Nachdreher aus dem Borussia-Park

»Ein wirklich gelungener Tag«

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Tabaković lässt Kobel keine Chance (Foto: Norbert Jansen - Fohlenfoto)

Borussia Mönchengladbach schlägt Borussia Dortmund und sichert sich den Klassenerhalt aus eigener Kraft. Beim verdienten 1:0 gegen den BVB zeigten die Gladbacher die beste Saisonleistung. Im Borussia-Park herrschte Erleichterung – aber auch ein wenig trotziger Stolz.

Es ist vollbracht! Borussia Mönchengladbach wird auch in der nächsten Saison in der Fußball-Bundesliga spielen. Das war die wichtige Erkenntnis am Sonntagabend im Borussia-Park. Noch vor dem Anpfiff schauten tausende Gladbach-Anhänger mit bangen Blicken auf ihre Smartphones und hofften, dass St. Pauli gegen Mainz nicht mehr den Ausgleich erzielen würde – sodass es für die Borussia trotz einer zu erwartenden Niederlage gegen Dortmund im Abstiegskampf nicht mehr richtig kritisch werden würde.

Tatsächlich verlor St. Pauli, was zwei Stunden später aber keine Rolle mehr spielte. Denn die Borussen sicherten sich den Klassenerhalt mit einem 1:0-Sieg über den BVB – durchaus eine Überraschung. Dabei geht es weniger um das Ergebnis als vielmehr um die Art und Weise, wie er zustande kam: Gladbach gewann völlig verdient, war in allen Belangen besser als der designierte Vize-Meister und lieferte die beste Saisonleistung ab.

Bissig und griffig

»Wir haben gezeigt, was Mut bedeutet: nach vorne zu verteidigen, Zweikämpfe zu gewinnen und so zu stehen, dass du den zweiten Ball auch bekommst«, sagte Sportchef Rouven Schröder. Die Gladbacher waren bissig und griffig, was den Dortmundern überhaupt nicht schmeckte. Der BVB wehrte sich nur halbherzig und jammerte in Richtung Schiedsrichter – mehr kam nicht. Niko Kovač fasste es anschließend treffend zusammen: »Wir waren einfach schlecht.«

Ganz anders die Gladbacher: Sie blieben dran und sorgten dafür, dass es für die Dortmunder unangenehm blieb. Garant dafür war eine hoch konzentrierte Defensivarbeit mit einem herausragenden Nico Elvedi, dem Eugen Polanski zurecht eine »Weltklasseleistung« attestierte. Aber auch Reitz, Engelhardt, Tabaković und Honorat spielten so gut wie seit Monaten nicht mehr.

»Wenn man so spielt wie heute, dann sind wir eine gute Fußballmannschaft«

»Wenn man so spielt wie heute, dann sind wir eine gute Fußballmannschaft«, sagte Rouven Schröder, um gleich darauf anzumerken: »Aber wir müssen uns natürlich auch drauf verlassen, dass konstant gut abgeliefert wird.« Gegen den BVB gelang es immerhin, diese Konstanz über 90 Minuten beizubehalten. Es gab keinen Bruch nach der Pause, und man verfiel auch nicht in die schon gewohnte Passivität, als der BVB etwas aufkam. »In den letzten Spielen wäre vielleicht so ein bisschen das Vertrauen geschwunden, aber heute nicht«, sagte Schröder.

Die Gladbacher blieben bei sich – und auch von außen kam der richtige Impuls. Zum einen von den Rängen – der spielbezogene Support war ähnlich ungewöhnlich wie die Stabilität der Mannschaft auf dem Platz –, zum anderen von der Trainerbank. »Wir haben sehr gut und auch richtig gewechselt«, bestätigte Schröder. Die neuen Spieler brachten Frische, ohne dass die Stabilität des Spiels darunter litt. So konnten die Borussen nicht nur weiter mithalten, sondern in der Schlussphase sogar noch zulegen.

»Warum nicht häufiger so?«

Die Belohnung war das Tor des Tages durch Tabaković, das den Borussia-Park beben ließ. »Es war die pure Erleichterung, aber auch ein wenig Stolz, dass es heute tatsächlich ein verdienter Sieg war«, sagte Schröder. »Heute ist es ein wirklich gelungener Tag, wo man auch mal loben darf, dass wir den Klassenerhalt aus eigener Kraft geschafft haben.«

In blinde Euphorie wollte am Sonntagabend allerdings niemand verfallen. »Wir haben gleichzeitig auch den Auftrag, das nicht als Eintagsfliege zu nehmen«, sagte Schröder. »Denn eigentlich müsste man sich ja fragen nach so einem Spiel: Warum nicht häufiger so?«

»Wir brauchen nächste Saison eine hungrige Mannschaft«

Schröder & Co. haben nun eine gewisse Planungssicherheit, doch Zukunftsentscheidungen wurden am Sonntag noch nicht verkündet. Schröder verwies auf die beiden ausstehenden Partien – erst danach werde die abschließende Analyse stattfinden. »Ich finde es wichtig, dass wir sehr, sehr kritisch miteinander umgehen, auch was den Kader betrifft. Wir brauchen nächste Saison eine hungrige Mannschaft. Ich glaube, das hat man heute gesehen, wie das Publikum einfach danach lechzt, hungrigen Fußball zu sehen.« Fragen zur Zukunft des Trainers wollte Schröder nicht beantworten. »Das habe ich mir fest vorgenommen. Wir haben 1:0 gewonnen. Borussia mit Eugen Polanski, tolles Spiel, super eingestellt – und dann freut euch heute alle.«


von Marc Basten

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