Einzelkritik: Borussia Mönchengladbach - SC Paderborn 0:0

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

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Viel Einsatz, aber letztlich ein torloses Remis zwischen Borussia und Paderborn (Foto: Norbert Jansen - Fohlenfoto)

Borussia Mönchengladbach bleibt zu Hause weiter sieglos, holte gegen den SC Paderborn aber immerhin den ersten Punkt im Borussia-Park und setzt damit den leichten Aufwärtstrend fort. Für den nächsten großen Schritt reichte es gegen den Aufsteiger nicht. Die Einzelkritik:

Daniel Batz: Der Keeper kam zu seinem ersten Einsatz in der Bundesliga und blieb wie schon im Pokal auch gegen Paderborn fehlerlos. Er strahlte sehr viel Ruhe aus und leitete Pässe direkt mit dem rechten Fuß weiter, ohne mit der Wimper zu zucken. Den freien Schuss von Baack parierte der 35-Jährige stark. Eine Ecke faustete er sicher weg, hohe Bälle pflückte er souverän herunter. Nach der Pause entschärfte Batz den Flachschuss von Vidovic mit einer Hand, und in der Nachspielzeit war er beim Kopfball von Scheller zur Stelle. Eine Partie ohne Wackler, in der er genau das tat, was von ihm verlangt wurde. Note 2,0.

Daiki Hashioka: Als rechter Innenverteidiger startete er mit einem langen Ball auf Hack, drängte kurz darauf Marino im Laufduell ins Toraus und feierte sich kurz dafür. In der Luft wirkte er stark, ließ allerdings um die 40. Minute einen Kopfball zu. Vorne setzte er nach einer Hack-Ecke einen Kopfball neben das Tor. Die Passquote des 27-Jährigen war ausbaufähig, und er sah die Gelbe Karte, weil er den Ball wegwarf. Glück hatte der Japaner, dass ein ohne Gegnerdruck zu Curda geköpfter Ball ohne Konsequenzen blieb. Note 3,0.

Philipp Sander: Als zentraler Innenverteidiger hatte er die meisten Ballkontakte, doch keiner davon blieb im Gedächtnis, weder positiv noch negativ. Sein Versuch, Machino zu erreichen, wurde abgefangen, und einmal lief er sich gegen drei Paderborner fest und konnte die Situation nur auf Kosten eines Freistoßes klären. Insgesamt war es eine ordentliche Leistung des 28-Jährigen ohne nennenswerte Fehler, auch im Positionsspiel zeigte er sich verbessert. Der letzte Impuls im Spielaufbau fehlte jedoch. Note 3,0.

Fabio Chiarodia: Ein flacher Pass zu Hack war die Ausnahme, ansonsten suchte er am Ball mehrfach den »zwölften Mann« auf der Tribüne. Dass der 21-Jährige in der aktuellen Situation Bälle klärt und wenig Risiko eingeht, ist noch halbwegs verständlich. Pässe ins Nirvana ohne Gegnerdruck sind aber unnötig. Einen Kopfball-Aufsetzer nach einer Hack-Ecke hielt Noll gut, eine gegnerische Ecke köpfte Chiarodia selbst stark aus der Gefahrenzone. Später sah er die Gelbe Karte, wobei ihm der Schiedsrichter zunächst versehentlich die Rote Karte zeigte. Note 3,5.

Joe Scally: Sein letztlich zu Recht aberkanntes Tor bleibt in Erinnerung, ebenso die Großchance kurz vor der Halbzeit, bei der er entweder hätte treffen oder auf Mohya abspielen müssen. Die verunglückte Hereingabe in der zweiten Halbzeit war typisch für den »alten« Scally. Wenig später holte er aus einer eigentlich aussichtslosen Situation immerhin eine Ecke heraus. Als Schienenspieler war der 23-Jährige lobenswert oft die Linie rauf und runter unterwegs, sein Einsatzwille war vorbildlich. Am Ende wurde er von Krämpfen geplagt, biss sich aber durch. Note 3,0.

Zento Uno: Der »kleine Giftzwerg« überzeugte mit Balleroberungen, kämpferisch und läuferisch war er stark. Er lief die Räume zu und half den Kollegen bei der Drecksarbeit und rettete in der Schlussphase nach Ullrichs Fehler. Spielerisch drückte Uno dem Spiel jedoch nicht wirklich seinen Stempel auf, mehrere Ansätze versandeten. Bei eigenem Ballbesitz muss der 22-Jährige noch präsenter werden. Note 3,0.

Florian Neuhaus: Es bleibt dabei: Eine Grätsche macht noch keinen Sechser. Zu oft agierte Neuhaus zaghaft und im Kopf zu langsam, Akzente setzte er keine. Es fehlten intensive Läufe, von Dynamik war keine Spur, von Explosivität ebenfalls nicht. Fast alles erledigte Neuhaus im gleichen Tempo. Ein, zwei technisch sauber verarbeitete Bälle zeigten das fußballerische Potenzial des 29-Jährigen, aber davon zeigte er gegen Paderborn zu wenig. Nach 77 Minuten machte er Platz für Itakura. Note 4,0.

Lukas Ullrich: Er legte den aberkannten Treffer auf und versuchte es bei einem Nachschuss mit der gleichen Wucht wie im Pokal bei seinem Tor, doch diesmal zielte er knapp vorbei. Nach der Pause kamen viele lange, hohe Bälle vom gegnerischen Torwart in seine Richtung. Ullrich wurde gefordert, stand aber fast immer nah genug am Gegner, um diesen nicht entscheidend zur Entfaltung kommen zu lassen. Dafür war vom 22-Jährigen im Offensivspiel kaum mehr etwas zu sehen. In der Schlussphase trat er beim Antritt nach vorne auf den Ball und ermöglichte so eine Konterchance für Philippe, bei der Ullrich gemeinsam mit Uno so gerade noch klären konnte. Note 3,5.

Wael Mohya: War zunächst nicht so richtig im Spiel, weil er permanent gut eingeengt wurde. Hinten war er bei der ersten Paderborner Chance unaufmerksam und kam zu spät gegen Baack. Dann behauptete der 17-Jährige stark den Ball und legte für Hacks Heber-Chance auf. Bei Scallys Großchance beschwerte sich Mohya nicht ganz zu Unrecht über das ausgebliebene Abspiel. In der zweiten Halbzeit war er es dann, der nach seinem tollen Sprint über links gegen drei Gegenspieler den kurzen Moment der Abspielmöglichkeit verpasste und stattdessen Hansen anschoss. In der 77. Minute wurde Mohya von Castrop abgelöst. Note 3,5.

Robin Hack: Er bot sich mit tiefen Läufen oft an und hatte die meisten Torschüsse und Torschussvorlagen. Beim gekurvten Heber hätte er auf den rechten Pfosten zielen sollen, die Chance war eher einfach und für einen Profi machbar. Seine Ecke zur Chiarodia-Chance war gut, die weiteren Standards waren ausbaufähig. Nach der Pause baute der 28-Jährige ab und wurde in der 77. Minute durch Kühn ersetzt. Note 3,5.

Shuto Machino: Nach wie vor ist er kein klassischer Zielspieler, aber der Japaner entwickelt sich zumindest in die Richtung des mitspielenden Stürmers. Er hielt die Bälle, verteilte sie und ließ sich geschickt als Anspielstation zurückfallen. Sein Pass zu Scallys Großchance war Weltklasse. In der zweiten Halbzeit spielte er den Ball nach einer flüssigen Drehung schnell auf rechts. Die Einwürfe des 27-Jährigen waren hoch und lang, aber ungefährlich. Im Gegensatz zu früheren Einsätzen versteckte er sich nie, suchte die Verbindung und leistete engagiertes Forechecking, bis ihn die Kräfte verließen. Nach 69 Minuten übernahm Lidberg. Note 3,0.

Isac Lidberg (69. Minute für Machino): Hatte nur noch acht Ballkontakte und war kein Faktor. Ohne Note.

Ko Itakura (77. Minute für Neuhaus): Konnte als Sechser keine Argumente in eigener Sache liefern. Er wirkte schwerfällig und leistete sich mehrere Ballverluste. Im gegnerischen Strafraum kam er einmal relativ freistehend mit dem Rücken zum Tor an den Ball, war aber zu überrascht, um etwas daraus zu machen. Ohne Note.

Jens Castrop (77. Minute für Mohya): Kam zu seinem ersten Einsatz in dieser Saison und brachte kurzzeitig etwas Energie und Galligkeit auf den Platz, ohne wirklich etwas bewegen zu können. Ohne Note.

Nicolas Kühn (77. Minute für Hack): Gab sein Comeback nach achtwöchiger Verletzungspause. Ein Schuss von der Strafraumgrenze führte zu einer Ecke, ein weiterer Schussversuch wurde geblockt. Ohne Note.

 


von Redaktion TORfabrik.de

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