Gegneranalyse

Gegneranalyse | Forechecking: Hannover 96

von Gegneranalyse

Gibt es ein Wiedersehen mit Julian Korb? Zuletzt stand der Ex-Borusse für Hannover wieder auf dem Platz (Foto: Juergen Schwarz / Bongarts / Getty Images)

Die Bundesliga geht nach der Länderspielpause weiter mit dem 12. Spieltag. Zu Gast im Borussia-Park ist am Sonntag Hannover 96. Die Roten aus Niedersachsen konnten im letzten Heimspiel drei Punkte einfahren und kommen somit mit frisch aufgetanktem Selbstvertrauen nach Mönchengladbach.

Hannover 96 hat den schlechtesten Saisonstart seit 31 Jahren hingelegt. Das Team von Trainer André Breitenreiter rangiert aktuell mit neun Punkten auf dem Relegationsplatz, der Aufsteiger des Vorjahrs hinkt den eigenen Erwartungen deutlich hinterher. Immerhin konnte 96 zuletzt das Niedersachsen-Derby gegen Wolfsburg gewinnen und sich ein wenig befreien.

Doch auch nach dem Sieg gegen Wolfsburg bleibt festzuhalten, dass vieles in Hannover nicht passt. Ein großer Problembereich ist die Defensive, wo der Verlust von Abwehrchef Salif Sané bislang nicht kompensiert werden konnte. Zuletzt konnte man am 2. Spieltag, ausgerechnet gegen Tabellenführer Dortmund, die Null halten. Seitdem ist viel passiert und Hannover hat inzwischen 22 Gegentore kassiert.

Vor allem wenn die Gegner mit hohem Tempo spielen, gerät die Defensive der Niedersachsen ins Wanken. André Breitenreiter ließ in der Vorbereitung und zu Beginn der Saison ein 4-4-2 spielen, legte sich dann aber auf eine Dreierabwehr fest, die gegen den Ball zu einer Fünferkette wird. Eine richtig durchgängige Balance bekommen die Niedersachsen allerdings nicht hin.

Mit Bebou und Schwegler fehlen zwei Schlüsselspieler

Hannover ist durchaus eine Mannschaft, die auf eigenen Ballbesitz aus ist und aktiv Fußball spielen will. Die Schwierigkeit ist die Umsetzung im letzten Drittel, wo es im entscheidenden Moment an Cleverness und Qualität fehlt. Die spielerischen Ansätze sind da und es gibt immer wieder gute Sequenzen, doch belohnen sich die 96er viel zu selten dafür. Dabei ist das Sturmzentrum mit dem wuchtigen Niclas Füllkrug, den Dieter Hecking bekanntlich im Sommer gerne an den Niederrhein geholt hätte, namhaft besetzt. Topscorer in Hannover ist Ihlas Bebou mit drei Toren und drei Vorlagen. Doch am Sonntag in Mönchengladbach wird der ehemalige Düsseldorfer verletzungsbedingt fehlen.

Belebung hat Hannovers Offensive zuletzt durch den kleinen Tempodribbler Linton Maina erfahren. Das Eigengewächs erzielte gegen Wolfsburg sein erstes Bundesligator und dürfte in Gladbach vermutlich erneut die Chance erhalten, sein Talent unter Beweis zu stellen. Der Ex-Borusse Julian Korb hat sich zuletzt wieder in die Mannschaft gespielt, nachdem er in bereits sechs Pflichtspielen überhaupt nicht im Kader stand. Weiterhin verzichten muss Hannover auf Pirmin Schwegler (Verletzung am Sprunggelenk), der als Balancespieler im defensiven Mittelfeld eigentlich dringend gebraucht wird.

Ob sich Hannover auch gegen die Fohlen im Spiel nach vorne etwas zutraut und die Außenspieler weit nach vorne schiebt, bleibt abzuwarten. Dadurch können die 96er Druck erzeugen, bieten andererseits bei Ballverlusten viel Raum für den Gegner an. Daher könnte es sein, dass Hannover sich am Sonntag, anders als in den meisten Spielen zuvor, hauptsächlich aufs Verteidigen konzentrieren wird, um nicht vom exzellenten Umschaltspiel der Fohlenelf überrannt zu werden.

Voraussichtliche Aufstellung Hannover 96:

Esser - Sorg, Anton, Elez - Korb, Bakalorz, Walace, Albornoz - Haraguchi, Maina - Füllkrug


von Niklas Kirchhofer

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