Lob für Kramers Einstellung

Kramer: »Unter dem Strich war die Niederlage verdient«

von Lob für Kramers Einstellung

Christoph Kramer im Duell mit Marco Reus - am Ende hatte der Dortmunder die Nase vorn (Foto: Dean Mouhtaropoulos / Bongarts / Getty Images)

Christoph Kramer gab in Dortmund sein Comeback, erzielte ein umstrittenes Tor und hielt trotz Schmerzen am lädierten Fuß knapp 70 Minuten durch. Dieter Hecking lobte Kramers Einstellung.

Mitte November im Testspiel gegen Preußen Münster erwischte es Christoph Kramer. Nach einem Foul musste er Anfang der zweiten Halbzeit mit lädiertem Sprunggelenk vom Platz. Was der 27-Jährige für eine genaue Verletzung davongetragen hatte, war nicht zu erfahren. Offiziell wurde nur davon gesprochen, dass die Bänder in Mitleidenschaft gezogen seien. Am Freitagabend brachte Kramer selbst Licht ins Dunkel: »Außenband gerissen, Kapsel gerissen«.

Der Einsatz im Westfalenstadion stand lange auf der Kippe. »Der Fuß ist noch nicht ausgeheilt, wir sind ein Risiko gegangen«, sagte Dieter Hecking. »Das ist die Einstellung, die Chris Kramer für diese Mannschaft vorlebt.« Kramer übernahm die Sechserposition, wodurch Tobias Strobl in die Innenverteidigung rücken und den verletzten Elvedi ersetzen konnte.

»Das war keine unnatürliche Handbewegung und schon gar keine Absicht«

Kramer war ordentlich im Spiel und sorgte mit seinem Treffer kurz vor dem Pausenpfiff für große Aufregung. Er spielte den Ball sichtbar mit der Hand, was Kramer von sich aus auch dem Schiedsrichter sagte. »Der Ball ist vom Kopf an die Hand gesprungen, das war keine unnatürliche Handbewegung und schon gar keine Absicht«, meinte Kramer. Tatsächlich war es regelkonform, hier nicht abzupfeifen - der Ärger der Dortmunder dennoch nachvollziehbar.

Am Ende reichte Kramers Tor nicht für einen Punkt beim Tabellenführer. »Unter dem Strich war die Niederlage verdient«, gab Kramer zu. »Wir hatten zwar viel Ruhe und Ballbesitz, aber nicht in deren Hälfte. Das ist gegen Dortmund natürlich auch schwer.« Kramer verwies auf die Herangehensweise seines ehemaligen Trainers: »Man weiß von Favres Mannschaften, dass man gegen sie Ballbesitz haben kann, aber wenn es in die interessanten Räume geht, dann wird es schnell eng. Sie sind im Umschalten brandgefährlich und deshalb muss man es immer gut abwägen.«

»Wir haben uns echt vernünftig verkauft«

Abschießen lassen wollten sich die Gladbacher - wie es in der Vergangenheit in Dortmund fast schon die Regel war - diesmal nicht. »Wir haben uns echt vernünftig verkauft«, sagte Kramer, der auf die ausgezeichnete Ausgangsposition für die Rückrunde verwies. Doch zunächst einmal steht ein Break bis zum 2. Januar an.

»Es ist gut, dass mal ein bisschen Ruhe reinkommt«, sagte Kramer mit Blick auf seinen lädierten Fuß. »Es war immer ein Probieren - es geht, es geht nicht, es geht so halb. Heute wollte ich unbedingt, auch aufgrund der Personalsituation. Und da war es klar, dass es danach ein bisschen wehtut.«

Im neuen Jahr soll Kramer wieder voll belastbar sein und laut seinem Trainer eine tragende Rolle einnehmen: »Ich glaube, dass Chris für uns in der Rückrunde sehr, sehr wichtig sein wird«, sagte Hecking.


von Marc Basten und Jan van Leeuwen

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