Profis – Hintergrundartikel 2017 / 2018

Kritik am Trainer hält an

Hecking und das verlorene Jahr

von Marc Basten

Weiter umstritten - Dieter Hecking (Foto: Lars Baron / Bongarts / Getty Images)

Die Saison ist vorbei, die Aufarbeitung noch in vollem Gange. Das wird auch noch einige Zeit dauern, denn es müssen die Lehren gezogen werden aus einem verlorenen Jahr. Auch von und mit Dieter Hecking.

Borussia Mönchengladbach wird mit Dieter Hecking in die neue Saison gehen. Das hat Sportdirektor Max Eberl vor einigen Wochen bekräftigt. Viele Borussenfans sind darüber nicht gerade erfreut - die Hecking-Gegner sind im Laufe der letzten Saison nicht weniger geworden.

Ist Hecking nun der unfähige Trainer oder ist er der Mann, mit dem Borussia ohne Wenn und Aber in die neue Saison gehen muss? Wie immer ist die Antwort in der Mitte zu finden. Wer sich mit Dieter Hecking auseinandersetzt, wer seine Arbeitsweise beobachtet und mit ihm spricht, der wird feststellen, dass es einfach nur lächerlich ist, ihm Ahnungslosigkeit vorzuwerfen. Hecking ist ein Fachmann, mit klarem Blick und einer sehr realistischen Vorstellung, was man mit einem Kader machen kann und was besser nicht.

Alle Beobachter sind sich einig, dass Borussia in der gerade zu Ende gegangenen Saison durch belegbare Fehlentscheidungen klar benachteiligt wurde und es eine Vielzahl von Verletzungen gegeben hat, die nichts mit dem Trainer und seiner Belastungssteuerung zu tun haben. Allein die dadurch begründeten fehlenden Punkte hätten für einen Europacupplatz gereicht.

Vierjahresvertrag

Fix! Borussia verpflichtet Keanan Bennetts

von Neuverpflichtung

Keanan Bennetts hat bei Borussia für vier Jahre unterschrieben (Foto: Bryn Lennon / Getty Images)

Borussia Mönchengladbach gibt die erste Neuverpflichtung bekannt: Aus England kommt Keanan Bennetts. Der 19-Jährige unterschrieb einen Vierjahresvertrag.

Seit ein paar Tagen befand sich der Name Keanan Bennetts in der Gerüchteküche – seit heute kann er aus dieser gestrichen werden. Aus dem Gerücht wurden Fakten: Bennetts hat bei Borussia Mönchengladbach einen Vierjahresvertrag unterschrieben.

»Keanan kann in der Offensive mehrere Positionen spielen, in dieser Saison ist er für Tottenham in der Premier League 2 und in der UEFA Youth League zum Einsatz gekommen«, wird Borussias Sportdirektor Max Eberl in der Pressemitteilung des Vereins zitiert. »Wir trauen ihm den Sprung in die Bundesliga zu und freuen uns, dass er sich für Borussia entschieden hat.«

Bennets stand bei Tottenham Hotspur unter Vertrag, wo er in dieser Saison in der zweiten Mannschaft 22 Einsätze hatte (7 Tore, 4 Assists). Der ursprünglich bis 30.06.18 laufende Vertrag bei den Londonern wurde Ende letzten Jahres per Option verlängert, so dass Borussia eine Ablöse zahlen muss. Diese soll sich sich nach Berichten aus England auf 2 Millionen Pfund (rund 2,4 Mio Euro) belaufen.

Der Linksfuß ist in London geboren, hat aber deutsche Wurzeln. Seine Mutter kommt aus Hamburg, Bennetts ist zweisprachig aufgewachsen und damit dürfte es zumindest von dieser Warte aus keine Eingewöhnungsprobleme in Mönchengladbach geben.

 


von Redaktion TORfabrik

 

Ein enttäuschter Yann Sommer

»Mehr Winner-Mentalität«

von Marc Basten und Jan van Leeuwen

Trotz Topleistung war es kein schöner Nachmittag für Yann Sommer in Hamburg (Foto: Alex Grimm / Bongarts / Getty Images)

Yann Sommer konnte seine Enttäuschung über die Leistung von Borussia Mönchengladbach im Saisonfinale beim Hamburger SV nur schwer unterdrücken. Der Goalie war mit Abstand der beste Borusse im Volkspark.

Schon während des Spiels war zu beobachten, dass Yann Sommer wenig Verständnis aufbringen konnte, was seine Kollegen da im Hamburger Volksparkstadion veranstalteten. Als er später in den Katakomben der Arena auftauchte, wirkte er ein wenig niedergeschlagen. »Wir haben definitiv kein gutes Spiel gemacht. Am Anfang hatten wir ordentlich Probleme, bis wir das System gewechselt haben. Danach hatten wir es etwas besser im Griff.«

Doch nach der Pause stellten die Gladbacher das Fußballspielen fast gänzlich ein. »Vielleicht lag es auch daran, dass wir gesehen haben, dass Bayern verliert. Der Druck war draußen, man hat gemerkt - es kommt nicht mehr viel.«

»Als Mannschaft hat es an einigem gefehlt«

Nur Sommer blieb noch auf Betriebstemperatur und bewahrte sein Team mit mehreren Blitzreaktionen vor einer noch höheren Niederlage beim Absteiger aus der Hansestadt. Die starke eigene Performance war letztlich nur ein schwacher Trost für den Schweizer. »Ich bin mit meinen Leistungen in der letzten Zeit zufrieden, aber als Mannschaft hat es an einigem gefehlt.«

»Natürlich bin ich enttäuscht«, sagte Sommer. »Nicht, weil wir es heute nicht mehr geschafft haben. Aber als Mannschaft ist man enttäuscht, wenn man auf dem neunten Platz steht und weiß, was in der Truppe drinsteckt und was möglich wäre. Aber es ist uns dieses Jahr nicht gelungen, diese Kostanz reinzubringen. Jetzt müssen wir den neunten Platz nehmen und abhaken. Es bleibt einem ja nichts anderes übrig.«

»Ich stand relativ weit vor dem Tor, alles gut.«

Der 29-Jährige weiß, dass man nach solch einer Saison nicht einfach zur Tagesordnung übergehen kann. »Ich brauche mal ein paar Tage, um das ganze Jahr sacken zu lassen. Es war echt anstrengend. Ein großes Auf und Ab mit vielen Rückschlägen. Positiv war, dass wir immer wieder aufgestanden sind. Doch wir müssen wieder mehr Winner-Mentalität reinbekommen, dieses gute Gefühl auf dem Platz zu haben, auch in schwierigen Situationen zu wissen, was in der Mannschaft steckt. Das hat uns ein bisschen gefehlt.«

Für Sommer geht es nach einer Woche Urlaub zur WM mit der Schweiz. Eine willkommene Abwechslung nach den zähen Monaten in Mönchengladbach. Und eine Aufgabe, die Sommer ohne jegliche Folgeschäden nach den Pyro- und Bölleraktionen einiger Hamburger Idioten angehen kann. Der Goalie hatte sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht. »Ich stand relativ weit vor dem Tor, alles gut.«

 


von Marc Basten und Jan van Leeuwen

 

Saisonfinale in Hamburg

»Unser eigenes Ding durchziehen«

von von Marc Basten und Nadine Basten

Fokussiert auf die letzte Aufgabe der Saison - Dieter Hecking (Foto: TORfabrik.de)

Beim Showdown der Bundesliga am 34. Spieltag steht Borussia Mönchengladbach im Mittelpunkt des Interesses. Weniger wegen der eigenen Chancen auf Platz 7, als vielmehr aufgrund der prekären Lage beim Hamburger SV.

Fußballdeutschland wird am Samstag mit wachen Augen nach Hamburg blicken. Vieles spricht dafür, dass das letzte Stündlein für den Bundesligadino schlägt, der in den letzten Jahren mehrfach dem Abstieg im allerletzten Moment entronnen ist. Diesmal scheint es die Hamburger zu erwischen - aber noch können sich die Rothosen abermals in die Relegation retten.

Dazu müsste der 1.FC Köln, bekanntlich bereits seit zwei Wochen abgestiegen, beim VfL Wolfsburg Schützenhilfe leisten. Und gleichzeitig müsste der HSV sein Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach gewinnen. Gegen Letzteres hat man vor allem in Gladbach einiges, schließlich verfolgt die Fohlenelf ganz eigene Interessen, die nichts mit den Kabbeleien im Tabellenkeller zu tun haben.

Borussia, aktuell auf Platz 9, kann bei einem eigenen Sieg im Volksparkstadion und einer gleichzeitigen Niederlage von Frankfurt auf Schalke noch auf Rang 7 vorrücken. Sogar Platz 6 ist noch möglich, aber dazu braucht es schon viel Phantasie. Deshalb werden die Push-Nachrichten oder das gute alte Radio im Volksparkstadion auf beiden Seiten Hochkonjunktur haben.

 

Am 34. Spieltag im Mai 2011

Es war einmal in Hamburg …

von Marc Basten

Juan Arango brachte Borussia in Hamburg in Führung (Foto: Stuart Franklin / Bongarts / Getty Images)

Borussia Mönchengladbach am 34. Spieltag in Hamburg? Da war doch was. Richtig – in der berühmt berüchtigten Relegationssaison 2010/2011 gab es diese Partie ebenfalls am letzten Spieltag. Mit völlig unterschiedlichen Vorzeichen.

Mai 2011. Borussia Mönchengladbach hatte sich in den Monaten zuvor aus einer ausweglosen Situation aus dem Tabellenkeller ans Tageslicht gerobbt und es stand der finale Akt in der Hamburger Arena an. Wenige Wochen zuvor richteten die Gladbachfans den Blick wehmütig auf den Spielplan, der am Ende die Reise nach Hamburg bereithielt. Diesmal wäre es wohl die Fahrt zur Abschiedsvorstellung aus der Bundesliga, nachdem der Abstieg schon lange besiegelt sein würde.

Doch weit gefehlt. Unter Lucien Favre startete Borussia eine Aufholjagd, die gerade in den letzten Spielen nochmals richtig an Dynamik gewann. Der Heimsieg gegen Freiburg (2:0) war der dritte Erfolg in Serie, ehe es am letzten Spieltag nach Hamburg ging. Borussia hatte es plötzlich in der eigenen Hand, auf den Relegationsplatz zu klettern. »Trotzdem kann es noch in alle Richtungen laufen«, warnte Filip Daems damals. »Es kann in den Himmel oder in die Hölle gehen.«

Die Karawane der Borussen, die sich am 14. Mai 2011 nach Hamburg aufmachte (rund 8.000 Gladbachfans waren dabei), war nicht der befürchtete Trauerzug, sondern getrieben von der Hoffnung. Auch wenn Lucien Favre eine eindeutige Botschaft mit auf den Weg gegeben hatte: »Wir haben noch gar nichts erreicht, es gibt überhaupt keinen Grund, euphorisch zu sein.«

 

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»Eine logische Konsequenz«

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Marc Basten und Nadine Basten | 22.04.2018 - 18:13
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