Ein enttäuschter Yann Sommer

»Mehr Winner-Mentalität«

von Nachdreher aus Hamburg

Trotz Topleistung war es kein schöner Nachmittag für Yann Sommer in Hamburg (Foto: Alex Grimm / Bongarts / Getty Images)

Yann Sommer konnte seine Enttäuschung über die Leistung von Borussia Mönchengladbach im Saisonfinale beim Hamburger SV nur schwer unterdrücken. Der Goalie war mit Abstand der beste Borusse im Volkspark.

Schon während des Spiels war zu beobachten, dass Yann Sommer wenig Verständnis aufbringen konnte, was seine Kollegen da im Hamburger Volksparkstadion veranstalteten. Als er später in den Katakomben der Arena auftauchte, wirkte er ein wenig niedergeschlagen. »Wir haben definitiv kein gutes Spiel gemacht. Am Anfang hatten wir ordentlich Probleme, bis wir das System gewechselt haben. Danach hatten wir es etwas besser im Griff.«

Doch nach der Pause stellten die Gladbacher das Fußballspielen fast gänzlich ein. »Vielleicht lag es auch daran, dass wir gesehen haben, dass Bayern verliert. Der Druck war draußen, man hat gemerkt - es kommt nicht mehr viel.«

»Als Mannschaft hat es an einigem gefehlt«

Nur Sommer blieb noch auf Betriebstemperatur und bewahrte sein Team mit mehreren Blitzreaktionen vor einer noch höheren Niederlage beim Absteiger aus der Hansestadt. Die starke eigene Performance war letztlich nur ein schwacher Trost für den Schweizer. »Ich bin mit meinen Leistungen in der letzten Zeit zufrieden, aber als Mannschaft hat es an einigem gefehlt.«

»Natürlich bin ich enttäuscht«, sagte Sommer. »Nicht, weil wir es heute nicht mehr geschafft haben. Aber als Mannschaft ist man enttäuscht, wenn man auf dem neunten Platz steht und weiß, was in der Truppe drinsteckt und was möglich wäre. Aber es ist uns dieses Jahr nicht gelungen, diese Kostanz reinzubringen. Jetzt müssen wir den neunten Platz nehmen und abhaken. Es bleibt einem ja nichts anderes übrig.«

»Ich stand relativ weit vor dem Tor, alles gut.«

Der 29-Jährige weiß, dass man nach solch einer Saison nicht einfach zur Tagesordnung übergehen kann. »Ich brauche mal ein paar Tage, um das ganze Jahr sacken zu lassen. Es war echt anstrengend. Ein großes Auf und Ab mit vielen Rückschlägen. Positiv war, dass wir immer wieder aufgestanden sind. Doch wir müssen wieder mehr Winner-Mentalität reinbekommen, dieses gute Gefühl auf dem Platz zu haben, auch in schwierigen Situationen zu wissen, was in der Mannschaft steckt. Das hat uns ein bisschen gefehlt.«

Für Sommer geht es nach einer Woche Urlaub zur WM mit der Schweiz. Eine willkommene Abwechslung nach den zähen Monaten in Mönchengladbach. Und eine Aufgabe, die Sommer ohne jegliche Folgeschäden nach den Pyro- und Bölleraktionen einiger Hamburger Idioten angehen kann. Der Goalie hatte sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht. »Ich stand relativ weit vor dem Tor, alles gut.«

 


von Marc Basten und Jan van Leeuwen

 

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