Es waren lange Wochen der Vorbereitung, doch nun geht es endlich richtig los: Die neue Bundesligasaison startet und damit werden sämtliche Karten neu gemischt. Borussias Trainer Eugen Polanski betonte am Donnerstag bei der Pressekonferenz vor dem Auftaktspiel in Leipzig nochmals, dass die erste Sommervorbereitung unter seiner Regie sehr ordentlich verlaufen sei.
Doch die Eindrücke aus den Testspielen und die vermeintlich gute Stimmung innerhalb der Truppe stehen ab sofort auf dem Prüfstand. Unstrittig ist, dass bei Borussia in diesem Sommer der oftmals angekündigte und nie wirklich vollzogene Umbruch stattgefunden hat. Neun neue Spieler sind bislang gekommen und gänzlich ausgeschlossen ist es nicht, dass bis zum Deadline-Day noch ein weiterer dazukommen wird. Sportchef Rouven Schröder äußerte sich zwar sehr zurückhaltend, wollte die Tür jedoch verständlicherweise nicht gänzlich schließen. Schließlich wissen alle, wie verrückt das Fußballgeschäft in den letzten Zügen des geöffneten Transferfensters werden kann.
Kleindienst zurück, Personalfragen bleiben
Für das Spiel in Leipzig kann Eugen Polanski mit Ausnahme von Castrop und Konoplia nahezu auf die »volle Kapelle« zurückgreifen. Auch Chiarodia und Uno sind wieder im Teamtraining, wobei beide noch Rückstände aufholen müssen und damit kein Thema für den Spieltagskader sind. Tatsächlich – um das Lieblingswort von Polanski aufzugreifen – ist nur eine gravierende Veränderung im Kader zu erwarten: Tim Kleindienst, der im Pokal als Vorsichtsmaßnahme geschont wurde, steht wieder zur Verfügung und dürfte damit auch für die Startelf infrage kommen.
Das würde bedeuten, dass Lidberg zunächst der Bankplatz vorbehalten bleibt. Gegenüber dem Pokalspiel dürfte Itakura den Vorzug vor Leszczyński erhalten, wobei Polanski sich hier explizit nicht locken ließ. Überhaupt behielt er wie gewohnt auf der Pressekonferenz alle Gedanken hinsichtlich der Aufstellung für sich. Stöger dürfte allein schon mangels echter Alternativen als zweiter Sechser anfangen und nur in der offensiven Dreierreihe hinter Kleindienst gibt es kleinere Fragezeichen, weil mehrere Variationen realistisch erscheinen.
Blindflug gegen den Favoriten
Wie auch immer – die Borussen sind in Leipzig gefordert. RB gehört allein aufgrund der finanziellen Situation zu den wenigen Topteams der Liga und auch wenn es beim Brausekonzern viele Veränderungen auf und neben dem Platz gegeben hat, ist Leipzig der klare Favorit. Dennoch erscheint es nicht unmöglich für Borussia, die zwangsläufigen Abstimmungsprobleme bei den Gastgebern zu nutzen und möglicherweise für eine Überraschung zu sorgen.
Gleichwohl ist dieses erste Spiel für Borussia ein Blindflug. In den Testspielen wurde der Defensivverbund kaum gefordert und als dies in den ersten sechzig Minuten gegen Hoffenheim doch mal der Fall war, wirkte das Gerüst ziemlich wackelig. Die Frage wird sein, wie gefestigt der Gladbacher Verbund ist, um dem zu erwartenden Druck der Leipziger entgegenzutreten. In jedem Fall wird es der erste Härtetest für die neue Mentalität der Borussen werden.
von Redaktion TORfabrik.de

