Einzelkritik: Hamburger SV - Borussia Mönchengladbach 2:1 (1:1)

Eine Nicht-Leistung zum Schluss

von Redaktion TORfabrik

Ein Bild mit Symbolcharakter: Die Gladbacher Borussen agierten in Hamburg ziemlich kopflos (Foto: Patrik Stollarz / Bongarts / Getty Images)

Die letzte Einzelkritik der Saison nach der Niederlage von Borussia Mönchengladbach in Hamburg lässt nicht viel Raum für gute Bewertungen. Nur Yann Sommer und mit Einschränkungen Josip Drmić wussten zu gefallen.

Yann Sommer: Zweifelsfrei der beste Borusse auf dem Platz. Zwei Abschläge unter Druck in der Anfangsphase landeten im Seitenaus, wobei einer auch aufgrund der mangelhaften Verarbeitung durch Elvedi missglückte. Mit mehreren Glanzparaden verhinderte Sommer einen peinlichen Kantersieg des Absteigers. Mit Superreflexen beim doppelt abgefälschten Schuss von Ito, dem Schuss von Steinmann und als Kostic vollkommen blank im Eck stand. Auch in der Schlussphase beim Konter durch Jatta mit starker Reaktion. Dazu entschärfte der Schweizer einen schwierigen Flatterball, bei den Gegentoren war er machtlos. In einer Situation eilte er aufmerksam aus dem Strafraum, kontrollierte den Ball per Brust und gab ihn per Kopf weiter. Nicht mal von den ersten Böllern ließ er sich beeindrucken. Note 1,0.

Nico Elvedi: Zwei gelungene Tacklings am und im Strafraum und ein Diagonallauf, mit dem Elvedi das Spiel auf links verlagerte - das waren die einzigen positiven Szenen des Rechtsverteidigers. Er war komplett neben der Spur und leistete sich mehrere Fehler bei der Ballannahme. Höhnischen Applaus erntete Elvedi in der Situation, als er einen Ball an der Seitenlinie erreichen wollte, ohne Grund stolperte und letztlich auf den Knien rutschte. Der kleine Ito verwirrte ihn zusehends, so dass die Umstellung auf Dreierkette für Elvedi eine Erlösung war. Auf der linken Seite war er weniger schlecht aufgehoben, zumindest konnte er die krassen Fehler reduzieren. Note 5,0.

Matthias Ginter: Wirkte ausgesprochen träge, auch vom Kopf her. Reagierte zumeist erst dann, wenn es zu spät war und spielte einige haarsträubende Fehlpässe. Ginter wirkte ausgelaugt und irgendwann ließ er sich den Ball von Ito abnehmen, statt andersherum. Man merkte ihm an, dass die Saison für ihn lang war (keine Pflichtspielminute verpasst). Der Kurzurlaub vor der WM ist nötig. Note 5,0.

Jannik Vestergaard: Auch vom Dänen war es ein zähes Spiel, wobei er immerhin noch in den direkten Zweikämpfen seinen Mann stand. Zudem bekam er zweimal ordentlich einen auf die Socken, so dass man kurzzeitig befürchten musste, dass der WM-Traum auf den letzten Metern zerstört wird. Zum Glück ging es für ihn weiter, aber er war nicht der Abwehrboss, sondern wirkte gequält. So wie seine uninspirierten Bälle nach vorne. Note 4,5.

Oscar Wendt: War als Linksverteidiger gegenüber den anderen in der Abwehrkette noch am stabilsten. Rückte nach der Umstellung auf Dreierkette ins linke Mittelfeld, wo er ein paar gute Ansätze zeigte. Allerdings war sein Abschluss mit rechts nach einem Konter unzureichend und bei der Großchance, die Sakai auf der Linie mit dem Ellenbogen zunichtemachte, hätte Wendt zwingend treffen müssen. Leitete mit einem halbgaren Verlagerungsball den Hamburger Siegtreffer ein. Hinter Wendts Aktionen steckte durchaus eine Idee, aber ohne ein gewisses Grundtempo bei allen fehlten letztlich der Spielwitz und der Überraschungseffekt. Note 4,0.

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