Nachdreher aus Augsburg

»Noch ist nicht alles bei 100 Prozent, aber es entwickelt sich«

von Nachdreher aus Augsburg

Raffael bekam in Augsburg kaum ein Bein an den Boden (Foto: Christian Kasper-Bartke / Bongarts / Getty Images)

Die Gladbacher Borussen waren nicht unzufrieden mit dem Remis in Augsburg. Fußballerisch blieb man in dem erwartet schweren Spiel zwar einiges schuldig, Moral und Einstellung stimmten.

Nur wenige Sekunden waren in der Augsburger Arena gespielt, da hätten die Gladbacher Borussen die Weichen in Richtung Auswärtssieg stellen können. Tobias Strobl führte einen Freistoß im Mittelfeld geistesgegenwärtig schnell aus und überraschte damit die Augsburger Hintermannschaft. Hazard hatte im gegnerischen Strafraum den notwendigen Schritt Vorsprung vor Gegenspieler Schmid, zögerte dann jedoch den entscheidenden Moment zu lange, so dass sein Schuss noch geblockt wurde.

»Wir hätten eigentlich direkt in der ersten Minute in Führung gehen müssen«, sagte Jonas Hofmann später. »Das 1:0 hätten wir direkt machen müssen«, bestätigte auch Tony Jantschke. »Wir haben es uns heute selbst schwergemacht.« Im Verlauf der ersten Halbzeit gab es noch eine Megachance, als Fabian Johnson nach Vorarbeit von Hazard aus fünf Metern in Rücklage nicht genügend Druck hinter den Ball bekam und sich Gouweleeuw auf der Linie so breitmachte, wie sein Name lang ist. »Wir waren heute einfach nicht effizient genug vor dem Tor«, monierte Hofmann.

Erschwerend kam hinzu, dass man in der 12. Minute hinten patzte. Jantschke spielte den Ball zentral auf Raffael, der aber zu spät schaltete. »Das war ein Missverständnis mit Raffa«, sagte Jantschke. Der Ball gelangte zu Max, der aus dem Halbfeld flankte. Die Kugel senkte sich im Strafraum zwischen Jantschke und Wendt auf Gregoritsch, der traf. »Wenn ich einen Meter weiter hinten stehe, kläre ich ihn«, sagte Jantschke, der vergeblich darauf spekuliert hatte, dass Wendt noch weiter einrückt. »Das war brutal schwer für Oscar«, räumte Jantschke ein. »Von mir aus schreibt, dass es meine Schuld war. Ist mir aber egal.«

Doch es war nicht nur diese Szene, bei denen die Borussen Probleme hatten. Das anfängliche Pressing und die mannorientierte Herangehensweise der Augsburger schmeckte den Gladbachern gar nicht. Die Kombinationen hakten, Bälle wurden nicht gesichert und behauptet. »Sie haben uns über den ganzen Platz gejagt und wir mussten immer wieder Lösungen finden«, sagte Dieter Hecking. Das gelang seinen Mannen nicht wirklich, weshalb der Trainer zur Pause für seine Verhältnisse drastisch reagierte. Gleich zwei Wechsel und eine Systemumstellung - das kannte man bislang von Hecking so nicht.

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