Einzelkritik: Borussia Mönchengladbach - Eintracht Frankfurt 3:0 (1:0)

In allen Belangen überlegen

von Redaktion TORfabrik.de
Torschützen unter sich (Foto: Team2 Sportphoto)

Torschützen unter sich (Foto: Team2 Sportphoto)

Borussia Mönchengladbach überzeugte beim 3:0-Erfolg über Eintracht auf Frankfurt auf allen Ebenen. Selten war ein Sieg so ungefährdet wie an diesem Samstag.

Yann Sommer: Zwei Fang-Bälle kamen auf sein Tor, die er pflückte - einen davon im schnellen Nachfassen. Ansonsten nicht geprüft, hoffentlich war er warm genug angezogen. Mit etwas Glück und Können beim Außenpfostentreffer von Severovic. Note 2,0.

Nico Elvedi: Zeigte eindrucksvoll, dass er Rückschläge wie beim Spiel in Wolfsburg wegstecken kann. Der junge Schweizer lieferte gegen Frankfurt eine absolut solide Partie ab und ließ sich vom unangenehm zu verteidigenden Aigner nicht hinters Licht führen. Auch wenn Elvedi einige Duelle nicht für sich entscheiden konnte, so gewann er die wichtigen Zweikämpfe. Insgesamt läuferisch stark, wobei er in der Vorwärtsbewegung eher bieder blieb. Nach der Umstellung auf Viererkette am Ende als linker Verteidiger unterwegs. Note 3,0.

Andreas Christensen: Eigentlich ist es unfassbar, dass ein 19-Jähriger in dieser Beständigkeit Woche für Woche eine solche Performance hinlegt. Gegen Frankfurt war es annähernd perfekt, was Christensen zeigte. Er drängte Gegenspieler vom Ball ab, als wären es kleine Kinder. In mehreren Situationen kam er vor den Mann, ehe der überhaupt die Situation erfasste. Korrigierte einen Leichtsinnspass von Dahoud im Aufbau herausragend und wurde dabei von Reinartz getroffen. In der Schlussphase als Sechser mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie als zentraler Mann der Dreierkette. Souverän, immer präsent, abgeklärt, technisch überdurchschnittlich. Note 1,0.

Håvard Nordtveit: Fand in der Ruhe, die ihm auch gestattet wurde, fast immer gute spielerische Lösungen. Sogar Einzelaktionen hatten ein gewisses Geschick. Als linker Mann in der Dreierkette defensiv ohne Probleme und mit sehr ordentlicher Passquote. Die Statistiker zählten sechs Zweikämpfe, die der im Sommer scheidende Norweger alle gewann. Nach einer Stunde wurde er leicht angeschlagen ausgewechselt. Note 2,5.

Fabian Johnson: Für den US-Nationalspieler ist mit der Umstellung auf die Dreierkette der Seitenwechsel von links auf rechts verbunden. Das gelingt ihm ohne große Probleme. Wie schon gegen Stuttgart lief er in einer Situation sehr gut im Strafraum bis zur Grundlinie durch, doch diesmal herrschte im Fünfmeterraum zu viel Betrieb. Johnson schlug eine gefährliche Flanke und arbeitete, wie gewohnt, sehr aufmerksam mit nach hinten. Als Korb kam, wieder links im Mittelfeld und nach der Umstellung auf Viererkette am Ende wieder rechts. Ein echter Rotationsspieler. Note 3,0.

Mo Dahoud: Ein ganz starkes Spiel des Youngsters, das Zusammenwirken mit Xhaka war nahezu perfekt. Bemerkenswert, wie Dahoud mehrfach den Ball ›erspitzelte‹ und dann mit Tempo den Angriff einleitete. Ballbehandlung und Passsicherheit waren eine Augenweide. Zwei, drei einer gewissen Lässigkeit geschuldete Ballverluste leistete sich Dahoud, bei einem musste Christensen Schlimmeres verhindern. Erzielte ein echtes ›Schlitzohr-Tor‹, wobei Abraham als bereits verwarnter Gegenspieler nicht mit der letzten Konsequenz hinging. Am Ende der Partie sah Dahoud Gelb nach einer kleinen Rangelei, als er es zuvor mit seiner technischen Überlegenheit etwas übertrieben hatte. Note 1,5.

Granit Xhaka: Legte mit seinem besonnenen Spiel den Grundstein, dass die Ausrichtung mit der Dreierkette funktionierte. Er hatte ständig einen Blick für den Raum und Nebenmann Dahoud. Xhaka sicherte ab und nur, wenn Dahoud seinerseits zurückblieb, rückte Xhaka weiter vor. Das funktionierte ausgezeichnet. Xhaka bewachte die Balance und avancierte zur ›Passmaschine‹ ohne riskante bzw. komplizierte Ansätze. Auch im Zweikampf diszipliniert. Obwohl wegen muskulärer Probleme nur 72 Minuten auf dem Platz, hatte er mit 110 die meisten Ballkontakte. Eine sehr reife Leistung des Kapitäns. Note 2,0.

Martin Hinteregger: Schlug sich links offensiv ordentlich. Er brachte eine gewisse Wucht und Körperlichkeit ins Spiel, was angesichts der Techniker um ihn herum ein durchaus sinnvoller Kontrast war. Hinteregger spielte seine Pässe mit Fahrt und als er vorne in Position kam, dann flankte er in den Strafraum oder versuchte es selbst. So wie beim Nachschuss im Anschluss an die Stindl-Chance, den letztlich Hazard übers Tor lenkte. Übernahm nach den Umstellungen im Laufe der Partie zunächst die Position links in der Dreierkette, später gab er den linken Innenverteidiger in der Viererkette. Insgesamt ein solider Auftritt ohne Glanzpunkte. Note 3,0.

Thorgan Hazard: Herausragend, mit welchem Tatendrang Hazard unterwegs war. Nimmermüde versuchte er, etwas zu unternehmen und selbst in der Schlussphase, als das Spiel schon längst entschieden war, jagte er den Bällen hinterher. Mit Abstand die meisten Sprints und intensiven Läufe gingen auf das Konto des Belgiers. Er rochierte viel, war fleißig und (meist) geschickt im Defensivzweikampf. Vergab eine gute Chance, als er den Hinteregger-Schuss im Reflex über den Querbalken bugsierte. Holte mit seinem Einsatz gegen Hasebe den Freistoß heraus, der zum 1:0 führte. Zudem fing er den Pass von Reinartz ab und schickte Dahoud auf die Reise zum 3:0. Note 2,5.

Lars Stindl: Wieder mit großem Aktionsradius und viel Herzblut unterwegs. Zunächst ›flipperte‹ er ein paar Mal und die Bälle versprangen ihm. Scheiterte nach zehn Minuten mit einem guten Flachschuss an Hradecky und vergab gegen Frankfurts Keeper eine weitere Riesenchance. In einer Situation spekulierte er gut, doch dann war er überrascht, dass das eintrat, auf das er gelauert hatte. Mit seinem Treffer nach der zu kurz abgewehrten Freistoßflanke wurde Stindl zum wichtigen Türöffner. Nach der Pause hatte er mit seinem Lauf Anteil am 2:0, später schoss er nach Kopfballablage von Raffael nur ganz knapp daneben. Note 3,0.

Raffael: Startete mit einem Freistoß in die Mauer und ließ kurz darauf ein schönes ›Tunnelsolo‹ folgen. Bereitete nach Doppelpass die Stindl-Chance vor und schlug die Freistoßflanke zum 1:0. Ruhig und gekonnt verwertete er den ›Freischuss‹ zum 2:0. Mit einer präzisen Kopfballablage zu Stindl bereitete er dessen Chance zwanzig Minuten vor Schluss vor. Als das Spiel entschieden war, schaltete Raffael zwei Gänge zurück. Note 2,0.

Julian Korb: Übernahm nach seiner Einwechslung zunächst die Position von Johnson im rechten Mittelfeld und rückte später als rechter Verteidiger in die Viererkette. Obwohl eine halbe Stunde auf dem Platz, fiel er nicht sonderlich auf. Ohne Note.

Roel Brouwers: Kam in der 72. Minute und rückte auf seine gewohnte Position in der Innenverteidigung. Dort bei Frankfurts einziger Torchance mit einem ›Überschlag‹, mit dem er Seferovic zumindest so weit abdrängte, dass der Winkel zu spitz wurde. Brouwers räumte zudem noch ein paar Bälle weg. Ohne Note.

Patrick Herrmann: Stand schon eine Zeit zur Einwechslung bereit, doch das Spiel wurde nicht unterbrochen. Durfte letztlich vier Minuten mitmachen und gab noch einen Linksschuss nach schönem Dribbling ab. Ohne Note.

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