Bremen gegen Gladbach – das klingt wirklich nach Bundesliga. Dieses Duell stand in den vergangenen Jahrzehnten für attraktiven und spannenden Fußball. Beide Vereine erlebten in ihrer bewegten Historie viele Achterbahnfahrten. Im Augenblick befinden sich Werder und Borussia auf Augenhöhe – und der gemeinsame Blick geht nach unten. Bremen steckt inmitten einer Ergebniskrise und auch bei den Fohlen gibt es eine klare Negativtendenz.
Die Formkrise der Borussen wird durch den Heimsieg gegen Augsburg und den Punkt in Hamburg punktemäßig noch etwas abgemildert, doch die Leistung in allen Partien seit dem 14. Spieltag stimmt bedenklich. Fußballerisch war das Eis ohnehin schon dünn, doch nun gesellt sich auch wieder ein Mentalitäts- und Einstellungsproblem dazu, das man nach der Übernahme durch Eugen Polanski eigentlich im Griff zu haben schien. Gegen den VfB Stuttgart am vergangenen Sonntag wurde deutlich, dass Borussia auf allen Ebenen bedenklich wackelt.
»Wir müssen voll da sein«
Polanski ist nun gefragt, die Mannschaft wieder in die Spur zu bringen. »Das größte Thema ist für mich, dass wir mehr Haltung zeigen«, sagte er am Donnerstag bei der Pressekonferenz. »Wir wollen in jedem Spiel etwas darstellen – in der Körpersprache, in der Haltung, in der Art, wie wir wirken – da bin ich noch gar nicht beim Ergebnis.« »Gegen Stuttgart hatten wir endlich mal wieder eine gute Anfangsphase, bringen uns dann aber aus der Balance, weil nicht alles für uns läuft – auch, weil wir selbst schuld sind«, so Polanski weiter.
»Da lassen wir uns viel zu schnell in Negativität ziehen, und das passt nicht zur Bundesliga – das will ich von meiner Mannschaft nicht sehen«, stellt Polanski klar. »Was ich einfordere, fordere ich nicht von einer Mannschaft, die es nicht kann – sie kann es definitiv.« Und das soll und muss das Team im Weserstadion auf den Platz bringen. »Wir müssen voll da sein und unsere Auswärtsfahrer, die immer da sind, endlich mal wieder mit drei Punkten belohnen.«
»Das wird ein heißes Spiel«
Ein Selbstläufer wird das – wie bei jedem Bundesligaspiel – natürlich nicht. Auch weil die angeschlagenen Bremer sich gewiss zu wehren wissen. »Sie haben seit neun Spielen nicht gewonnen, aber in ihrer Struktur haben sie sehr klare, gute Abläufe und Profile, mit viel Wucht und viel Tempo«, so Polanski. »Wir fahren nicht hin und sagen: Die sind in einer deutlich schlechteren Verfassung als wir – wir stellen uns auf ein richtig gutes Bremen ein – das wird ein heißes Spiel.« Verzichten muss Polanski dabei weiterhin auf Kevin Diks, der nach seiner Kopfverletzung aus dem Hamburg-Spiel immer noch Vorsicht walten lassen muss.
An Leistungssport sei bei Diks im Moment nicht zu denken, erklärte Polanski. Daher dürfte Kota Takai wieder in der Startelf stehen. Großartige Veränderungen sind auch darüber hinaus nicht zu erwarten. Neben den Langzeitverletzten Kleindienst, Ngoumou und Hack wird auch Reyna weiter fehlen. »Er hatte sich im Abschlusstraining vor dem Stuttgart-Spiel mit muskulären Problemen abgemeldet und hat diese weiterhin«, so Polanski. Dafür wird Jens Castrop, der »über Nacht krank geworden« war, wieder dabei sein. Ob es schon für die Startelf reicht, bleibt abzuwarten. Wie auch immer Aufstellung und Matchplan aussehen werden – die Borussen müssen in Bremen neben Haltung auch fußballerisch mehr bieten als zuletzt.
von Redaktion TORfabrik.de

