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Kick it like Raffael – Der ‚Maestro‘ will es nochmal wissen

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Ein großartiger Kicker - Raffael (Archivfoto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Er war der absolute Wunschspieler von Lucien Favre und erwies sich für Borussia Mönchengladbach als echter Glücksgriff: Raffael Caetano de Araújo. Vor 15 Monaten lief sein Vertrag aus und die Karriere schien beendet – doch jetzt kickt der ‚Maestro‘ wieder.

Der Abschied von Raffael in Mönchengladbach verlief im vergangenen Sommer still und leise. Coronabedingt waren im Borussia-Park nur Pappkameraden zugegen, als Raffael von der großen Fußballbühne abtrat. Sein Vertrag bei der Borussia lief aus und er hatte in seiner letzten Saison nur noch sporadisch gespielt. Die Karriere des ‚Maestro‘ schien mit 35 Jahren beendet. Auch wenn Raffael hier und da verlauten ließ, noch irgendwo weiterspielen zu wollen, blieb er 15 Monate ohne neuen Verein.

Daher kam es schon etwas überraschend, dass Raffael nun doch noch mal seine Fußballschuhe schnürt. Und das in Žiar nad Hronom, einem 18.000-Einwohner-Ort in der Slowakei. Dort spielt der FK Pohronie, Tabellenletzter der slowakischen Liga. Dieser Klub wird bei allen Wettanbietern für die nächsten Meisterschaftsspiele als klarer Außenseiter gelistet. Doch vielleicht sollte man es probieren, mit einem Bet365-Angebotscode darauf zu setzen, dass es mit Pohronie wieder aufwärtsgeht. Denn Raffael gilt in der slowakischen Provinz nunmehr als Hoffnungsträger.

Der Name Favre spielt einmal mehr eine gewichtige Rolle

290 Bundesligaspiele hat Raffael absolviert, 82 Tore sprangen dabei heraus. Auch auf europäische Bühne brillierte der Brasilianer – unvergessen ist seine sensationelle Leistung in der Champions League gegen den FC Barcelona. Da spielte er eine Halbzeit absolute Weltklasse – und schied dann verletzt aus. Danach folgte eine lange Leidenszeit und Raffael erreichte nie wieder dieses Level. Ob er nach der langen Pause in diesem Alter nun wirklich noch Profifußball spielen kann? »Ich möchte weiterhin Spaß am Fußball haben«, sagte er in der Mitteilung seines neuen Vereins angesichts der Verkündung seines überraschenden Engagements. Vorläufig bis zum Jahresende läuft der Kontrakt.

Dass Raffael ausgerechnet bei Pohronie landet, hat seine Gründe und wie so oft in Raffaels Karriere spielt Lucien Favre dabei eine wichtige Rolle. Borussias Ex-Trainer hatte Raffael in jungen Jahren in der Schweiz entdeckt, gefördert und wurde zu einer Art Vaterfigur für den Brasilianer. Favre holte Raffael zunächst zu sich nach Berlin und später auch nach Mönchengladbach. Das war keine einseitige Klüngelei, denn Raffael avancierte unter Favre zum Volltreffer. Sowohl bei der Hertha, aber vor allem bei der Borussia. Der Kontakt zwischen Raffael und Favre ist auch nach der ‚Flucht‘ des Trainers aus Gladbach nie abgerissen. Da ist es naheliegend, dass Lucien Favre den Namen Raffael bei seinem Sohn Loic ins Spiel gebracht hat. Favre junior ist Sportdirektor und Miteigentümer bei Pohronie und angesichts der prekären sportlichen Lage auf der Suche nach Verstärkungen.

Raffael kann bis zum Jahresende auf maximal neun Einsätze kommen

Pohronie stieg 2019 in die erste slowakische Liga auf und spielt seitdem immer gegen den Abstieg. In der laufenden Spielzeit steht erst ein Sieg zu Buche und Loic Favre ließ verlauten, dass man dringend »die Qualität des Personals« erhöhen müsse. Die sehr junge Mannschaft soll von der immensen Erfahrung von Raffael profitieren. Ob das gelingt, hängt hauptsächlich mit der körperlichen Verfassung von Raffael zusammen. In diesem Alter und nach der langen Pause muss schon einiges zusammenkommen, damit er eine Soforthilfe sein kann.

Wohl auch deshalb ist sein Kontrakt bis zum Jahresende befristet. Bis dahin könnte er auf maximal neun Einsätze für Pohronie kommen. Vielleicht geht es danach dort weiter, vielleicht kann Raffael die Zeit in der Slowakei auch als Leistungsnachweis nutzen, um sich doch noch für einen anderen Verein interessant zu machen. Oder aber er hängt dann endgültig die Fußballschuhe an den Nagel. Wie auch immer es ausgehen mag – mit Lucien Favre wird sich Raffael ganz sicher austauschen.

 


von Redaktion TORfabrik.de

 

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