Der 30. Bundesligaspieltag

Die Liga wird auf den Kopf gestellt

von Der 30. Bundesligaspieltag

Over and out - Markus Weinzierl muss nach dem 0:6 des VfB in Augsburg gehen (Foto: Christian Kaspar-Bartke / Bongarts / Getty Images)

Der Abstiegskampf war jahrelang der Spannungsfaktor in der Bundesliga, während das Titelrennen eine öde Angelegenheit war. In dieser Saison wird alles auf den Kopf gestellt. Darüber freut man sich vor allem in Gelsenkirchen.

Letzte Saison war der FC Schalke Vizemeister. Ein Titelrennen gab es damals nicht, der FC Bayern war weit enteilt und hatte am Ende satte 21(!) Punkte Vorsprung auf seinen ärgsten Verfolger. Die Spannung zog die Liga aus dem Platzierungsrennen um die europäischen Ränge sowie den Abstiegskampf. Und dass, obwohl mit dem 1. FC Köln ein Team nach historisch schwacher Hinrunde bereits zeitig abgeschlagen war.

In diesem Jahr wird die Liga auf den Kopf gestellt. Der Abstiegskampf findet nicht statt, dagegen ist das Titelrennen weiter eng. Auch am 30. Spieltag marschierten Bayern und Dortmund im Gleichschritt. Die Münchener mühten sich zu einem schlussendlich verdienten 1:0-Erfolg über Werder Bremen, der BVB gewann in Freiburg dank lang vermisster Effizienz letztlich sehr souverän mit 4:0. Vier Spieltage vor Schluss trennen die beiden Kontrahenten weiter nur ein Punkt. Es bleibt spannend.

Frankfurt kassiert in letzter Minute den Ausgleich - Borussias Traum von der Königsklasse lebt

Das gilt traditionell auch für die Rangelei um die europäischen Fleischtöpfe. An diesem Spieltag hat sich RB Leipzig mit dem Sieg in Gladbach aus dieser Balgerei zurückgezogen und mit 61 Punkten die Champions-League-Teilnahme faktisch gesichert. Die Borussen bleiben, der guten Ausbeute der Hinrunde sei Dank, zumindest noch in der Verlosung. Blöd aus Gladbacher Sicht ist es, dass man selbst Punkte liegen lässt, während die Rivalen plötzlich wie verrückt gewinnen. Zuvorderst ist da Hoffenheim zu nennen, das sich wie im Vorjahr anschickt, auf den letzten Metern das Feld von hinten aufzurollen. Ein ähnliches Husarenstück scheint möglich.

Zum Glück für die Borussen gelang dem VfL Wolfsburg am Ostermontag in der Partie gegen Eintracht Frankfurt in letzter Minute noch der verdiente Ausgleich. Die Eintracht - und damit Platz 4 - ist bei zwei Zählern Rückstand für die Fohlenelf weiter in Reichweite. Aber Leverkusen (drei Punkte hinter Gladbach), Bremen und Wolfsburg (jeweils fünf Punkte) sitzen Borussia im Nacken. Die Fohlenelf muss noch einige Punkte einfahren, wenn sie das Saisonziel nicht komplett verfehlen will. Als Vorteil könnte sich dabei erweisen, dass man noch gegen zwei Kellerkinder spielen muss. Der VfB Stuttgart brach in Augsburg in alle Einzelteile zusammen und ließ sich mit 0:6 abschlachten. Das war gleichzeitig das Ende von Markus Weinzierl, der mit einer desaströsen Bilanz vor die Türe gesetzt wurde.

Die drei Schlusslichter sind Schalkes Trumpf

Dass Stuttgart trotz der Horrorsaison mit aktuell 21 Zählern immer noch den Relegationsplatz innehat, haben sie Nürnberg und Hannover zu verdanken. Der Club aus dem Frankenland wehrt sich von den drei Teams da unten noch am tapfersten, blieb aber letztlich auch beim 0:2 in Leverkusen chancenlos. Hannover punktete zwar beim torlosen Remis in Berlin, die unter die Woche die Trennung von Pal Dardai zum Saisonende bekannt gaben, doch das nutzte bei nunmehr 15 Zählern nicht wirklich viel.

Dass in diesem Jahr anstatt Abstiegskampf ein Schaulaufen zahnloser Tiger stattfindet, erfreut vor allem die Schalker. Tatsächlich nährt sich das einzige Licht im Schalker Schacht daraus, dass die drei Teams unter ihnen noch schlechter sind. Wobei das eigentlich nicht möglich sein sollte, wenn man sich die Schalker so anschaut. Das 2:5 gegen Hoffenheim war nach hinten raus eine neuerliche Demütigung erster Klasse. Trotzdem sind es sechs Punkte und das bessere Torverhältnis auf Platz 16. Das müsste reichen - obwohl am nächsten Wochenende das Derby in Dortmund ansteht.

 


von Marc Basten

 

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