Heimspiel am Sonntag gegen Mainz

»Es wird wieder darum gehen, wie wir unser Spiel durchbringen«

von Heimspiel am Sonntag gegen Mainz

Dieter Hecking auf der Pressekonferenz am Freitag vor der Partie gegen Mainz (Foto: TORfabrik.de)

In der letzten Partie des achten Spieltags trifft Borussia Mönchengladbach am Sonntag um 18 Uhr auf Mainz 05. Dieter Hecking kann nahezu aus dem Vollen schöpfen, lediglich Raffael steht nicht zur Verfügung.

Die Aufzählung der Verletzten bei Borussia Mönchengladbach nahm über weite Teile der Rückrunde den meisten Platz auf den Info-Zetteln ein, die im Borussia-Park auf den Pressekonferenzen vor einem Bundesligaspieltag verteilt werden. Am Freitag tauchte da nur ein Name auf und es gab sogar Raum für nähere Erläuterungen.

»Bis auf Raffael (Trainingsrückstand, soll in der kommenden Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen) stehen Borussia am Sonntag für das Spiel gegen Mainz alle Spieler zur Verfügung«, stand da zu lesen.

Dass es nur einen Ausfall zu beklagen gibt, ist höchst erfreulich. Gleichzeitig ist damit verbunden, dass sich mehrere Borussen auf der Tribüne wiederfinden werden, denen eigentlich ein Kader- oder sogar Startelfplatz zugetraut wird. Zuletzt in München rutschte Fabian Johnson aus dem Aufgebot, obwohl er im Grunde auch gut in der Anfangself hätte stehen können.

»Das ist meine Aufgabe, das muss ich moderieren«, weiß Dieter Hecking. »Es wird Härtefälle geben und das wird bei den Spielern nicht auf Gegenliebe stoßen. Diese Entscheidungen sind hart, aber sie gehören dazu. Ich hoffe, dass ich bei der Auswahl immer richtig liege, aber das wird vielleicht auch mal nicht so klappen, wie jetzt in München.«

»Da sind auch Spieler dabei, die bei uns auf dem Zettel waren«

In der Allianz-Arena verblüffte der Trainer mit der Startelfnominierung von Lars Stindl als zentralen Stürmer. Ob es am Sonntag ähnliche Überraschungen geben wird, wurde natürlich nicht verraten. Selbst das Heimcomeback für Kapitän Stindl ist noch nicht in Stein gemeißelt. »Ich sehe ihn noch nicht bei 100 Prozent, aber das kann er auch noch nicht sein«, sagte Hecking mit Blick auf Stindls lange Zwangspause.

So wird Hecking mit seinem Trainerteam noch ordentlich tüfteln, wie er den Mainzern beikommen kann. »Es ist eine sehr laufstarke Mannschaft, die sehr viele Sprints ansetzt und sehr kompakt daherkommt«, warnte Hecking vor den Rheinhessen. Er strich heraus, dass Mainz im Sommer zwar Leistungsträger verloren habe, gleichzeitig aber auch für viel Geld eingekauft habe. »Da sind auch Spieler dabei, die bei uns auf dem Zettel waren«, sagte Hecking - natürlich ohne die konkreten Namen zu nennen.

Nach dem Sieg über die Bayern ist die Stimmungslage um die Borussia ausgezeichnet. Und das soll auch so bleiben, wenn es nach Hecking geht. »Warum soll ich die Euphorie von außen bremsen? Das hilft uns vielleicht auch im Spiel. Aber die Leute dürfen natürlich nicht mit der Erwartung kommen, dass wir Mainz mal eben aus dem Stadion schießen. Wir sollten weiter aus einer demütigen Rolle agieren, auch unsere Fans. Wir sollten jeden Gegner respektieren und Mainz macht es wirklich gut. Aber wir sind auch gut, das haben wir - unabhängig vom Sieg in München - gezeigt. Das müssen wir auf den Platz bringen, das ist unsere Aufgabe.«

»Ich weiß aber auch, dass es irgendwann mal einen Rückschlag geben wird«

»Es wird wieder darum gehen, wie wir unser Spiel durchbringen«, so Hecking. Dass der eine oder andere Spieler die Aufgabe auf die leichte Schulter nimmt, ist nicht zu befürchten. Schon alleine aufgrund der Konkurrenzsituation kann sich niemand erlauben, an irgendeiner Stelle nachzulassen. Zudem ist klar, dass trotz des Überraschungserfolgs in München und der aktuell guten Tabellensituation noch reichlich Unwägbarkeiten gibt.

»Ich bin weit davon entfernt, schon ein Fazit zu ziehen«, so Hecking. »Mich freut es, dass die Dinge, die wir in der sportlichen Leitung im Sommer etwas reformiert haben, anscheinend - wir sind immer noch früh in der Saison - greifen. Ich weiß aber auch, dass es irgendwann mal einen Rückschlag geben wird. Aber den wollen wir möglichst lange nach hinten schieben.«

 


von Marc Basten

 

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