beim Lattenkopfball von Kabak konnte Nicolas nichts ausrichten, etwas später hielt er stark gegen Kramaric im kurzen Eck. Der überwand ihn dann per Elfmeter und mit zwei weiteren Treffern in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit. Genauso wie beim zwischenzeitlichen 2:0 durch Lemperle gab es für Nicolas nichts zu halten. Nach der Pause rettete der 28-Jährige nochmal gegen Kramaric und war dann chancenlos beim fünften Gegentor. Note 4,0. 

Joe Scally: War als rechter Schienenspieler fast ausschließlich in der Defensive zu finden. Trotz kleinerer Positionswechsel war der US-Amerikaner bei eigenem Ballbesitz überhaupt kein Faktor. Im Passspiel war er unsicher und gegen den Ball mehrfach zögerlich. So ging er vor dem 0:3 nicht energisch hin und das 0:4 leitete er mit einem Ballverlust ein. Auch beim Lattenkopfball von Kabak ließ er sich viel zu einfach abdrängen. Note 5,0.

Philipp Sander: Hatte in der ersten Viertelstunde zwei gute Defensivaktionen, danach passte er sich dem allgemeinen schwachen Niveau an. Sander verursachte den Elfmeter, als er Burgers Fuß statt den Ball traf. Das war zwar unglücklich, aber dem geschuldet, dass er den entscheidenden Tick zu spät kam. Beim 0:3 blieb er gemeinsam mit Scally zögerlich und fälschte das Zuspiel auf Kramaric noch ab. Nach der Pause spielte der 27-Jährige auf der Engelhardt-Position im Mittelfeld. Auch in dieser Rolle in der Defensive mit einigen Nachlässigkeiten. So bereitete er mit einer unkontrollierten Aktion im eigenen Strafraum fast das vierte Tor von Kramaric vor. Note 5,0. 

Nico Elvedi: Von Beginn an wirkte der Schweizer verunsichert. Er spielte einen katastrophalen Rückpass in den Lauf von Kramaric und konnte sich bei Nicolas bedanken, dass dieser den frühen Rückstand verhinderte. Gleich bei zwei hohen Bällen hinter die Kette verschätzte sich Elvedi wie ein Anfänger. Im Spielaufbau agierte der 29-Jährige sehr fahrig und passte sogar panisch ins Seitenaus. Ein guter Zweikampf gegen Lemperle kurz vor der Pause war seine beste Aktion. Kurz darauf war er beim Doppelpack von Kramaric nur Zuschauer. Mit dem nachlassenden Druck der Hoffenheimer im zweiten Durchgang stabilisierte sich Elvedi etwas, verlor dann aber das Kopfballduell vor dem fünften Gegentor. Note 5,0.

Kevin Diks: Spielte auch alles andere als fehlerfrei, war aber noch der stabilste Akteur in der wackeligen Fünferkette. Wenn er in die Zweikämpfe kam, dann ging er zumindest mit einer gewissen Konsequenz zu Werke. Mit Ball machte es der 29-Jährige noch relativ ordentlich, weil er nicht gleich in Panik verfiel. Mit seinem langen Pass leitete er die (Abseits-)Chance von Tabaković ein. Dass einige Ansätze verpufften, lag zumeist an der unzureichenden Spielfortsetzung der Kollegen. Note 4,0. 

Lukas Ullrich: Hatte auf der linken Seite seine Schwierigkeiten mit dem abgezockten Coufal, der ihn einige Male stehen ließ. Ullrich verlor gelegentlich etwas die Orientierung – so war er auch an der Entstehung des 0:4 beteiligt, als er den Ball nicht sichern konnte. Der 21-Jährige hatte die einzige Torchance der ersten Halbzeit, als er nach Honorat-Pass über links antrat – Baumann konnte seinen Schuss jedoch über den Querbalken lenken. Nach der Pause versuchte Ullrich es mit einem Distanzschuss mit seinem schwächeren rechten Fuß, der Baumann vor keine großen Probleme stellte. Zudem schlug er eine gute Flanke, bei der sich Takai und Tabaković letztlich behinderten. Note 4,5. 

Franck Honorat: Spielte dieses Mal im 5-4-1 wieder auf der rechten Seite, konnte sich aber kaum einmal in Szene setzen. Gelungen war der Pass auf Ulrich zu Beginn, wobei er danach zeitweise etwas ‚unrund‘ lief. Offensichtlich war es jedoch nichts Ernsteres, denn Honorat spielte weiter. Nach vorne klappte so gut wie nichts und auch Honorat unterliefen unter Druck immer wieder Ballverluste. Mit einem Fehlpass leitete er den Hoffenheimer Angriff zum 0:2 ein. Nach dem Seitenwechsel schlug der 29-Jährige noch eine gelungene Flanke, ehe er in der 56. Minute durch Machino ersetzt wurde. Note 5,0. 

Rocco Reitz: Startete mit einem energischen Ballgewinn, doch der folgende Vertikalpass landete bei einem Gegner. Dieses Muster zog sich durch das komplette Spiel. Sobald Reitz im Ansatz etwas gelingen wollte, machte er es sich selbst zunichte. Im Bemühen, überall gleichzeitig zu sein, und dazu noch die aufgrund des Fehlens von Neuhaus verwaiste Spielmacherrolle auszufüllen, verzettelte er sich. Defensiv war er nicht nur vor dem 0:2 und 0:3 nicht auf der Höhe. Seine beste Aktion war in der zweiten Halbzeit der Ballgewinn mit anschließendem gut getimten Pass zum Tor von Machino. Note 5,0. 

Yannik Engelhardt: Sah bereits nach fünf Minuten die Gelbe Karte für ein hartes Einsteigen im Mittelfeld. In der Folgezeit musste er sich zurückhalten, was den ohnehin viel zu luftig agierenden Defensivverbund zusätzlich schwächte. Bei einer Klärungsaktion im eigenen Strafraum hätte er fast ein Eigentor produziert, wenn Nicolas nicht so reaktionsschnell gewesen wäre. Engelhardt kam zu keiner Zeit richtig in den Rhythmus und wurde bereits zur Pause ausgewechselt, was angesichts der unterschwelligen Gelb-Rot-Gefahr sinnvoll war. Note 5,0. 

Jens Castrop: Sein erster Ballkontakt im Mittelfeld wurde eine Vorlage zu einem Hoffenheimer Angriff. Etwas überraschend auf der linken Achterposition aufgeboten, enttäuschte Castrop nahezu auf ganzer Linie. Zwei, drei Ansätze waren vielversprechend, aber sie verpufften letztlich. Weder von seiner Unberechenbarkeit noch von seiner Bissigkeit im Zweikampf war etwas zu erkennen. Daran änderte auch der Positionswechsel auf die rechte Seite nichts, nachdem Honorat gegangen war. Bis zu seiner Auswechslung in der 69. Minute hatte Castrop gerade einmal 23 Ballkontakte, von denen 10 zu Ballverlusten führten. Note 5,0. 

Haris Tabaković: Musste sich bei der Rückkehr zu seinem eigentlichen Arbeitgeber keine Gedanken darüber machen, wie er sich bei einem Torjubel verhalten soll. Bei seiner einzigen Chance, als er nach einem langen Ball von Diks plötzlich alleine aufs Tor zulief, schoss er kläglich vorbei. Der Assistent hatte die Abseitsfahne gehoben, aber hier hätte wohl nur die kalibrierte Linie für eine Aufklärung sorgen können. In der Offensive gab es für den 31-Jährigen nichts zu bestellen, hinten konnte er zumindest einige Male seine Kopfballstärke einbringen. In der 69. Minute machte er Platz für Mohya. Note 5,0. 

Kota Takai (46. Minute für Engelhardt): Sortierte sich als rechter Innenverteidiger in die Fünferkette ein. Der Leihspieler versteckte sich nicht und agierte mit Ball ordentlich, wenn auch nicht fehlerfrei. Das galt auch für sein Defensivverhalten. Bei einer Kopfballchance setzte er sich gegen Tabaković durch, bekam aber nicht genug Druck hinter den Ball. Die Spielpraxis dürfte ihm gutgetan haben, sodass er am Samstag in Hamburg ein Startelfkandidat sein sollte. Note 3,5. 

Shuto Machino (56. Minute für Honorat): Begann auf der linken Seite, wo er nur durch zwei seiner langen Einwürfe auffiel. Nach der Auswechslung von Tabaković übernahm er dessen Position. Mit der ersten Aktion verwertete er den schönen Pass von Reitz mit einem überlegten Abschluss. Weitere nennenswerte Szenen hatte Machino nicht mehr. Ohne Note. 

Wael Mohya (69. Minute für Tabaković): Konnte sich nicht mehr nachdrücklich in Szene setzen, was angesichts des längst entschiedenen Spiels auch nicht einfach gewesen wäre. Ohne Note. 

Kevin Stöger (69. Minute für Castrop): Hatte ebenfalls kaum Gelegenheiten, noch etwas zu inszenieren. In der gegnerischen Hälfte unterliefen ihm drei Ballverluste, einmal wurde er in aussichtsreicher Position gefoult, was der Schiedsrichter aber nicht ahndete. Ohne Note. 

Luca Netz (89. Minute für Ullrich): Verlor noch ein Kopfballduell, dann war Schluss. Ohne Note. 

 

Hinweis: Wir vergeben (seit über 25 Jahren) grundsätzlich nur Noten im Bereich von 1,0 bis 5,0. 


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