Profis - Einzelkritiken Saison 2016 / 2017

Einzelkritik: Borussia Mönchengladbach - Darmstadt 98 2:2 (0:0)

Typisch für diese Saison

von Redaktion TORfabrik.de
100 Prozent zum Abschied (Foto: Christof Koepsel / Bongarts / Getty Images)

Andreas Christensen verabschiedete sich mit einer Passquote von 100 Prozent in seinem letzten Spiel für Borussia (Foto: Christof Koepsel / Bongarts / Getty Images)

Noch ein Blick zurück auf den 34. Spieltag, der für Borussia Mönchengladbach mit einem 2:2 gegen Darmstadt endete, was irgendwie typisch für diese Saison war: Die letzte Einzelkritik der Saison 2016/2017.

Yann Sommer: Musste im letzten Saisonspiel zweimal hinter sich greifen, bei beiden Toren hatte er keine Abwehrchance. Ansonsten bekam er kaum etwas zu tun, eine Flanke fischte er souverän und eine Freistoßhereingabe bereinigte er sicher per Faustabwehr. Als mitspielender Torwart gewohnt zuverlässig. Note 3,0.

Fabian Johnson: Kam nach langer Zeit mal wieder als Rechtsverteidiger zum Einsatz. Machte dies über weite Strecken gut, wobei er in zwei, drei Situationen Probleme mit dem flinken Heller hatte und die Hereingabe vor dem 1:1 nicht blocken konnte. In den direkten Zweikämpfen war der US-Nationalspieler stabil, im Spiel nach vorne aktiv, aber ohne wirklich gefährliche Aktionen. Ausnahme die Chance in der 25. Minute nach Vorarbeit von Hofmann, als er frei zum Schuss kam, der Keeper aber parierte. Eine Viertelstunde vor Schluss wurde er mit musklären Problemen ausgewechselt. Note 3,5.

Andreas Christensen: Abschiedsvorstellung des 21-Jährigen, den man in Mönchengladbach ohne Zweifel vermissen wird. Er spielte die meisten Pässe aller Akteure (91) mit einer Quote von 100%. Auch in den Zweikämpfen wieder mit einer überragenden Bilanz. Stark im Stellungsspiel und dem nötigen Tempo in Laufduellen. Klasse sein Antritt mit Pass auf Hofmann zu dessen Großchance. Diese offensiven Möglichkeiten werden ihn künftig noch wertvoller machen - wohl leider nicht mehr in Gladbach. Schade, dass er in der Schlussminute mit der Kopfballverlängerung auf Heller am Ausgleichstreffer beteiligt war. Note 2,5.

Jannik Vestergaard: Bestätigte im letzten Saisonspiel nochmals eindrücklich die Entwicklung, die er seit dem Fauxpas in Florenz genommen hat. Auch gegen Darmstadt ein Fels in der Brandung, mit bärenstarkem Zweikampfverhalten. Klasse, wie er in einigen Situationen den Ball behauptete und technisch anspruchsvoll verarbeitete. Mit seinem Fallrückzieher kurz vor der Torlinie beim Kopfball von Heller verhinderte er vor der Pause artistisch einen Rückstand. Note 2,0.

Nico Schulz: Machte es auf seiner linken Abwehrseite ordentlich, wobei in zwei, drei Situationen das Timing im Stellungsspiel fehlte, so dass in seinem Rücken Räume entstanden. Ein Plus ist seine Dynamik, mit der er sich nach vorne einschaltet. Auch wenn nicht alles gelang, so war die Entschlossenheit deutlich spürbar. Im defensiven Umschaltspiel einige Male aufmerksam gegen Sam. Im zweiten Durchgang trat er offensiv nicht mehr so nachdrücklich in Erscheinung. Note 3,0.

Christoph Kramer: War der Fixpunkt im Gladbacher Spiel mit den meisten Ballkontakten (111) aller Akteure auf dem Platz. Er machte viele kleinere Sachen gut, aber auch solche Szenen gehörten dazu: Mit einer starken Drehung mit Ball löste er sich wirkungsvoll, um dann in Rosenthal zu laufen und den Ball zu verlieren. Kramer sah früh (14.) eine Gelbe Karte für ein Einsteigen im Mittelfeld und musste sich anschließend in den Zweikämpfen etwas zurücknehmen. Mit einer starken Balleroberung eröffnete er Raffael eine Chance, eine lässige Ballmitnahme am gegnerischen Strafraum führte dagegen zu einem Konterangriff der Gäste. Insgesamt war ihm der fehlende Spielrhythmus anzumerken. Note 3,5.

Mo Dahoud: War bei seiner Abschiedsvorstellung gewohnt engagiert, machte viele Wege und war oft am Ball. Er suchte Lösungen, spielte einige schöne Pässe, flipperte hier und da jedoch zu viel herum. Vor der Pause hatte er zwei Abschlüsse, bei denen die letzte Präzision fehlte. Im zweiten Durchgang mit der Großchance, als er nach Doppelpass mit Raffael die Vorentscheidung verpasste. Es häuften sich Nachlässigkeiten und Fehlpässe, u.a. leitete ein misslungenes Abspiel den Darmstädter Angriff zum 1:1 ein. Obwohl er mit seinem Zuspiel auf Hofmann den Weg zum 2:1 ebnete, wurde das Publikum merklich unruhiger und Dahoud parallel fahriger, so dass Hecking die Notbremse zog und ihn eine Viertelstunde vor Schluss herunternahm. Das deutlich vernehmbare Pfeifkonzert gegen Dahoud bei seiner Auswechslung war ein Armutszeugnis. Note 3,5.

Jonas Hofmann: Wieder der laufstärkste Spieler auf dem Platz mit einem riesigen Aktionsradius. Doch wenn man fehlende Konsequenz im Gladbacher Spiel anspricht, muss Hofmann an erster Stelle genannt werden. Auch gegen Darmstadt führte er viele gute Ansätze nicht zu Ende. Bezeichnend eine Aktion nach der Pause, als er den Ball mit Tempo an den gegnerischen Strafraum trug und dann einen kümmerlichen Pass spielte. Vor der Pause leitete er mit gutem Dribbling die Chance von Johnson ein. Er selbst scheiterte nach feinem Christensen-Zuspiel beim Versuch, den Torwart zu tunneln. Vor dem 1:0 rutschte er vergeblich Richtung Ball, irritierte den Keeper aber immerhin so sehr, dass der gegen den Flankenball von Hazard nicht mehr reagieren konnte. Das 2:1 bereitete er mit einer präzisen Flanke auf Raffael vor, wobei ihm ein leichter Fehler bei der Ballannahme zum Vorteil geriet. Note 3,5.

Thorgan Hazard: Stand erstmals seit dem Derby Anfang April wieder im Kader und gleich in der Startelf. Spielte über 80 Minuten mit einer großen Umtriebigkeit. Er versuchte vieles, wobei ihm die fehlende Matchpraxis anzumerken war. Er blieb mehrfach beim Dribbling hängen oder verzog, nachdem er sich gut durchgesetzt hatte, eine Flanke. Hazard hatte die erste Chance der Partie mit einem nicht ungefährlichen Schuss aus spitzem Winkel. Die Stindl-Chance bereitete er gut vor, nach dem Wechsel gelang ihm der Führungstreffer. Die eigentlich als Flanke auf Hofmann gedachte Hereingabe von der linken Seite landete glücklicherweise im langen Eck. Alsdann vergab er die gute Gelegenheit zum zweiten Treffer, als er sich im Strafraum freistehend den Ball zu weit vorlegte. Note 3,5.

Lars Stindl: Wie schon erwähnt gibt es keinen Borussen, der die Sommerpause nötiger hat, als der Kapitän. Man möchte ihm 6 Wochen Hängematte verordnen, doch die Nominierung zum sportlich fragwürdigen Confed-Cup erlaubt keine längere Erholungsphase. Stindl betrieb auch gegen Darmstadt wieder einen hohen Aufwand, lief fast 12 Kilometer und rieb sich in vielen Zweikämpfen auf. Der Kapitän agierte viel zwischen den Linien und ließ sich fallen. Richtig zum Abschluss kam er in der ersten Halbzeit, als Heuer Fernandes den starken Stindl-Schuss aufs Eck bravourös parierte. Nach hinten raus fehlten Stindl ein paar Körner. Note 3,5.

Raffael: Auch für den Brasilianer war es der erste Startelfeinsatz seit dem Derby in Köln. Er versuchte sich gegen die dicht gestaffelten Darmstädter mit einigen Dribblings, konnte sich jedoch nur selten durchsetzen. Wenn er es bis in den Strafraum schaffte, schien er den Ball ins Tor tragen zu wollen. Eine Freistoßflanke verpuffte wirkungslos. Nach der Pause war er wirkungsvoller, u.a. bereitete er mit dem Doppelpass die Großchance für Dahoud vor. Seine Abschlussqualitäten bewies Raffael beim Kopfballtor zum 2:1, als er in Mittelstürmerposition durchstartete und einköpfte. Insgesamt merkte man auch ihm die fehlende Spielpraxis an. Note 3,5.

Julian Korb: Ersetzte in den letzten 16 Minuten den leicht angeschlagenen Johnson auf der rechten Abwehrseite. Er machte das solide, auch wenn er bei der Schlussoffensive der Darmstädter nicht immer richtig stand. Es spricht einiges dafür, dass es Korbs letzter Auftritt im Borussentrikot war. Ohne Note.

László Bénes: Löste Dahoud in der 74. Minute ab und brauchte etwas, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Konnte sich letztlich nicht mehr nachhaltig in Szene setzen. Ohne Note.

André Hahn: Sollte eigentlich schon früher eingewechselt werden, wurde aber aufgrund der ›Schutzauswechslung‹ von Dahoud nochmals zum Aufwärmen geschickt und kam schließlich zehn Minuten vor Schluss für Hazard. Mit einem Flachschuss hätte er um ein Haar getroffen. Ohne Note.

Einzelkritik: VfL Wolfsburg - Borussia Mönchengladbach 1:1 (0:1)

Erneut mit einem Remis verloren

von Redaktion TORfabrik.de
Mo Dahoud hatte einen schweren Stand (Foto: Stuart Franklin / Bongarts / Getty Images)

Mo Dahoud hatte einen schweren Stand (Foto: Stuart Franklin / Bongarts / Getty Images)

Borussia Mönchengladbach machte beim VfL Wolfsburg ein mehr als ordentliches Auswärtsspiel. Doch weil die Überlegenheit nicht zum Sieg führte, dürfen sich die Gladbacher nach dem Remis erneut als Verlierer fühlen.

Yann Sommer: Wurde nur selten geprüft von insgesamt harmlosen Wolfsburgern. Sowohl bei einem hohen Ball in den Strafraum, als auch bei den wenigen Schüssen auf sein Tor agierte er sicher. In der ersten Halbzeit mit einer Unkonzentriertheit bei einem Rückpass von Vestergaard, als ihm der Ball unter dem Fuß durchrutschte. Zum Glück konnte er relativ problemlos korrigieren. Beim Gegentor aus kurzer Distanz machtlos. In der Nachspielzeit rettete er mit einem starken Reflex beim ›Wasserball‹ gegen Gomez das Remis. Note 2,5.

Nico Elvedi: Hatte rechts kleinere Schwierigkeiten mit Ntep und bekam nicht immer Zugriff auf den Wolfsburger. Wirkliche Gefahr entstand daraus nicht. Das galt auch für Elvedis eigene Offensivaktionen. Er schaltete sich vor allem vor der Pause durchaus vielsprechend mit ein und kombinierte mit Traoré, aber es sprang kaum etwas dabei heraus. Beim Ausgleich sah er schlecht aus, auch wenn die Ballannahme und -verarbeitung von Gomez Extraklasse war. Dennoch hätte Elvedi ›die Tür zumachen‹ müssen und nicht einfach verdutzt stehen bleiben dürfen. Musste eine Viertelstunde vor Schluss angeschlagen raus, wobei er wohl schon gehandicapt ins Spiel gegangen war. Note 4,5.

Andreas Christensen: Sein Einsatz stand wegen Rückenbeschwerden lange auf der Kippe, erst kurz vor Anpfiff gab er grünes Licht. Zwischendurch war zu beobachten, dass er Dehnübungen für den Rücken machte. Die Probleme wurden im Spiel zunächst nicht sichtbar, denn es gab kaum ernsthafte Herausforderungen zu bewältigen. In der Drangphase der Wolfsburger wurde es hier und da knifflig, beim Gegentor passte das Timing nicht, um den Flankenball abzufangen. Aus dem Spiel heraus traute sich Christensen ab und an über die Mittellinie, kurz nach der Pause prüfte er Casteels mit einem gefährlichen Aufsetzer. Note 3,5.

Jannik Vestergaard: Blockte nach zwanzig Minuten stark gegen Bazoer und war kurz darauf auf der anderen Seite mit dem Führungstreffer zur Stelle, als er gut gezielt einköpfte. Insgesamt mit sicheren und stabilen Aktionen, wobei die Wolfsburger ihre Qualitäten eine Stunde lang allenfalls aufblitzen ließen. In der Situation kurz vor dem Gegentor drängte er Gomez erfolgreich ab. In der Schlussszene rutschte er beim Wolfsburger Konter durch den nassen Strafraum und hatte Glück, dass der Schiedsrichter das unabsichtliche Handspiel als solches wertete und Gomez anschließend an Sommer scheiterte. Note 3,0.

Nico Schulz: Hinterließ erneut einen positiven EIndruck, auch wenn er defensiv nicht immer stabil agierte. Aber er bereinigte kleinere Unachtsamkeiten oder Stellungsfehler selbst. Mit seinen beherzten Antritten über die linke Seite brachte er Dynamik in die Angriffe, so u.a. beim Konter zur Hahn-Chance nach der Halbzeit. Auch wenn nicht alles gelang, war sein Drang an und in den Strafraum eine Belebung. Allerdings muss er aufpassen, dass er hier und da nicht zu blauäugig agiert. Note 3,0.

Christoph Kramer: War der Fixpunkt und die ordnende Instanz im Mittelfeld. Er ging sehr organisiert zu Werke und hatte ein Auge darauf, dass die Staffelung nicht verloren ging. Herausragend sein Assist zum Führungstor, als er mit einem gefühlvollen Lupfer Vestergaard instinktiv bediente. Nach der Pause im Angriffsspiel mit einem misslungenen Lupfpass, über den er sich sichtlich ärgerte. In der starken Wolfsburger Phase unterliefen ihm einige Abspielfehler. Nach der Gewitterpause wirkte er körperlich wieder frischer. 12,7 Kilometer abzureißen, ist nach der langen Verletzungspause keine Selbstverständlichkeit. Note 3,0.

Mo Dahoud: Hatte anfangs schon Probleme, die Connection mit Stindl herzustellen. Das artete regelrecht aus, als er einen etwas zu kurzen Pass auf den Kapitän spielte und sich beide anschließend anmotzten. Auch sonst hatte Dahoud einen schweren Stand, weil Arnold ihm zusetzte und er sich in direkten Zweikämpfen nur selten behaupten konnte (3 von 13 laut Statistik). Zudem unterliefen Dahoud einige unnötige kleinere Foulspiele. Er hängte sich rein und lief am meisten von allen Akteuren. In der Endphase hatte er nach Raffael-Zuspiel noch eine Schusschance im Strafraum, wurde jedoch im letzten Moment geblockt. Note 4,0.

Ibrahima Traoré: Sorgte auf der rechten Seite für einigen Wirbel, zudem rochierte er mehrere Male wirkungsvoll. Was fehlte, war die finale Aktion. Nur bei der präzisen Flanke auf Hahn zu dessen Großchance nach der Pause war er wirklich effektiv. Mit zunehmender Dauer schwanden die Kräfte, was u.a. zum Ballverlust gegen Arnold führte, der letztlich zum Startsignal für die stärkste Wolfsburger Phase wurde. Ausgelaugt machte er zwanzig Minuten vor Schluss Platz für Raffael. Note 4,0.

André Hahn: Übernahm zunächst die Position auf der linken Seite, wo er sich vorne mühte, aber nicht entscheidend durchsetzen konnte. Das lag auch daran, dass er sich in einigen Situationen durch eine schlechte Ballbehandlung selbst ausbremste. Defensiv sehr aufmerksam, hielt er gut die Position. Beim Führungstor mit einem unfreiwilligen Querschläger auf Kramer involviert. Hatte nach dem Wechsel die große Chance zum 2:0, leider fehlte die letzte Präzision. Als Johnson kam, rückte er in die Spitze, nach der Einwechslung von Raffael auf rechts. Note 4,0.

Jonas Hofmann: Diesmal in zentraler Rolle operierend, öffnete er durch seinen großen Aktionsradius viele Räume. Er ließ sich immer wieder fallen und lief in Position. Passte gut auf beim Aussetzer von Guilavogui, traf jedoch leider nur den Pfosten. Auch gegen Gustavo am Fünfmeterraum setzte er gut nach, doch dann fehlte der letzte Tick. Richtige Zielstrebigkeit zeigte er nur bei seinem Distanzschuss, den Casteels übers Tor lenkte. Mit seiner flach ausgeführten Ecke an der Basis des Führungstreffers, dafür verschluderte er in der Schlusssekunde des ersten Durchgangs eine Freistoßflanke. Beim Rebound nach der Hahn-Chance fehlte ihm in letzter Instanz erneut die Galligkeit. Keine Minute später ließ er die nächste Gelegenheit im Strafraum leichtfertig liegen. Nach 66 Minuten wurde er von Johnson abgelöst. Note 4,0.

Lars Stindl: Hatte die erste Torchance der Partie, als sein Schuss knapp am Tor vorbei trudelte. Im Anschluss an den Hofmann-Pfostenschuss mit der Megachance, wobei er richtigerweise in entgegengesetzter Richtung zum Laufweg des Keepers schoss, dabei aber leider die Hacken von Guilavogui traf. In der Folgezeit kam er als Abschlussspieler nicht mehr richtig zur Geltung, dafür versuchte er sich mit wechselndem Erfolg als Verbindungsspieler zwischen den Linien. Nach der Gewitter-Unterbrechung mit einer guten Gelegenheit von der Strafraumecke, doch Casteels parierte den Schuss. Note 3,5.

Fabian Johnson: Gab an alter Wirkungsstätte in der 66. Minute sein Comeback und ordnete sich auf ›seiner‹ linken Seite ein. Er lief viel, doch die fehlende Matchpraxis war nicht zu übersehen. Ohne Note.

Raffael: Kam in der 71. Minute für Traoré und wurde zunächst aussichtslos steil geschickt. Doch dann ließ der Brasilianer seine Klasse aufblitzen, u.a. bei der Vorbereitung der Chancen von Stindl und Dahoud nach der Gewitter-Unterbrechung. Da wurde einem deutlich vor Augen geführt, welche Qualität in letzten Wochen durch Raffaels Ausfall gefehlt hat. Ohne Note.

Tobias Strobl: Ersetzte Elvedi in der letzten Viertelstunde und übernahm dessen Position auf der rechten Abwehrseite. Das machte er solide und schaltete sich einige Male mit nach vorne ein. Ohne Note.

Einzelkritik: Borussia Mönchengladbach - FC Augsburg 1:1 (0:0)

Viel Stückwerk, wenig Fußball

von Redaktion TORfabrik.de

In der 94. Minute kommt ein Hahn geflogen (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Borussia tat sich gegen den FC Augsburg ungemein schwer und wurde nur in der Anfangsphase dem Anspruch gerecht, alles für die Chance Europa zu geben. Die Einzelkritik fällt dementsprechend wenig euphorisch aus.

Yann Sommer: Der Goalie lieferte sich ein kleines Privatduell mit Finnbogason, das er letztlich nicht für sich entscheiden konnte. Zunächst erledigte er eine Pflichtaufgabe, als er einen Distanzschuss des Isländers abwehrte. Alsdann reagierte er herausragend mit einem Blitzreflex aus kurzer Distanz gegen den Angreifer und bewahrte seine Mannschaft vor der Pause vor dem Rückstand. Beim Gegentor durch Finnbogason sah Sommer dann im Verbund mit den Innenverteidigern schlecht aus: Er spekulierte, ähnlich wie bei einem Elfmeter, frühzeitig auf eine Ecke und bekam den Fuß nicht mehr so klar an den Ball, um ihn entscheidend abzulenken. Darüber hinaus als mitspielender Torwart aufmerksam (rechtzeitig herausgekommen nach einem Pass in den Rücken von Schulz), auch bei hohen Bällen sicher. Note 3,0.

Nico Elvedi: Bot zunächst eine recht unauffällige Leistung, indem er sich zwar am Spielaufbau beteiligte, aber nicht konsequent den Weg über die Mittellinie suchte. Die Raumaufteilung mit Herrmann gegen die tief stehenden Gäste passte nicht sonderlich. In der Defensive vor der Großchance von Finnbogason mit einem Aussetzer, als er plötzlich innehielt und Max ihm davonlief und unbedrängt in die Mitte passen konnte. Nach dem Wechsel im Spiel nach vorne suchend, aber auffällig nervös am Ball. Wurde in der 78. Minute ausgewechselt, als auf Dreierkette umgestellt wurde. Note 4,5.

Andreas Christensen: Der Borusse mit den meisten Ballkontakten und Pässen. Die Quote von 94 Prozent war klasse, wobei er fast ausschließlich Kurzpässe in der eigenen Hälfte spielte. Da Augsburg nicht presste, waren es zumeist risikolose Abspiele. Tempo oder Ideen brachte der Däne nur wenig ins Aufbauspiel. In der Defensive nicht oft gefordert, dann allerdings mit Schwierigkeiten. Sowohl im Stellungsspiel bei der Großchance von Finnbogason, als auch in zwei, drei weiteren Situationen. Beim Gegentor ließ er sich erst zu einfach abkochen und rutschte dann beim Versuch, den falschen Richtungswechsel zu korrigieren, entscheidend weg. Note 4,0.

Jannik Vestergaard: Hatte annähernd so viele Ballaktionen wie sein Nebenmann Christensen. In der Defensive zunächst sicher, zwei-, dreimal stand er richtig und ließ Augsburger Angriffsversuche an sich abprallen. Verlor allerdings ein Kopfballduell, als ein Gegenspieler den Ball gefährlich verlängern konnte. Traute sich im Spiel mehrfach über die Mittellinie und brachte sogar mit Einzelaktionen etwas Unerwartetes ein. Beim Gegentor verließ er sich zunächst auf Christensen und konnte dann nicht mehr eingreifen, wohl auch weil er einen Elfmeter vermeiden wollte. In der Schlussphase in vorderster Front unterwegs und mit seinem (fast verunglückten) Zuspiel auf Traoré am Ausgleich beteiligt. Note 3,0.

Nico Schulz: Der Matchwinner von letzter Woche versuchte mehrmals, Tempo aufzunehmen und über die linke Seite durchzustarten. Weil ansonsten Stillstand herrschte, blieben die Versuche Stückwerk. Doch mit einigen Einzelaktionen wusste er durchaus zu gefallen - so bereitete er die Herrmann-Chance nach der Pause mit einem beherzten Einsatz gegen mehrere Augsburger und dem Zuspiel auf Hofmann vor. Das Gegentor leitete er mit einem Einwurf auf Stindl ein, der das Kopfballduell verlor. In der Defensivarbeit hatte Schulz ab und an Probleme im Positionsspiel, ohne allerdings gravierende Fehler zu machen. Rückte nach den Umstellungen in der Schlussphase auf rechts ins Mittelfeld. Note 3,5.

Mo Dahoud: Startete durchaus mit Schwung und guten Ideen in die Partie und kurbelte das Angriffsspiel mit einigen Aktionen, vor allem in Richtung rechte Seite, an. Er selbst hatte einen ordentlichen Abschluss mit links. Doch im weiteren Verlauf passte er sich mit Timing und Tempo dem Trott an, der in der zweiten Halbzeit das Gladbacher Spiel prägte. Trotz großem Laufpensum und viel Ballbesitz, setzte Dahoud keine entscheidenden Akzente. Note 3,5.

Laszlo Bénes: Zeigte sich engagiert und war am Ball sichtlich darum bemüht, ihn schnell zu verarbeiten und mit Dynamik etwas zu inszenieren. Doch einiges verpuffte im dichten Augsburger Defensivverbund. In einer Situation traute er sich nicht, aus der Distanz zu schießen und legte auf rechts ab. Bei anderer Gelegenheit suchte er den Abschluss, bei dem die Präzision fehlte. Insgesamt litt Bénes wie Dahoud darunter, dass im Sog des niedrigen Tempos immer alles zugestellt war. Machte nach 67 Minuten Platz für Kramer. Note 4,0.

Patrick Herrmann: War der auffälligste Gladbacher Offensivspieler in der ersten halben Stunde. Fast alle Angriffe wurden auf die rechte Seite verlagert, wo Herrmann an und in den Strafraum gelangte. Mit energischem Nachsetzen holte er eine Ecke raus, in einer anderen Situation geriet sein Schuss aus spitzem Winkel zu ungenau. Herrmanns Manko war, dass er mit seinen Hereingaben aus vielversprechender Position nie den Mitspieler fand. Im weiteren Verlauf tauchte er immer mehr ab und nachdem er kurz nach der Pause die Hereingabe von Hofmann um eine Fußspitze verpasste, war nichts mehr von ihm zu sehen. In der 58. Minute, unmittelbar nach dem Gegentor, wurde er von Traoré abgelöst. Note 4,5.

Jonas Hofmann: War wieder der laufstärkste Spieler auf dem Platz, hatte einen großen Aktionsradius und seine Ideen waren durchaus gut. Doch wie so oft sorgte Hofmann mit vielen Flüchtigkeitsfehlern und einigen unerklärlichen Aktionen dafür, dass er sich all das postwendend kaputt machte, was er mit so viel Einsatz aufgebaut hatte. So nahm er in Abseitsposition einen Ball an, anstatt ihn zur Ecke durchlaufenzulassen oder schlug im entscheidenden Moment mit dem Ball am Fuß den Haken in die falsche Richtung. Kurz vor der Pause hätte er Borussia zwingend in Führung bringen müssen, als er freistehend das Stindl-Zuspiel zunächst technisch unsauber annahm und dann mit der Pike am Tor vorbei beförderte. Nach der Pause zunächst mit der guten Hereingabe in Richtung Herrmann, danach unterliefen ihm bei allem Eifer immer wieder einfache Fehler. Note 4,5.

Lars Stindl: Suchte die Räume zwischen den Augsburger Linien und trat dort mehrfach als Verbindungsspieler in Erscheinung. Bei den Verlagerungen auf die rechte Seite war er beteiligt, genauso wie an den meisten anderen gelungenen Kombinationen in der ersten halben Stunde. Zur Riesenchance von Hofmann gab er den gut getimten Flachpass - besser ging es nicht. In der zweiten Halbzeit konnte er sich immer weniger in Szene setzen. Er versuchte krampfhaft, etwas zu inszenieren, blieb jedoch oft hängen, baute körperlich deutlich ab und sah eine Gelbe Karte für eine Schwalbe. Note 4,0.

André Hahn: Gegen den tiefstehenden und inaktiven Gegner stand Hahn meist auf verlorenem Posten. Er hängte sich zwar wie gewohnt rein, doch er kam nicht in Abschlussposition. Im Kombinationsspiel auf engem Raum lief wenig zusammen. Ein Flankenversuch von rechts, der weit hinter dem Tor landete, sorgte für erste Unmutsäußerungen im Publikum. Hahn versuchte es weiter und belohnte sich in der Nachspielzeit mit dem Treffer zum Ausgleich. Note 4,5.

Ibrahima Traoré: Ersetzte Herrmann ab der 58. Minute und verhaspelte sich zunächst bei seinen Aktionen, als er mehrere Dinge auf einmal machen wollte. So verursachte er u.a. eine unnötige Ecke. Traoré fing sich und stiftete Verwirrung, indem er mit Ball am Fuß mit Tempo auf den Gegner zulief. In der Nachspielzeit verarbeitete er das eigentlich zu weite Zuspiel von Vestergaard auf der linken Seite sensationell und bereitete mit feinem Curve-Dribbling und anschließender Flanke den Ausgleich vor. Ohne Note.

Christoph Kramer: Kam in der 67. Minute für Bénes und war bemüht, den logischerweise noch fehlenden Rhythmus durch ruhiges Passspiel zu gewinnen. Schwung oder Kreativität brachte er so nicht in die ohnehin schon lethargische Partie. Ohne Note.

Tobias Strobl: Wurde in der 78. Minute für Elvedi eingewechselt und es wurde auf Dreierkette umgestellt. Strobl übernahm die mittlere Position in der Kette. Auffällig wurde er nicht mehr, außer dass er vor dem Ausgleichstreffer zum Glück den Flankenball passieren ließ, den Hahn dann verwertete. Ohne Note.

Einzelkritik: Mainz 05 - Borussia Mönchengladbach 1:2 (0:1)

Balsam für die Seele

von Redaktion TORfabrik.de
Mo Dahoud gegen Stefan Bell (Foto: Maja Hitij / Bongarts / Getty Images)

Mo Dahoud gegen Stefan Bell (Foto: Maja Hitij / Bongarts / Getty Images)

Borussia Mönchengladbach hielt mit dem 2:1-Erfolg in Mainz Anschluss an die internationalen Ränge und sorgte gleichzeitig dafür, dass die Verarbeitung der Enttäuschung über das Verpassen des Pokal-Finales voranschreitet. In Mainz war die Teamleistung die Basis des Erfolgs.

Yann Sommer: Auch wenn Mainz nur wenige Großchancen hatte, bekam Borussias Schlussmann einiges zu tun. Im ersten Durchgang war er direkt zu Beginn wachsam bei einem Muto-Kopfball, kurz vor der Pause lenkte er einen sich senkenden Brosinski-Schuss zur Ecke. Der Mainzer probierte es auch im zweiten Durchgang aus der Distanz, einen tückischen Flatterball wehrte Sommer ab. In der Schlussphase reagierte er gut per Fußabwehr und den Freistoß von de Blasis lenkte er mit den Fingerspitzen über den Querbalken. Beim Gegentor war Sommer ohne Abwehrchance. Darüber hinaus als mitspielender Torwart ordentlich und mit einer guten Strafraumpräsenz bei hohen Hereingaben. Note 2,0.

Nico Elvedi: Offenbarte direkt zum Start seine Probleme beim Kopfballtiming, als er Muto zu einfach zum Abschluss kommen ließ. In dieser Disziplin muss dringend mit Elvedi gearbeitet werden. In der Folgezeit machte der Schweizer ein dezentes Spiel, wobei er zwei, dreimal mit gutem Stellungsspiel Mainzer Pässe abfing. Im Spiel nach vorne harmonierte er bei einigen Spielzügen gut mit Herrmann. Nach der Pause leitete er das 2:0 mit seiner Flanke auf Hofmann ein. In der Endphase, als Mainz drückte, mit kleineren Wacklern, aber letztlich ohne gravierenden Fehler. Note 3,5.

Andreas Christensen: Hatte gemeinsam mit Vestergaard die Defensivzentrale bis in die Schlussphase hinein im Griff. Mainz stellte allerdings auch kaum schwere Aufgaben. Christensen löste das meiste mit seiner üblichen Abgeklärtheit. Nur einmal, als er auf rechts raus rückte, ließ er sich düpieren. Im Passspiel gewohnt sicher, allerdings ging er dabei auch kaum ein Risiko ein. Zwei-, dreimal traute er sich aus dem Spiel heraus mit Ball über die Mittellinie, brach die Aktionen aber zeitig ab um wieder seine Position einzunehmen. Köpfte vor der Pause das vermeintliche 2:0, was nicht gegeben wurde, weil der Ball nach Ausführung des Eckstoßes in der Luft im Toraus gewesen sein soll. Note 3,0.

Jannik Vestergaard: In der Zusammenarbeit mit Christensen eine Bank. Vestergaard war stabil in den Zweikämpfen, blockte in einer Situation Onisiwo sehr konsequent. Beteiligte sich aktiv am Aufbauspiel, was ohne großen Mainzer Druck sehr ordentlich vonstattenging. Die Statistik weist Vestergaard als Gladbacher mit den meisten Ballaktionen aus. Im gegnerischen Strafraum konnte er sich bei den Standards nicht in Szene setzen. Note 3,0.

Nico Schulz: Bei seinem Startelfdebüt unter Dieter Hecking wurde er aufgrund seiner Offensivaktionen zum Mann des Tages. Ganz stark, wie er vor dem 1:0 das Tempo anzog und gradlinig den Weg in die Box suchte. Diese Zielstrebigkeit ohne Geschwindigkeitsverlust überforderte die Mainzer. Dass Schulz eigentlich selbst schießen wollte - geschenkt. Die Aktion war klasse. Nach der Pause als Torschütze erfolgreich, weil er wachsam war und beim Abschluss die Ruhe behielt. Auch darüber hinaus mit einigen guten Antritten über die linke Seite. Im Kerngeschäft als linker Verteidiger mit kleineren Schwierigkeiten gegen Onisowo. Als später de Blasis kam, wurde es einige Male brenzlig. Zwei, drei Befreiungsversuche waren sehr von Panik geprägt. Dennoch insgesamt ein gelungener Auftritt des 24-Jährigen. Note 2,5.

Mo Dahoud: Zeigte sich gewohnt laufstark und insgesamt stabiler als in den letzten beiden Partien. Allerdings streute er hier und da einen Fehlpass in der Zentrale ein, der Mainz Umschaltmöglichkeiten eröffnete. In zwei, drei Situationen fehlte seinen Pässen der nötige Drive (u.a. auf Hahn). In der Rückwärtsbewegung ab und an etwas nachlässig, als er zu große Lücken entstehen ließ. Das machte er im Verlauf der Partie besser und auch in den direkten Duellen wusste er sich zu behaupten. Schoss ein schönes Tor, das unberechtigterweise wegen eines angeblich vorausgegangenen Fouls von Hahn nicht gegeben wurde. In der Schlussphase mit wichtigen Defensivaktionen, so half er u.a. auf links effektiv mit aus. Gerade nochmal gut ging ein unnötiger Ballverlust unmittelbar nach dem Mainzer Anschlusstreffer, als Muto nur aufgrund der knappen Abseitsstellung nicht den Ausgleich markierte. Note 3,0.

Laszlo Bénes: Konnte bei seinem zweiten Einsatz von Beginn an den guten Eindruck der letzten Wochen bestätigen. Am Ball agierte er mit einer bemerkenswerten Selbstverständlichkeit, wobei er sich auch von einigen misslungenen Aktionen nicht aus dem Konzept bringen ließ. Auch im Defensivzweikampf stabil, u.a. mit einem Klasse-Tackling an der Außenlinie. Bénes war sehr aktiv und hatte viele Ballaktionen. Glück hatte er, dass ein schlimmer Fehlpass nach knapp einer Stunde genauso folgenlos blieb wie ein Mainzer Gegenzug, nachdem er über den Ball gestolpert war. Vor dem eigenen Tor rettete er im letzten Moment, nachdem Schulz von Onisowo an der Grundlinie überspielt wurde. Nach 77 Minuten wurde er durch Strobl ersetzt. Note 3,0.

Patrick Herrmann: War der Startelfspieler mit den mit Abstand wenigsten Ballaktionen. Die Statistik weist lediglich 20 Ballkontakte in 82 Minuten auf. Dennoch wirkte Herrmann über weite Strecken der ersten Halbzeit als Aktivposten, weil er viel unterwegs war. Zweimal kam er im Strafraum hervorragend bis zur Grundlinie durch, zudem machte er die nötigen Wege nach hinten und schloss die Räume. Nach der Pause tauchte er zusehends ab und wurde schließlich durch Traoré ersetzt. Note 3,5.

Jonas Hofmann: Wieder der Borusse, der die meisten Wege machte. Es ist schon erstaunlich, was Hofmann in dieser Beziehung abruft. Zu bemängeln bleibt, dass er sich zu wenig belohnt für all den Aufwand. Auch in Mainz hatte er einige vielversprechende Ansätze, doch es fehlte die letzte Entschlossenheit. So hatte er vor dem 2:0 durch die falsche Drehung eigentlich eine Mega-Chance vertändelt, der Ball landete mit Glück und Mainzer Hilfe beim Torschützen Schulz. Hofmann arbeitete viel und stand mit seiner Ballsicherung und dem Pass auf Schulz an der Basis des Führungstreffers. Erst in der Schusssequenz zeigte er wirkliche Zielstrebigkeit vor dem gegnerischen Tor, als er Stindl den Ball wegschnappte und selbst abschloss - allerdings schoss er deutlich über das Tor. Glück hatte Hofmann, dass der Referee ein Foul an Donati an der Strafraumgrenze nicht ahndete. Note 3,0.

Lars Stindl: Der Kapitän war wieder einmal ein Vorbild an Lauf- und Einsatzbereitschaft. Nach zwei Ungenauigkeiten direkt zu Beginn rackerte er zwischen den Linien und war als Verbindungsspieler in viele Duelle verwickelt. Vorne war ein Lupferversuch aus der Distanz letztlich zu harmlos, nach guter Vorarbeit von Herrmann konnte Stindl im Sechzehner nicht finalisieren. Das glückte ihm dann beim 1:0, was in der Vollendung einfach war. Bemerkenswert der zielstrebige Laufweg und das Tempo. Nach der Pause geriet ein Schussversuch zum möglichen 3:0 etwas zu mittig. In der Schlussphase arbeitete er vornehmlich am eigenen Strafraum. In der Nachspielzeit machte er Sow Platz, als noch etwas Zeit von der Uhr genommen wurde. Note 2,5.

André Hahn: Eine typische Szene hatte Hahn nach fünf Minuten: Da holte er sich hinten den Ball mit gutem Einsatz und legte die Kugel auf dem Weg nach vorne ins Seitenaus. Es ist wirklich bedauerlich, dass er sich für seinen nimmermüden Einsatz nicht mehr belohnt. Hahn führte mit Abstand die meisten Zweikämpfe, produzierte allerdings auch die meisten Fehlpässe. Vor dem vermeintlichen 2:0 durch Dahoud wurde sein Einsatz zu Unrecht abgepfiffen und das Tor nicht gegeben. Nach der Pause arbeitete er weiter unermüdlich, für den entscheidenden Konter zum dritten Tor fehlte ihm letztlich die Kraft. In einer Situation holte er im Sprint alles raus, verzog beim Abschluss jedoch deutlich. Dennoch war er als ›Fighter‹ ein wichtiger Baustein für den Auswärtssieg. Note 3,5.

Tobias Strobl: Ersetzte den entkräfteten Bénes in den letzten 13 Minuten. Zeigte sich in der anbahnenden Abwehrschlacht als Stütze und trug am Ball mit seiner Passsicherheit zur Beruhigung bei. Ohne Note.

Ibrahima Traoré: Kam in der 82. Minute für Herrmann und hatte in den acht Minuten plus Nachspielzeit keinen einzigen Ballkontakt. Ohne Note.

Djibril Sow: Der Pechvogel vom Elfmeterschießen kam in den letzten Sekunden der Nachspielzeit zu seinem Bundesligadebüt. Für seine erste Ballaktion muss er allerdings bis zum zweiten Einsatz warten. Ohne Note.

Einzelkritik: Borussia Mönchengladbach - Borussia Dortmund 2:3 (1:1)

Verdiente Niederlage

von Redaktion TORfabrik.de
Nico Elvedi lieferte sich packende Duelle mit dem flinken Christian Pulisic.  (Foto: Maja Hitij / Bongarts / Getty Images)

Nico Elvedi lieferte sich packende Duelle mit dem flinken Christian Pulisic. (Foto: Maja Hitij / Bongarts / Getty Images)

Die Niederlage der Gladbacher Borussia gegen die Namenscousine aus Dortmund war verdient, da der Gast das bessere Team war. Die Borussen fanden nicht die richtige Mischung - weder als Team, noch individuell.

Yann Sommer: War der Gladbacher mit den viertmeisten Ballkontakten, was deutlich macht, wie sehr er als ›Notlösung‹ gegen das Dortmunder Pressing mit Rückpässen beschäftigt war. Dass der Schweizer die meisten Fehlpässe spielte, ist der Tatsache geschuldet, dass ihm oft nur Verzweiflungsversuche blieben. In seinem Kerngeschäft mit einer überragenden Rettungstat gegen Dembélé in der ersten Halbzeit und einem sicher gehaltenen Schuss von Pulisic nach der Pause. Beim Elfmeter spekulierte er früh auf die Ecke, so dass er den nicht fest und noch dazu mittigen Schuss von Reus nicht parieren konnte. Beim 2:2 wurde Sommer von Aubameyang umkurvt, beim finalen Gegentor ohne Abwehrchance gegen die Kopfballweiterleitung ins lange Eck. Note 3,0.

Nico Elvedi: Hatte große Mühe mit dem lebhaften Pulisic, der ihm mehrfach entwischen konnte. Zudem klappte die Abstimmung mit Traoré nicht. Beide diskutierten des Öfteren, weil die Übernahme des nachrückenden Guerreiro nicht funktionierte. Im Spiel nach vorne vor der Pause fast nicht existent, konnte sich der Schweizer nach dem Seitenwechsel zumindest in Ansätzen zeigen. Dabei trieb er den Ball einige Male mit bemerkenswertem Tempo nach vorne, doch es fehlte die Idee und das Zutrauen, die Aktion abzuschließen. Nach seiner (zweifelhaften) Gelben Karte in der 71. Minute latent platzverweisgefährdet, weil er immer wieder in die direkten Duelle gegen die konternden Dortmunder Flitzer musste. Machte daher in der 81. Minute Platz für Korb. Note 4,0.

Andreas Christensen: Startete mit einem Foul (Ziehen) nach wenigen Sekunden gegen Reus. Sein Wegrutschen im Zweikampf mit Pulisic leitete die Elfmetersituation ein. Hatte im Spielaufbau gegen das Pressing der Dortmunder Probleme und spielte die meisten Rückpässe zu Sommer. Vor dem 2:2 fehlte zur Unterbindung des Passes auf Aubameyang ein halber Schritt. Christensen versuchte, mit beherzter Grätsche auf der Linie zu klären, doch Aubameyang setzte den Schuss in der perfekten Höhe über Christensen hinweg ins Netz. Der Däne unterband zwei, drei Kontersituationen mit starkem Stellungsspiel, musste allerdings auch mehrere Schnittstellenpässe passieren lassen. Note 4,0.

Jannik Vestergaard: Wie die Kollegen wirkte er verunsichert durch das Forechecking der Dortmunder. Der eine oder andere Panikpass unterlief dem langen Dänen, wobei er auch einen der seltenen gelungenen weiten Pässe (nach rechts zu Hofmann) spielte. Wehrte sich gegen die flinken Dortmunder mit allen Kräften und konnte zumindest als ›Rammbock‹ das eine oder andere Mal dazwischenfunken. In der zweiten Halbzeit wurde es zeitweise sehr undankbar, als Dortmund vermehrt Raum zum Kontern bekam und er noch mehr in Laufduelle verwickelt wurde. Der schwache Kopfball in Richtung Strobl, mit dem er Dortmund zum 2:2 einlud, war gleichwohl ein ziemlicher Fauxpas. Note 4,0.

Oscar Wendt: Konzentrierte sich zunächst ausschließlich auf die Defensive, wo er mit Dembélé alle Hände voll zu tun hatte, auch wenn Dortmund insgesamt über die rechte Gladbacher Seite gefährlicher war. In der gegnerischen Hälfte tauchte Wendt erst nach dem Seitenwechsel nachhaltig auf. Er ging deutlich energischer und bissiger zu Werke. Mit seiner scharfen Hereingabe hatte Wendt großen Anteil am Führungstreffer. Er blieb weiter ›hoch‹ postiert, was Dortmund in seinem Rücken einige Räume bescherte (u.a. bei der Pulisic-Chance). Dennoch war Wendt insgesamt der stabilste Gladbacher Abwehrspieler. Note 3,5.

Mo Dahoud: Startete mit dem Foulspiel zum Elfmeter äußerst unglücklich ins Spiel. Dieser missglückte Einsatz sowie die ihn offensichtlich vom Kopf her deutlich hemmende Situation um seinen Wechsel nach Dortmund führten zu einer bemühten, aber letztlich schwachen Leistung des 21-Jährigen. Sein Spiel war geprägt von Kurz- und Rückpässen, am Ball fehlte ihm die gewohnte Selbstverständlichkeit. So traf er auch in der insgesamt stärksten Phase des Teams nach dem Seitenwechsel mehrere falsche Entscheidungen. Die Auswechslung nach 64 Minuten gegen Bénes war folgerichtig, die lautstarken Pfiffe allerdings völlig unangebracht. Note 4,5.

Tobias Strobl: Wartete mit einer großen Laufleistung (12,75 Kilometer) auf und arbeitete mit viel Aufwand im Mittelfeld. Vor der Pause rettete er mit letztem Einsatz am Fünfmeterraum gegen den einschussbereiten Reus. Als Verbindungsspieler im Aufbau gegen die attackierenden Dortmunder hatte Strobl Schwierigkeiten, wobei er zunächst die persönlichen Fehler gering halten konnte. Spielerisch vermochte er allerdings kaum etwas beizutragen. Nach der Pause unterlief ihm ein Riesenbock gegen Reus, der nur mit viel Glück nicht bestraft wurde. Beim 2:2 involviert, als er den schlechten Kopfball von Vestergaard nicht erreichte und dann von Castro und Dembélé aus dem Spiel genommen wurde. Note 4,0.

Ibrahima Traoré: Fiel zunächst nur dadurch auf, dass er in der Rückwärtsbewegung große Probleme mit dem nachrückenden Guerreiro hatte. Das lag weniger an der mangelnden Bereitschaft von Traoré, die Wege zu machen, sondern vielmehr an der Abstimmung mit Elvedi hinsichtlich der Übernahmen. Da war viel Ratlosigkeit zu erkennen. Sein Wegrutschen im Mittelfeld gegen Reus und Pulisic eröffnete Dembélé die Großchance. Vorne konnte er sich kaum in Szene setzen, eine Freistoßflanke von der rechten Seite war schwach. Nach der Pause im allgemein offensiveren Spiel mehr am Ball, jedoch ohne eine wirklich nennenswerte Aktion. Ein krasser Fehlpass leitete einen Dortmunder Konter ein, etwas später wurde er durch Herrmann ersetzt. Note 4,5.

Jonas Hofmann: War gegen seinen Ex-Klub der ›Marathon-Man‹: Mit 12,8 Kilometern war er der laufstärkste Akteur auf dem Platz. Doch auch diesmal standen Aufwand und Ertrag nicht im richtigen Verhältnis. Er war aktiv, ließ sich fallen und versuchte das Spiel aus der Tiefe anzutreiben. Hofmann war sichtlich bemüht, Tempo ins Spiel zu bringen, doch er schaffte es nicht, seine Aktionen konsequent zu finalisieren. Mehrfach machte er gute Ansätze durch einen flapsigen Ballverlust kaputt. Trotz seiner bekannten Zaghaftigkeit im Zweikampf eroberte er mehrere Bälle, verdaddelte sie letztlich aber wieder. In der Schlussphase verursachte Hofmann den Freistoß vor dem 2:3. Note 4,0.

Lars Stindl: Fand zu Beginn aufgrund des nicht existenten Offensivspiels nur wenig Bindung. Der Kapitän ließ sich daraufhin zurückfallen, um mit aufzubauen. Das gelang teilweise, allerdings fehlte nun auf der vorgezogenen Linie ein Spieler, der mal einen Ball ›festmachen‹ konnte. Stindl lief erneut über 12 Kilometer, sein Hauptwirkungskreis war die Zone in Höhe der Mittellinie. Beim Treffer zum 1:1 rückte er zum richtigen Zeitpunkt mit auf und verwandelte den einzigen Gladbacher Torschuss vor der Pause eiskalt. Im zweiten Durchgang war Stindl an mehreren guten Kombinationen beteiligt. Mit seinem tollen Anspiel bereitete er die Herrmann-Chance vor. Note 3,5.

André Hahn: Fand zunächst überhaupt keine Bindung und hatte nur ganz wenige Aktionen, bei denen zudem die Ballbehandlung zu Wünschen übrig ließ. Über seine nimmermüde Einsatzbereitschaft biss er sich nach und nach ins Spiel. Nach dem Merino-Fauxpas legte er gut für Stindl auf und nach der Pause sorgte er mit seiner Körperlichkeit für einige Verwirrung in der Dortmunder Hintermannschaft. So holte er die Ecke vor dem Ausgleich heraus und hatte darüber hinaus noch einige Aktionen, die seinem großen Willen geschuldet waren. Unter dem Strich bestritt Hahn die meisten Zweikämpfe, sprintete mehr als alle anderen Gladbacher und lief 12,65 Kilometer. Note 4,0.

Laszlo Bénes: Kam nach einer Stunde für Dahoud und läutete damit die Zukunft in Gladbach ein. Bénes war direkt im Spiel und konnte sowohl mit seinen Pässen, als auch seinem Zweikampfverhalten gefallen. Die Dynamik am Ball war vielversprechend. Ohne Note.

Patrick Herrmann: Kam nach seiner Einwechslung in den letzten zwanzig Minuten nur zu sechs Ballkontakten. Einer hätte allerdings die Gladbacher Führung bedeuten können, vielleicht müssen: Nach Stindl-Pass scheiterte Herrmann an Bürki. Ohne Note.

Julian Korb: Ersetzte den rotgefährdeten Elvedi in den letzten zehn Minuten auf der rechten Abwehrseite. Das machte er recht ordentlich, allerdings unterlief ihm beim Tor zum 2:3 der entscheidende Fehler, als er zwar an Guerreiro dran war, aber nicht mit hoch zum Kopfball ging. Ohne Note.

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