Einzelkritik: SC Freiburg - Borussia Mönchengladbach 5:0 (2:0)

Die Mannschaft besiegelt Polanskis Rauswurf

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Endstation Freiburg - Eugen Polanski (Foto: Norbert Jansen - Fohlenfoto)

Das 0:5 in Freiburg hatte Folgen für Borussia Mönchengladbach: Der alte Trainer ist weg, der neue Trainer noch nicht da. Noch einmal geht der Blick zurück zu Polanskis letztem Spiel als Cheftrainer, bei dem er von seinem Team im Stich gelassen wurde. Die Einzelkritik:

Moritz Nicolas: Bei einer Ecke unterlief er den Ball und ermöglichte Engelhardt so den Führungstreffer für Freiburg. Dieses Gegentor war der Anfang vom Ende – das muss der 28-Jährige klar auf seine Kappe nehmen. Später zeigte er sich einmal stark gegen Suzuki, bei den nächsten drei Gegentoren war er dagegen ohne jede Abwehrchance. Beim finalen Treffer sah er dann nicht glücklich aus, als er den Ball direkt vor die Füße von Eckstein abwehrte. Dass nun auch noch Borussias zuverlässigster Spieler der letzten Monate mit persönlichen Patzern aufwartet, passt ins Bild der aktuellen Krisensituation. Note 4,5.

Joe Scally: Der US-Amerikaner stand zum zweiten Mal in Folge in der Startelf und lieferte unter dem Strich ein Spiel ab, wie man es von ihm des Öfteren gesehen hat. Er hatte einige Ansätze in der Offensive, ohne dabei jedoch Durchschlagskraft zu entwickeln oder gefährliche Flanken zu schlagen. Insgesamt war er tiefer postiert als im letzten Spiel und löste seine Defensivaufgaben größtenteils ordentlich und ohne gravierende Fehler. Allerdings fehlte auch ihm in der einen oder anderen Situation die Griffigkeit im Zweikampf. Note 4,5.

Ko Itakura: Der 29-Jährige blieb erneut weit hinter den Erwartungen zurück. Er konnte der Abwehr keine Stabilität bieten und hatte auch diesmal kein gutes Timing beim Herausrücken, wobei er allerdings deutlich weniger probierte als zuletzt. Einmal rutschte er aus, was das Foul von Diks an der Strafraumgrenze und dessen Gelbe Karte zur Folge hatte. Vor dem 0:2 antizipierte Itakura zu spät, um den freistehenden Matanovic noch stören zu können. Insgesamt fehlt es dem Japaner sichtlich an Dynamik und Frische, sodass er noch weit von der Verfassung entfernt ist, die man von ihm eigentlich kennt. Note 5,0.

Kevin Diks: Startete mit einem schlechten Zweikampfverhalten gegen Matanovic in die Partie und hatte auch im weiteren Verlauf den einen oder anderen ungewohnten Wackler. Einige Male war zu erkennen, dass er sichtlich mit seinen Mitspielern haderte. Für ein Mussfoul unmittelbar an der Strafraumgrenze sah Diks die Gelbe Karte. Immerhin kann man dem 29-Jährigen attestieren, dass er danach nicht in die Gefahr eines Platzverweises geriet. Nach der Pause klärte er einmal resolut gegen Suzuki. In der Schlussphase verlor der indonesische Nationalspieler jedoch genauso wie seine Mitspieler den Überblick. Note 5,0.

David Herold: Der 23-Jährige gab sein Startelfdebüt für Borussia auf der linken Abwehrseite. Er schaltete sich einige Male mit nach vorne ein, konnte sich dabei aber letztlich nicht richtig in Szene setzen. Ein paar Ansätze waren jedoch nicht schlecht. In der Defensive hatte Herold einige Schwierigkeiten und beging das eine oder andere ungeschickte Foul. Fehlendes Engagement kann man ihm allerdings nicht vorwerfen. Ob er die Dauerlösung auf der linken Seite werden kann, bleibt abzuwarten. Note 4,5.

Philipp Sander: Agierte diesmal positionsgetreuer als zuletzt, konnte aber dennoch nicht dafür sorgen, dass im Zentrum die notwendige Kompaktheit herrschte. Er kam nicht gut in die Zweikämpfe und schätzte die Situation unter anderem vor dem 0:2 falsch ein. Der 28-Jährige blieb erneut den Nachweis schuldig, dass er als zentraler Sechser ein Fixpunkt sein kann. Note 5,0.

Kevin Stöger: Kehrte in die Startelf zurück, konnte im defensiven Mittelfeld aber wenig überraschend nicht für die nötige Stabilität sorgen. Stöger ist und bleibt kein Sechser mit defensivem Fokus. Im Spielaufbau blieb er blass, leistete sich aber zunächst zumindest keinen gravierenden Fehler. Nach der Pause häuften sich dann allerdings die Nachlässigkeiten und Ballverluste. Unter dem Strich reihte sich der 33-Jährige in die Riege der enttäuschenden Borussen ein. Note  5,0.

Franck Honorat: Er war zu Beginn auf seiner rechten Seite sehr engagiert und machte auch die Wege nach hinten energisch mit. Was allerdings beim 30-Jährigen fehlte, war die Durchschlagskraft nach vorne – er konnte sich kaum durchsetzen und schlug letztlich nur eine vernünftige Flanke. Mit zunehmender Spieldauer fuhr er sein läuferisches Engagement immer weiter zurück und wurde 20 Minuten vor Schluss von Lidberg abgelöst. Note 4,5.

Hugo Bolin: Borussias bislang bester Offensivspieler kam in Freiburg überhaupt nicht zum Zuge. Er gab keinen Torschuss ab und konnte sich auch sonst nicht in Abschlussposition bringen. Der 23-Jährige machte zwar die Wege mit nach hinten, war aber auch dort wenig effektiv. Zur Pause wurde er ausgewechselt, wobei nicht ganz klar war, ob aus gesundheitlichen oder Leistungsgründen. Note 5,0.

Robin Hack: Der 28-Jährige sucht weiterhin nach seiner Form. Die lange Pause ist ihm in vielen Situationen noch deutlich anzumerken. In Freiburg hatte er nur wenige Aktionen, zeigte aber immerhin zwei- bis dreimal seine Sprintstärke. Hack arbeitete auch mit zurück, aber in mehreren Situationen wurde deutlich, dass dies alles andere als seine Kernkompetenz ist. Letztlich blieb er wirkungslos und wurde in der 69. Minute von Mohya abgelöst. Note 5,0.

Tim Kleindienst: Borussias Kapitän blieb ohne Torschuss und kam nur einmal annähernd gefährlich in Position, als er geblockt wurde. Kleindienst bemühte sich, am Kombinationsspiel teilzunehmen, konnte allerdings nicht viel beitragen. Brauchbare Flanken gab es keine, im Zweikampf übertrieb er es mit seinem Körpereinsatz und holte sich für eine unsinnige Aktion gegen Ginter früh eine Gelbe Karte ab. In der Folgezeit bewegte er sich auf einem schmalen Grat und sah für ein wiederholtes Foul die Gelb-Rote Karte. Die Entscheidung war möglicherweise etwas hart, aber in Summe auch korrekt. Kleindienst besiegelte damit frühzeitig die Niederlage. Note 5,0.

Shuto Machino (46. Minute für Bolin): Kam nach der Pause zu seinem ersten Saison-Einsatz, konnte diese Nominierung allerdings nicht rechtfertigen. Der Japaner bleibt weiterhin ein völliger Fremdkörper. Ein Ballverlust leitete einen gefährlichen Freiburger Gegenangriff ein, und ansonsten konnte er nicht auf sich aufmerksam machen. Machino ist und bleibt eines der vielen Rätsel in Mönchengladbach. Note 5,0.

Isac Lidberg (67. Minute für Honorat) / Wael Mohya (67. Minute für Hack) und Mathieu Nguefack (83. Minute für Stöger): Konnten sich in einem bereits entschiedenen Spiel in Unterzahl nicht mehr in Szene setzen. Ohne Note. 

 


von Redaktion TORfabrik.de

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